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Vor dem großen Krieg: Faszination Prophetie


Vor dem großen Krieg: Faszination Prophetie
Was Seher, Mystiker und Hellseher über Krieg, Geldcrash und Kirchenkrise durch die Jahrhunderte wirklich vorhersagten
Wirtschaftskrise. Geldentwertung. Hohe Steuern. Migration und gesellschaftliche Unruhen. Paris in Flammen. Eine Krise der Kirche. Ein politischer Mord auf dem Balkan. Krieg im Osten. Schließlich eine Katastrophe, nach der Europa nicht mehr dasselbe sein soll.
Es klingt wie das Drehbuch eines apokalyptischen Romans. Doch einzelne Elemente dieser Abfolge finden sich tatsächlich in Aussagen, die einem bayerischen Brunnenbauer, italienischen und französischen Mystikerinnen, einem schwedischen Fischer, amerikanischen Predigern, einem sibirischen „heiligen Mann" am Zarenhof, chinesischen Hofastronomen, mehreren deutschen und österreichischen Wahrsagerinnen und zahlreichen anderen Personen zugeschrieben werden – über Jahrhunderte und Kontinente hinweg.
Berichtssache hat deshalb nicht gefragt: „Welche Prophezeiung passt zu unserer Gegenwart?" Sondern: Was wurde wann tatsächlich gesagt oder niedergeschrieben? Und – weil es das ist, was diese Texte so faszinierend macht – wie detailliert, wie bildhaft, wie konkret sind diese Visionen eigentlich wirklich? Wer sich nur mit dem Satz „Irlmaier sah einen Dritten Weltkrieg" begnügt, hat praktisch nichts erfahren. Die eigentlichen Überlieferungen füllen ganze Bücher, sind voller Details, Orte, Zahlen und Bilder – und genau die sollen hier zur Sprache kommen.
Ein Wort vorab: Prophezeiungen entziehen sich per Definition dem Beweis. Niemand kann eine Vision widerlegen, und niemand kann sie bestätigen, bevor die Zeit gekommen ist. Es geht in diesem Text deshalb nicht darum, ein Urteil darüber zu fällen, ob ein Seher „recht hatte". Es geht darum, die Stimmen selbst möglichst ausführlich sprechen zu lassen.
Nostradamus – der berühmteste Name
Michel de Nostredame, besser bekannt als Nostradamus, veröffentlichte 1555 die ersten Teile seiner „Prophéties", insgesamt an die tausend rätselhafte Vierzeiler, verfasst in einer bewusst verschlüsselten Mischung aus Französisch, Latein, Griechisch und Provenzalisch, um der Inquisition zu entgehen.
Der berühmteste und meistdiskutierte Vierzeiler stammt aus der zehnten Centurie, Vers 72: Im Jahr 1999, sieben Monate, werde vom Himmel ein großer „König des Schreckens" kommen, um den großen König der Mongolen wiederzuerwecken; davor und danach werde der Kriegsgott Mars erfolgreich herrschen. Generationen von Deutern haben diesen Vers auf alles Mögliche bezogen, von einem Kometeneinschlag bis zu einer Wiederkehr Dschinghis Khans; im Juli 1999 selbst geschah nichts, was sich eindeutig zuordnen ließe. Ein weiterer, tatsächlich zutreffender Vierzeiler wird Nostradamus für den Tod König Heinrichs II. von Frankreich zugeschrieben: Ein junger Löwe werde den alten im Einzelkampf auf dem Turnierfeld besiegen, ihm in einem goldenen Käfig die Augen durchbohren und ihn an zwei Wunden grausam sterben lassen. Heinrich II. starb tatsächlich 1559 bei einem Turnier, nachdem ihm eine Lanzenspitze durch das Visier ins Auge gedrungen war – einer der wenigen Fälle, in denen Datum, Ereignis und Vers auffällig genau zusammenpassen.
Für einen „Dritten großen Krieg" nennt keiner der echten Verse eine eindeutige, unstrittige Textstelle. Besonders bekannt wurde nach dem 11. September 2001 dennoch ein Zitat, das millionenfach als Nostradamus-Vers verbreitet wurde: In der „Stadt Gottes" werde es einen großen Donnerschlag geben, zwei Brüder würden mitten im Chaos auseinandergerissen, während die Festung bestehe, der große Anführer werde erliegen, und der dritte große Krieg beginne, wenn die große Stadt brenne. Recherchen zur Herkunft dieses Zitats zeigen: Die ersten Zeilen gehen auf einen 1997 verfassten Studentenaufsatz des Kanadiers Neil Marshall zurück, der damit demonstrieren wollte, wie sich vage klingende Prophezeiungen konstruieren lassen; der Satz über den „dritten großen Krieg" wurde erst nach 2001 von unbekannter Seite ergänzt und mit einer falschen Jahreszahl versehen.
Mühlhiasl – die bayerische Endzeitprophezeiung
In Bayern steht neben Irlmaier ein weiterer Name für Prophezeiungen: Mühlhiasl, häufig mit einem Müller namens Matthäus oder Matthias Lang aus dem Bayerischen Wald identifiziert. Seine Sprüche sind in einem breiten, bilderreichen Dialekt überliefert und im Grunde eine ganze Sammlung von Bedingungssätzen: „Wenn ..., dann ...".
Zur Industrialisierung und Technik: Wenn die „schwarze" oder „eiserne Straß" über die Donau kommt und ins Böhmische läuft, wenn der „eiserne Hund" in der Donau heraufbellt, wenn die Leute in der Luft fliegen können, wenn die Wagen ohne Ross und Deichsel fahren, so schnell, dass kein Pferd und kein Hund mehr mithalten kann – dann sei die vorhergesagte Zeit erreicht. Gemeint sind, je nach Deutung, Eisenbahn, U-Boot oder Panzer, Flugzeuge und Automobile. Zum gesellschaftlichen Verfall: Zuerst kämen viele kirchliche Jubiläen und Missionen, überall werde über den Glauben gepredigt, doch die Menschen würden trotzdem immer schlechter; die Religion werde so klein, dass man sie in einen Hut packen könne, der Glaube so dünn, dass man ihn mit einer Peitsche wegschlagen könne. Zum Kriegsbeginn wird ihm der Satz zugeschrieben, wenn der „eiserne Hund" durch den Vorderwald belle, fange der große Krieg an – von Anhängern auf den Ersten Weltkrieg bezogen. Für die Zeit danach soll er einen „strengen Herrn" angekündigt haben, der den Menschen „die Haut abziehen" und ein hartes Regiment führen werde, von manchen auf den Nationalsozialismus bezogen. Zum Klima wird ihm die Formulierung zugeschrieben, man werde den Sommer vom Winter nicht mehr unterscheiden können, und der Wald werde so licht wie der Rock eines Bettelmanns – tatsächlich starben in den 1970er-Jahren große Waldbestände im Bayerischen Wald durch das sogenannte Waldsterben.
Den letzten, größten Krieg nennt die Überlieferung den „Bankabräumer": eine Zeit, in der Vermögen und Geldsysteme mit einem Schlag zusammenbrechen. Danach werde die Welt „abgeräumt" und die Menschen würden weniger, heißt es in einer weiteren Formulierung, verbunden mit der Warnung an jene, die nur noch „fressen und saufen".
Auffällig dabei: Fast wortgleiche Formulierungen über Wagen ohne Pferde finden sich auch bei anderen, ähnlich datierten Sehergestalten desselben Kulturraums, etwa bei einem „Bauer Jasper", einem gewissen Johann Peter Knopp oder einer als „Geißenkäther" bekannten Person – ein Hinweis darauf, dass sich solche Motive innerhalb der mündlichen Überlieferung gegenseitig beeinflusst haben könnten. Die älteste bekannte schriftliche Fassung ist ein Artikel von Pfarrer Johann Evangelist Landstorfer vom 28. Februar 1923 im „Straubinger Tagblatt".
Anna Maria Taigi – die drei Tage Dunkelheit
Die italienische Mystikerin Anna Maria Taigi, 1769 bis 1837, wird eine kommende große Krise mit einer dreitägigen, außergewöhnlichen Dunkelheit zugeschrieben, in der nur geweihte Kerzen Licht spenden würden, während gewöhnliche Kerzen und andere Lichtquellen versagten. In dieser Zeit werde die Luft von Dämonen erfüllt sein, und wer aus Neugier oder Angst nach draußen gehe, werde sterben. Nach der Dunkelheit werde eine gereinigte Welt zurückbleiben, in der der Glaube neu erblühe.
Die Überlieferung stammt von ihrem Beichtvater Raffaele Natali. Nach Recherchen des katholischen Magazins Catholic Answers erwähnte Natali diesen Kern der Prophezeiung erstmals um 1863/1864, veröffentlicht unter anderem in der Zeitschrift
„El Ermitaño" 1871; eine ausführliche Biografie erschien 1873 in London unter dem Titel „The Life of the Venerable Anna Maria Taigi, the Roman Matron". Dasselbe Motiv findet sich später auch in den Irlmaier-Überlieferungen wieder.
La Salette – Paris brennt, Rom verliert den Glauben
1846 berichteten die Hirtenkinder Mélanie Calvat und Maximin Giraud im französischen La Salette von einer weinenden, strahlenden Marienerscheinung. 1879 veröffentlichte Mélanie Calvat in Lecce, Italien, eine umfangreiche Fassung ihres angeblichen Geheimnisses, mit kirchlicher Druckerlaubnis eines italienischen Bischofs, jedoch gegen den ausdrücklichen Willen Roms.
Der Text richtet zunächst einen scharfen Vorwurf gegen den Klerus: Priester, die durch ihr Leben, ihre Ehrlosigkeit und ihre Geldgier zu „Kloaken der Unreinheit" geworden seien, hätten Vergeltung heraufbeschworen, heißt es sinngemäß in dem Text. Danach folgen konkrete geopolitische Bilder: Italien werde vom Krieg getroffen, Rom werde seinen Glauben verlieren und zum Sitz des Antichristen werden, Kirchen würden geschlossen oder geschändet, Priester und Ordensleute vertrieben und getötet. Dann folgt Frankreich, Bürgerkrieg, Franzosen gegen Franzosen, Blutvergießen in den Straßen, und schließlich die Ankündigung, dass Paris verbrennen werde.
Die kirchliche Reaktion auf diesen 1879er-Text war ungewöhnlich scharf: Bereits 1880 rügte Papst Leo XIII. die Veröffentlichung, am 21. Dezember 1915 drohte Papst Benedikt XV. jedem, der das „sogenannte Geheimnis von La Salette" öffentlich vortrage, die Exkommunikation an, und am 9. Mai 1923 setzte das Heilige Offizium unter Papst Pius XI. einen unveränderten Nachdruck des Textes förmlich auf den Index der verbotenen Bücher.
Marie-Julie Jahenny – Frankreich, Paris und die Dunkelheit
Die französische Mystikerin Marie-Julie Jahenny, 1850 bis 1941, berichtete über Jahrzehnte von Visionen: eine schwere Revolution beziehungsweise innere Krise Frankreichs, die Zerstörung von Paris, Verfolgung der Kirche, außergewöhnliche Naturkatastrophen sowie eine mehrtägige Dunkelheit. In ihren Beschreibungen sollten Gläubige während dieser Zeit ihre Fenster mit schwarzem Stoff verhängen, ausschließlich geweihte, aus reinem Bienenwachs gefertigte Kerzen verwenden und das Haus unter keinen Umständen verlassen, während draußen Dämonen und tödliche Gase umherzögen.
Anton Johansson – eine Aussage, die schon 1914 gedruckt wurde
Der schwedisch-norwegische Fischer Anton Johansson, 1858 bis 1929, reiste 1914 zum schwedischen Generalstabsoberst Emil Melander, der seine Visionen niederschrieb. Melander veröffentlichte Johanssons Botschaft anschließend in der Stockholmer Tageszeitung „Svenska Morgonbladet" vom 14. März 1914: Deutschland und Österreich würden auf der einen, Russland, Frankreich und England auf der anderen Seite in einen europaweiten Krieg verwickelt, der binnen kurzer Zeit weite Teile des Kontinents erfassen werde. Nur wenige Monate später, am 28. Juli 1914, begann der Erste Weltkrieg.
Fatima – Russland, Krieg, Kirchenverfolgung und ein leidender Papst
Alles beginnt am 13. Mai 1917 nahe des kleinen portugiesischen Ortes Fatima, als drei Hirtenkinder im Alter von sieben, neun und zehn Jahren, Lúcia dos Santos sowie ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto, von einer ersten Erscheinung der Gottesmutter berichten. Das Ereignis wiederholt sich in den folgenden Monaten jeweils am 13. eines Monats, bis die Erscheinung für den 13. Oktober 1917 ausdrücklich ein großes, öffentlich sichtbares Wunder ankündigt, „damit alle glauben können".
An diesem Tag versammeln sich trotz strömenden Regens schätzungsweise 70.000 bis 100.000 Menschen auf dem Feld von Cova da Iria, darunter Gläubige ebenso wie spottende Zweifler und Journalisten großer, ausdrücklich säkularer Zeitungen. Übereinstimmend berichten zahlreiche, teils unabhängig voneinander befragte Augenzeugen von einem bis heute wissenschaftlich nicht erklärten Sonnenphänomen: Die Sonne habe sich verdunkelt, sich in bunten Farben gedreht und sei im Zickzackkurs auf die Erde zugekommen, bevor sie wieder ihre normale Position einnahm, ein rund zehnminütiges Ereignis, das noch aus vierzig Kilometern Entfernung wahrgenommen worden sein soll. Der Journalist Avelino de Almeida, leitender Korrespondent der großen, kirchenkritischen Tageszeitung „O Século", veröffentlichte zwei Tage später einen eigenen Augenzeugenbericht über das „tanzende" Himmelsphänomen, obwohl er selbst keinen unmittelbaren religiösen Zusammenhang öffentlich herstellte. Berichten zufolge trockneten zudem die durchnässten Kleider der Menge binnen kurzer Zeit vollständig. Francisco und Jacinta Marto starben bereits 1919 beziehungsweise 1920 während der grassierenden Grippepandemie, Lúcia dagegen lebte, später als Karmelitin, bis ins Jahr 2005.
Die katholische Kirche veröffentlichte später auch die schriftlichen Manuskripte der drei „Geheimnisse", die Lúcia der Marienerscheinung zuschrieb: Der erste und zweite Teil wurden 1941 niedergeschrieben, der dritte Teil am 3. Januar 1944. Der zweite Teil enthält die berühmte Ankündigung: Wenn die Menschen nicht aufhörten, Gott zu beleidigen, werde unter Pius XI. ein noch schlimmerer Krieg beginnen als der gerade zu Ende gegangene, und ein unbekanntes, von einem außergewöhnlichen Licht erhelltes Nachtzeichen werde diesen bevorstehenden Krieg ankündigen; Russland werde seine „Irrtümer" über die Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche auslösen, gute Menschen würden zu Märtyrern, der Heilige Vater werde viel zu leiden haben, verschiedene Nationen würden vernichtet. Der dritte, erst im Jahr 2000 veröffentlichte Teil enthält eine symbolische Bildvision: einen Berg mit einem großen, halb zerstörten Kreuz, einen „Bischof in Weiß", der durch eine vom Militär verwüstete Stadt voller Leichen geht, betend für die Seelen der Toten, und der schließlich zusammen mit weiteren Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien von Soldaten mit Feuerwaffen und Pfeilen getötet wird. Anhänger der Botschaft bringen diese Bildvision bis heute mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 in Verbindung, dem Jahrestag der ersten Fatima-Erscheinung; die Kugel, die den Papst damals schwer verletzte, wurde später in die Krone der Marienstatue von Fatima eingearbeitet. Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., ordnete die Bildvision des dritten Geheimnisses in seinem offiziellen theologischen Kommentar jedoch als symbolisch und im Zusammenhang mit den Kirchenverfolgungen des gesamten 20. Jahrhunderts ein, nicht als wörtliche Vorhersage eines einzelnen künftigen Ereignisses.
Alois Irlmaier – das Zentrum der europäischen Weltkriegsprophezeiungen
Der bayerische Brunnenbauer und Rutengänger Alois Irlmaier, 1894 bis 1959, bildet das Zentrum der europäischen Weltkriegsprophezeiungen. Zeitungsberichte und Veröffentlichungen aus seiner Lebenszeit existieren: unter anderem in der „Altbayerischen Heimatpost" von 1949 sowie in Conrad Adlmaiers Buch „Blick in die Zukunft", erste Ausgabe 1950, weitere Auflagen 1955 und 1961.
Die Vorzeichen. Zuerst komme ein Wohlstand wie noch nie zuvor. Dann folge ein Glaubensabfall wie nie zuvor, danach eine nie dagewesene Sittenverderbnis. Anschließend komme eine große Zahl Fremder ins Land. Es herrsche eine hohe Inflation, das Geld verliere mehr und mehr an Wert. Bald darauf folge die Revolution. Dann überfielen die Russen über Nacht den Westen. Eine auf ein 1976 dokumentiertes Zeitzeugnis eines gewissen Richard H. zurückgeführte Aussage lautet zusätzlich, vor dem dritten Krieg kämen Steuern, die niemand mehr bezahlen könne. Eine weitere Überlieferung spricht von einem „Einheitsgeld", bei dem die Banken plötzlich kein Geld mehr auszahlen könnten.
Der Nahostkonflikt und der Mord. Alle riefen „Friede, Schalom", heißt es in einer zusammengefassten Fassung der Irlmaier-Aussagen, gerade dann werde es passieren. Ein neuer Nahostkrieg flamme plötzlich auf, große Flottenverbände stünden sich im Mittelmeer feindlich gegenüber, die Lage sei extrem gespannt. Der eigentliche zündende Funke werde jedoch auf dem Balkan ins Pulverfass geworfen: Irlmaier sehe einen „Großen" fallen, daneben liege ein blutiger Dolch. In den frühen, 1949/1950 datierten Quellen selbst ist von drei politischen Morden die Rede; erst nach dem dritten gehe es los. Ein hochrangiger Mann werde ermordet, vermutlich auf dem Balkan, obwohl Irlmaier selbst betonte, den genauen Ort nicht sicher erkennen zu können.
Der Angriff. Dann gehe es Schlag auf Schlag: massierte Truppenverbände marschierten von Osten her in Belgrad ein und rückten nach Italien vor. Gleich darauf stießen drei gepanzerte Keile nördlich der Donau blitzartig über Westdeutschland in Richtung Rhein vor, ohne jede Vorwarnung. Das geschehe so unvermutet, dass die Bevölkerung in wilder Panik nach Westen fliehe; viele Autos verstopften dabei die Straßen, wo es besser gewesen wäre, zuhause zu bleiben oder auf Landwege auszuweichen. Auch Paris brenne in dieser Phase: Eine Stadt mit vielen Häusern und einem großen eisernen Turm, vermutlich Paris, stehe in Flammen, angezündet von den eigenen Bewohnern, so ein Bericht der Illustrierten „Herzdame" vom März 1950. Auch Italien werde von schweren Unruhen erschüttert, zahlreiche Geistliche würden getötet, während der Papst in Verkleidung fliehen könne.
Die drei Zahlen. Eines der großen Rätsel der Überlieferung sind drei Zahlen, die Irlmaier gesehen haben will: acht, acht, neun. Er selbst erklärte ausdrücklich, nicht zu wissen, was sie bedeuteten, Tage, Monate oder Jahreszahlen. Auch weitere Bilder aus der Überlieferung sind bemerkenswert konkret: eine „dreitägige Finsternis", ein sogenannter „Saurüssel", ein rüsselartiges Flugobjekt, das über weite Landstriche einen todbringenden gelben Strich lege, sowie Angaben zu vermeintlich sicheren Regionen in Bayern, Schweden, Finnland und der Schweiz.
Der Fehlschlag. Irlmaier erwartete den Dritten Weltkrieg zunächst für das Jahr 1950. Er erklärte später, er habe die Jahreszahl aus verschiedenen Zeichen selbst errechnet beziehungsweise interpretiert; die eigentlichen Bilder bestünden weiter.
Der Waldviertler – der Raketenangriff
Neben Irlmaier existiert ein weiterer Fall aus dem deutschsprachigen Raum: der sogenannte „Waldviertler", ein 1939 geborener österreichischer Bauer aus der Gegend um Krems im Waldviertel, Niederösterreich. Bekannt wurde er durch den bayerischen Schriftsteller Wolfgang Johannes Bekh.
In der bekanntesten Vision beschreibt der Waldviertler zunächst detailliert die Zerstörung New Yorks: Er sah, mit ungewöhnlicher Genauigkeit für das Auge nicht wahrnehmbare Einzelheiten, wie die Wolkenkratzer Manhattans gleichsam von unten her zerrieben werden und immer kleiner werden, bis sie in sich zusammenfallen und die Fläche, auf der sich die berühmte Skyline erhob, wieder ebene Erde ist; er sah sich selbst mit anderen Dorfbewohnern zusammenstehen und hörte, dies sei ein Racheakt von Terroristen. Direkt im Anschluss, so die Überlieferung, hörte er Meldungen von einem – vermutlich kleineren – Raketenangriff der Sowjetunion beziehungsweise Russlands auf den Westen, wahrscheinlich auf die Bundesrepublik Deutschland; ob mit konventionellen oder atomaren Sprengsätzen, habe er nicht erkennen können, ebenso wenig, ob es Todesopfer gegeben habe. Der Angriff wirke, so seine eigene Beschreibung, mehr wie eine nervöse Kurzschlusshandlung als eine von langer Hand geplante Aktion; eine unmittelbare militärische Reaktion des Westens sei nicht zu erkennen gewesen.
Im Sommer 2002 äußerte er sich zusätzlich dahingehend, es dauere noch zehn bis fünfzehn Jahre bis zum Dritten Weltkrieg; davor komme noch eine große, durch kosmische Ereignisse ausgelöste Energiekrise, verbunden mit Funkenregen, Hitze, Bränden und einer Störung des Erdmagnetfelds, möglicherweise verursacht durch den nahen Vorbeiflug eines großen Himmelskörpers. Atomkraftwerke müssten bei den kommenden Erdbeben unbedingt abgeschaltet werden, andere
Energiequellen seien zu erschließen.
Buchela – die Seherin vom Rhein
Madame Buchela, bürgerlich Margarethe Goussanthier, geborene Merstein, 1899 bis 1986, stammte aus einer Sinti-Familie aus dem Saarland und lebte später in einem Haus am Viktoriabergweg in Remagen am Rhein, das sie von zwei dankbaren Kundinnen geerbt hatte. Viele ihrer Angehörigen wurden von den Nationalsozialisten als „Zigeuner" verfolgt, deportiert und ermordet; sie selbst überlebte den Krieg. Berühmt wurde sie, als sie Bundeskanzler Konrad Adenauer 1953 einen damals von Umfragen keineswegs erwarteten Wahlsieg voraussagte und ihm riet, sich um die Heimkehr der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zu kümmern; der späteren persischen Kaiserin Soraya sagte sie, noch bevor deren Verlobung überhaupt bekannt war, „einen Mann mit Krone" voraus. Zu ihren Kunden zählten über Jahrzehnte zahlreiche Bonner Spitzenpolitiker, bezeugt unter anderem vom früheren WDR-Intendanten Friedrich Nowottny; einmal wurde sie sogar zu einem Staatsempfang mit dem amerikanischen Senator Edward Kennedy eingeladen.
In ihrer 1983 erschienenen, vermutlich von einem Ghostwriter verfassten Autobiografie „Ich aber sage euch" hinterließ Buchela zahlreiche Prognosen für unsere Zeit. Zur Wirtschaft: Es werde „böse mit dem Geld", eine Inflation stehe bevor, die zwar nicht so schlimm werde wie jene der 1920er- oder 1930er-Jahre, aber dennoch spürbar das Leben verteuere; sie sprach zudem von vier Millionen Arbeitslosen und einer größeren Wirtschaftskrise, in der sich der einfache deutsche Bürger von allen Seiten betrogen fühle, von Amerikanern, Franzosen, Engländern, der eigenen Justiz und den eigenen Politikern gleichermaßen. Zur gesellschaftlichen Lage in Europa warnte sie, die inneren Unruhen würden zunehmen: Man werde es mit wenigen, aber einflussreichen Leuten zu tun bekommen, die ohne Rücksicht auf das Allgemeinwohl ihren Willen durchsetzten, während die eigentlich Mächtigen aus Feigheit stillhielten. Diebe und Brandstifter würden das Leben der Menschen beherrschen, Raub werde vertraut, Mord werde die Menschen nicht mehr schrecken.
Anders als viele Seher aus dem deutschsprachigen Raum sah sie jedoch, jedenfalls in dieser öffentlich verbreiteten Formulierung, ausdrücklich keinen Dritten Weltkrieg und kein atomares Inferno: Niemals werde eine gewaltige Flamme den Himmel zum Fegefeuer machen, so ihre eigene Formulierung. Stattdessen würden viele kleine Kriege kommen, zwischen Völkern und auch unter den Bürgern eines Landes, die sich hauen und stechen, aufeinander schießen und sich auf jede mögliche Art umbringen würden – aber das Feuer werde niemals vom Himmel fallen.
Genau an dieser Stelle setzt allerdings eine interessante Quellenkritik an, die der Prophetieforscher Stephan Berndt in seinen Büchern „Countdown Weltkrieg 3.0" und „Neustart" formuliert. Berndt zitiert einerseits exakt diese öffentliche „kein Krieg"-Passage aus Buchelas Memoiren, weist jedoch zugleich auf weitere Textstellen im selben Buch hin, die seiner Lesart nach durchaus eine ernsthafte kriegerische Auseinandersetzung nahelegen, darunter gerade jene Passagen über Verrat, Diebstahl, Brandstiftung und Mord, die eher zu einer Kriegs- als zu einer Friedensschilderung passen. Berndt vermutet ausdrücklich, dass Buchela sich in eindeutigen Kriegsfragen bewusst zurückhielt, gerade weil sie über Jahrzehnte enge geschäftliche und persönliche Beziehungen zu hochrangigen Bonner Politikern unterhielt, für die eine öffentlich verbreitete Weltkriegs-Vorhersage ihrer bekanntesten Wahrsagerin politisch heikel gewesen wäre. Einzelne, im Umfeld der Prophetie-Szene kursierende Aussagen, die Buchela namentlich Freundinnen abseits ihrer offiziellen Memoiren mitgeteilt haben soll, darunter auch Bezüge zu konkreten Orten am Rhein, konnten für diesen Artikel bislang nicht anhand einer unabhängig prüfbaren Quelle verifiziert werden und werden deshalb hier nicht im Wortlaut wiedergegeben.
Gabriele Hoffmann – die Wahrsagerin aus Berlin
Gabriele Hoffmann, geboren am 4. Oktober 1954 in Berlin, ausgebildete Krankenschwester, ist seit 1973 als Wahrsagerin und Astrologin tätig und trat unter anderem in den Fernsehshows von Joachim Fuchsberger, Lou van Burg und Rudi Carrell auf).
Am stärksten hatte sie ihre Fähigkeit nach eigener Aussage in den Jahren 1972 bis 1978 gespürt. In dieser Zeit sah sie den Fall der Berliner Mauer voraus, den sie zeitlich auf die Jahre 1986 bis 1989 eingrenzte: über Nacht, ohne Krieg, alle Menschen auf der Straße, überrascht und überrumpelt. Direkt im Anschluss sah sie, dass Deutschland nach dem Mauerfall anderes Geld bekommen werde, dasselbe Geld, das dann fast ganz Europa habe, nur die Schweiz nicht – eine Anspielung, die sich im Rückblick auf den Euro beziehen lässt. Für die Zeit nach der Finanzkrise 2008 kündigte sie einen „großen Zusammenbruch in der ganzen Welt" an: Nach dem ersten Schock sehe es zwei Jahre lang so aus, als kriege man die Kurve und alles werde wieder gut, doch dann komme der eigentliche Crash, verbunden mit einer Geldabwertung, die von Land zu Land in unterschiedlicher Intensität ausfalle, selbst innerhalb derselben Währung. Der Prophezeiungsforscher Stephan Berndt zitiert sie zusätzlich mit vier zentralen Aussagen: dem Mauerfall, einem europäischen Einheitsgeld mit Ausnahme der Schweiz, einer extremen, über Nacht eintretenden Abwertung dieses Einheitsgeldes in jedem Land unterschiedlich stark, und schließlich, dass Russland am Ende zu einem Einwanderungsland werde, weil der Krieg vorbei sei.
Die Stuttgarter Lehrerin – die Panzer aus dem Tunnel
Eine 1953 geborene Lehrerin aus Stuttgart berichtete von einer Serie „präkognitiver" Träume in den Jahren 1982 bis 1987, ausgelöst nach eigener Aussage auch durch eine Zeitschriftenserie über Prophezeiungen; sie hatte sich zuvor bereits mit der Traumliteratur C. G. Jungs beschäftigt und ihre Träume seit Jahren schriftlich festgehalten.
Der am meisten diskutierte Traum: Panzer kommen aus einem Tunnel unterhalb des Kappelbergtunnels bei Stuttgart-Ost, mit Blick auf eine neue Neckarbrücke, und rollen in die Stadt hinein, während gleichzeitig flüchtende Menschen mit ihren Autos die Straßen blockieren – worauf die Panzer keinerlei Rücksicht nehmen. Bemerkenswert: Der Tunnel, aus dem die Panzer in ihrem Traum kamen, existierte zum Zeitpunkt des Traumes noch gar nicht. Lediglich die spätere Bundesstraße 29 war teilweise ausgebaut; erst danach wurde durch sie der Tunnel geführt, dessen volle Inbetriebnahme erst 1994 erfolgte. Die Lehrerin war deshalb, so ist es dokumentiert, lange Zeit beunruhigt, ob „es jetzt passieren könnte", sobald der Tunnel fertiggestellt war.
Der Bauer aus Selb – gelber Staub und ein Impakt aus dem Westen
Ein Landwirt aus der oberfränkischen Stadt Selb im Fichtelgebirge berichtete seit den 1970er-Jahren von wiederkehrenden Träumen. Eine frühe Vision aus dem Jahr 1974 zeigt den vollständigen Kahlschlag eines benachbarten, zuvor dicht bewaldeten, alten Waldstücks mit vielen dicken Bäumen.
Spätere Schauungen sind konkreter: Es komme ein Krieg, russische Truppen dringen in die Region ein. Auf einem Spaziergang mit seiner Frau, etwa zwanzig Kilometer westlich seines Hauses, bei der Stadt Marktleuthen, habe er gelben Staub vom Himmel fallen sehen; sie seien schnell davongerannt, denn wer diesen Staub einatme, sterbe. Nach eigener Deutung könnte es sich dabei um den Abschuss einer Drohne handeln, die einen „gelben Strich" habe legen sollen, wie ihn auch Irlmaier beschrieben hatte; nicht alle Drohnen würden ihre Aufgabe erfüllen, manche würden abgeschossen. In einer weiteren, besonders drastischen Vision beschreibt er eine blau-rote, mit Blitz und Donner einhergehende Wolkenwand, die um vier Uhr nachmittags Mitte Oktober von Westen hereinbricht, verbunden mit einer roten Feuerkugel aus dem Osten und einem Einschlag in Westböhmen: Ein Dorf werde dabei völlig verschüttet und verschwinde, in der Oberpfalz und in Ostoberfranken herrsche danach jahrelang ein wüstenähnliches Klima mit rund vierzig Grad, selbst in Bayern wüchsen dann Bananen, Wald und Häuser seien verschwunden, zunächst gebe es kein Wasser mehr, das Gebiet werde jedoch später wieder besiedelt.
David Wilkerson – 1973: Die Wirtschaft beginnt in Deutschland zu kippen
Der amerikanische Pfingstprediger David Wilkerson, bekannt durch sein Buch „The Cross and the Switchblade", berichtete im April 1973 öffentlich von einer Vision, die er im selben Jahr unter dem Titel „The Vision" veröffentlichte; eine Predigt, in der er dieselben Inhalte vortrug, ist als Transkript erhalten. In seinen Vorbemerkungen betonte Wilkerson, ein Teil der Vorhersagen habe sich bereits erfüllt, andere würden in naher Zukunft eintreffen, weitere erst in den folgenden Jahren; er erhob dabei den ausdrücklichen Anspruch, zutiefst überzeugt zu sein, dass diese Vision von Gott stamme, wahr sei und sich erfüllen werde.
Zur Wirtschaft: Er sehe höchstens noch ein paar fette, blühende Jahre, dann eine Rezession, ausgelöst durch wirtschaftliche Verwirrung, an der Weltökonomen ratlos scheitern würden. Sie solle nach seiner Schau in Deutschland beginnen, sich dann rasch auf Japan und schließlich auf die Vereinigten Staaten ausweiten; große, scheinbar solide Unternehmen würden reihenweise insolvent, auch Kirchen gerieten in finanzielle Not, Missionsprojekte scheiterten. Er rief seine Zuhörer eindringlich dazu auf, die verbleibenden guten Jahre zu nutzen, um sich auf kommende Finanzkrisen vorzubereiten. Zur Gesellschaft sagte er Erdbeben und Cholera-Ausbrüche voraus, dazu Korruptionsskandale nach dem Vorbild der Watergate-Affäre, gegen Gift resistente Ratten und aggressive, tödliche Bienen, außer Kontrolle geratene Inflation und einen sinkenden Dollar, steigende Scheidungsraten sowie eine explosionsartige Verbreitung von Pornografie und Suchtverhalten. Zur Kultur beschrieb er die zunehmende Normalisierung expliziter sexueller Inhalte im Fernsehen sowie eine „neue Sexdroge", verbunden mit einer radikalen Veränderung der gesamten Drogenszene. Kirchlich sah er zwei gegenläufige Entwicklungen gleichzeitig: Auf der einen Seite werde aus der Vereinigung liberaler, ökumenisch gesinnter Protestanten und der römisch-katholischen Kirche eine mächtige „Super-Weltkirche" entstehen, auf der anderen Seite erwartete er wütende Verfolgungen aller wahrhaft gläubigen Christen, selbst in der sogenannten freien Welt, einschließlich einer verstärkten Besteuerung von Kirchenvermögen und feindseliger Berichterstattung in den Medien. Zugleich sagte er voraus, das Evangelium werde sich, unter anderem getragen von japanischen und koreanischen Christen, in China ausbreiten.
Akita – Feuer vom Himmel und eine Kirche im inneren Konflikt
Am 12. Juni 1973 sah die japanische Ordensfrau Agnes Sasagawa im Kloster der „Dienerinnen der heiligsten Eucharistie" in Akita erstmals strahlende Lichtstrahlen, die aus dem Tabernakel der Klosterkapelle hervorgingen; dieselbe Vision wiederholte sich an den beiden folgenden Tagen. Am 28. Juni erschien auf der linken Handfläche der bis dahin gesunden Ordensfrau eine kreuzförmige, stark blutende Wunde. Am 6. Juli 1973 hörte sie erstmals eine Stimme aus einer hölzernen Marienstatue in der Kapelle, die erste von insgesamt drei Botschaften; am selben Tag entdeckten Mitschwestern, dass aus der rechten Hand der Statue selbst Blut floss, ein Vorgang, der sich insgesamt viermal wiederholte. Die Wunde an der Hand der Statue blieb bis zum 29. September sichtbar; von diesem Tag an begann die Statue stattdessen zu schwitzen, besonders an Stirn und Nacken, so stark, dass sie regelmäßig abgetrocknet werden musste. Am 3. August 1973 empfing Sasagawa die zweite, am 13. Oktober 1973, dem Jahrestag der letzten Fatima-Erscheinung, die dritte und letzte Botschaft.
Ab Januar 1975 begann die Statue zusätzlich zu weinen, ein Vorgang, der sich bis 1981 insgesamt 101 Mal wiederholte und von einem japanischen Fernsehsender gefilmt wurde; schätzungsweise 2.000 Menschen wurden Zeugen dieser Tränen. Die gesammelte Flüssigkeit sowie das Blut aus der Statue wurden von einem Biochemie-Professor der Universität Akita sowie einem nicht-christlichen forensischen Gutachter, Dr. Kaoru Sagisaka, untersucht; beides erwies sich als menschlichen Ursprungs, das Blut wurde der Blutgruppe B, Schweiß und Tränen der Blutgruppe AB zugeordnet. Am 30. Mai 1982 wurde Sasagawa, die zuvor jahrelang schwerhörig gewesen war, während einer eucharistischen Anbetung nach eigenem Bericht augenblicklich und vollständig geheilt.
Die überlieferte dritte Botschaft vom 13. Oktober 1973 schildert eine gewaltige Katastrophe: Feuer werde vom Himmel fallen und einen großen Teil der Menschheit auslöschen, die Guten wie die Bösen, Priester wie Gläubige, ohne Ausnahme; die Überlebenden würden sich so beraubt fühlen, dass sie die Toten um ihr Schicksal beneideten. Innerhalb der Kirche würden sich Kardinäle gegen Kardinäle und Bischöfe gegen Bischöfe stellen, Priester, die der Statue treu blieben, würden von ihren eigenen Amtsbrüdern verachtet und bekämpft, Altäre und Kirchen verwüstet; durch den Teufel verführt, würden zahlreiche Priester und Ordensleute ihren Dienst aufgeben, während die Kirche sich zunehmend mit denen fülle, die Kompromisse eingingen.
Nach acht Jahren intensiver Untersuchung erkannte der zuständige Bischof John Shojiro Ito von Niigata die Ereignisse am Ostersonntag, dem 22. April 1984, kirchlich als übernatürlich an und erlaubte die Verehrung der „Heiligen Mutter von Akita" in seiner Diözese, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Botschaft von Akita der Botschaft von Fatima entspreche. Im Juni 1988 bestätigte auch der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, dass die Botschaften von Akita als glaubwürdig einzustufen seien.
Edgar Cayce – der „schlafende Prophet", Atlantis und Russland
Der amerikanische Heiler und Hellseher Edgar Cayce, 1877 bis 1945, gab seine Voraussagen im tiefen Trancezustand ab; ein Stenograf schrieb jede seiner im Schlaf gesprochenen Aussagen mit. Diese sogenannten Readings behandelten ursprünglich vor allem gesundheitliche Diagnosen für einzelne Ratsuchende, weiteten sich später aber auf Themen wie Reinkarnation, das versunkene Atlantis, das alte Ägypten und globale „Erdveränderungen" aus. Seine 1931 gegründete Organisation A.R.E., die Association for Research and Enlightenment, verwahrt bis heute mehr als 14.000 dieser Niederschriften, darunter neunundzwanzig sogenannte World Affairs Readings aus den Jahren 1921 bis 1944.
Bereits kurz vor dem Börsencrash vom Oktober 1929, dem „Schwarzen Freitag", soll Cayce einen großen Einbruch der Finanzmärkte vorausgesagt haben. Später beschrieb er in seinen Readings ausführlich Atlantis als einen hochentwickelten, vor vielen Jahrtausenden untergegangenen Kontinent, dessen Gesellschaft er in die friedlichen „Söhne des Gesetzes des Einen" und die dekadenten „Söhne Belials" unterteilte; nach seiner Überzeugung würden Teile dieses versunkenen Kontinents eines Tages wieder auftauchen und damit eine spirituelle Erneuerung der Menschheit einläuten. 1934 und erneut 1939 sagte er zudem tiefgreifende geologische Umwälzungen für das Ende des 20. Jahrhunderts voraus: eine Verschiebung der Erdachse, das Auftauchen neuer Landmassen im Pazifik und im Atlantik, darunter Teile Atlantis', sowie neues Land in der Karibik für die Jahre 1968 oder 1969. Weite Teile der amerikanischen Ost- und Westküste, darunter Los Angeles, San Francisco und New York, würden durch diese Umwälzungen zerstört, während heutige Küstenlinien zum Meeresboden würden; sichere Zonen sah er unter anderem im Landesinneren der USA, etwa in Ohio und Indiana. Zusätzlich sagte er die Herrschaft der Nationalsozialisten und, nach Deutung mancher Anhänger, den Holocaust voraus, ebenso wie das spätere Ende des Kommunismus und einen erneuten Aufstieg Russlands. China wiederum werde eines Tages, so eine seiner Readings, zur „Wiege des lebendigen Christentums" werden, weil sich der Schwerpunkt der Weltzivilisation zunehmend nach Westen verlagere.
Zu Russland findet sich in den World Affairs Readings die vielzitierte Aussage, aus Russland werde eines Tages nicht politisches Chaos, sondern die „Hoffnung der Welt" kommen, weil sich dort, nach Jahren der Unterdrückung durch den Kommunismus, eine spirituelle Erneuerung entwickeln werde, aus der wiederum ein neues Prinzip echter Brüderlichkeit unter den Menschen entstehe. Die A.R.E. stellt auf ihrer eigenen Website ausdrücklich fest, dass Cayce zwar den Zweiten Weltkrieg voraussagte, seine Readings jedoch keinen Dritten Weltkrieg beschreiben.
Jeane Dixon – Kennedy und die Grenzen einer Vorhersage
Am 13. Mai 1956 erschien in der amerikanischen Zeitschrift „Parade" ein Porträt über die Astrologin Jeane Dixon unter dem Titel „Incredible Crystal Gazer". Darin sagte sie voraus, die Präsidentschaftswahl 1960 werde von der Arbeiterschaft dominiert und von einem Demokraten gewonnen, der jedoch im Amt sterbe oder ermordet werde, wenn auch nicht zwingend während seiner ersten Amtszeit. Am 22. November 1963 wurde John F. Kennedy erschossen.
Dixon beriet später auch Präsident Nixon, wie aus freigegebenen Tonbandmitschnitten des Weißen Hauses hervorgeht. 1960, kurz vor der eigentlichen Wahl, sagte sie zudem felsenfest den Sieg von Richard Nixon voraus, ebenso wie einen Dritten Weltkrieg für 1958 wegen der umstrittenen chinesischen Inseln Quemoy und Matsu, einen sowjetischen Vorsprung bei der bemannten Mondlandung sowie einen Kometeneinschlag auf der Erde Mitte der 1980er-Jahre.
Rasputins letzter Brief – ein Fluch aus St. Petersburg
Grigori Rasputin, der sibirische Wanderprediger mit enormem Einfluss auf Zarin Alexandra, wurde in der Nacht zum 30. Dezember 1916 von einer Gruppe von Adligen um Fürst Felix Jussupow ermordet. Nach seinem Tod fand sich, so überliefert es sein Sekretär Aron Simanowitsch in seinen Memoiren, ein Brief Rasputins an Zar Nikolaus II.: Werde er von einfachen russischen Bauern getötet, habe der Zar nichts zu befürchten und werde noch lange über Russland herrschen. Werde er hingegen von Adligen oder gar von Verwandten des Zaren ermordet, werde keiner aus der Zarenfamilie länger als zwei Jahre am Leben bleiben, russische Adlige würden das Land verlassen, und Bruder werde gegen Bruder kämpfen, bis sie einander töteten.
Rasputins Mörder waren tatsächlich enge Verwandte des Zaren: Fürst Felix Jussupow war mit der Zarenfamilie verschwägert, Großfürst Dmitri Pawlowitsch war ein Cousin des Zaren. Am 17. Juli 1918, neunzehn Monate nach Rasputins Tod, wurden Zar Nikolaus II. und seine gesamte Familie in Jekaterinburg erschossen.
Tui Bei Tu – Chinas eigenes Orakelbuch
Das „Tui Bei Tu", zu Deutsch etwa „Das Bild, bei dem man auf den Rücken stößt", gilt als das bekannteste Orakelbuch der chinesischen Geschichte. Der Legende nach wurde es im 7. Jahrhundert während der Tang-Dynastie von den Hofastronomen Li Chunfeng und Yuan Tiangang im Auftrag von Kaiser Taizong verfasst. Der Name geht auf eine Anekdote zurück: Li Chunfeng soll sich beim Deuten der Zeichen so tief in die ferne Zukunft vertieft haben, dass Yuan Tiangang ihm auf den Rücken klopfte, um ihn zu stoppen, mit den Worten, die Geheimnisse des Himmels dürften nicht weiter enthüllt werden.
Das Werk besteht aus sechzig bildhaften, in Rätseln formulierten Prophezeiungen mit begleitenden Versen, die nach Deutung heutiger Anhänger die gesamte chinesische Geschichte abdecken sollen: den Untergang der Tang-Dynastie, den Aufstieg der Song-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastie, den Boxeraufstand, den Sturz des Kaiserreichs 1911, den Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten sowie, nach manchen Deutungen, sogar die Kulturrevolution des 20. Jahrhunderts. Die bekannteste heute kursierende Fassung mit Kommentaren des Gelehrten Jin Shengtan wurde 1915, unter einem Pseudonym, in der frühen Republik China veröffentlicht. Das Buch wurde über Jahrhunderte hinweg von wechselnden Regierungen verboten, weil Aufständische seine Verse gern zur Rechtfertigung von Umstürzen nutzten, und ist deshalb in zahlreichen, voneinander abweichenden Fassungen überliefert.
Baba Vanga – Bulgariens Seherin und ihr Prognosen-Kalender bis ins 22. Jahrhundert
Die bulgarische Mystikerin Baba Vanga, eigentlich Vangelia Pandewa Gustorowa, 1911 bis 1996, verlor im Alter von zwölf Jahren durch einen Sandsturm ihr Augenlicht; in diesem Moment, so die Überlieferung, habe sich ihre Gabe erstmals gezeigt. Sie behauptete, ihre Informationen von einem „strahlenden Reiter" und von Verstorbenen zu erhalten, und wurde später sogar von hochrangigen Politikern wie dem sowjetischen Generalsekretär Leonid Breschnew konsultiert.
Ihr wird eine lange Liste an Vorhersagen zugeschrieben: die Anschläge vom 11. September 2001, formuliert als „die amerikanischen Zwillinge werden fallen, nachdem sie von stählernen Vögeln angegriffen wurden"; der Tsunami von 2004 in Südostasien; die Wahl Barack Obamas, des ersten afroamerikanischen US-Präsidenten; der Reaktorunfall von Tschernobyl 1986; der Zerfall der Sowjetunion; sowie der Untergang des russischen U-Boots Kursk im Jahr 2000. Für die fernere Zukunft reicht ihr angeblicher Prognosenkalender bis weit ins 22. Jahrhundert: 2028 solle der Welthunger mithilfe einer neuen Energiequelle beseitigt und die erste bemannte Marsmission starten, 2033 das abschmelzende Polareis den Meeresspiegel deutlich ansteigen lassen, 2043 in Europa eine muslimische Führung die Oberhand gewinnen, während die Weltwirtschaft boome, 2046 sollen Organe routinemäßig in Laboren gezüchtet werden, 2066 sollen die USA in einem militärischen Konflikt Klimawaffen einsetzen, um das „muslimische Rom" einzufrieren, 2076 eine klassenlose Weltgesellschaft entstehen, und zwischen 2088 und 2097 solle eine neue Krankheit namens „Accelerated-Aging-Syndrom" die Welt erschüttern, bevor sie erfolgreich ausgerottet wird.
Für 2026 kursieren zusätzlich Prognosen zu einem möglichen Konflikt zwischen den USA und dem Iran, zu politischen Umbrüchen in Russland sowie zum ersten Kontakt der Menschheit mit außerirdischem Leben. Internationale Medien wie WION und IBTimes UK ordneten diese 2026er-Prognosen im Sommer 2026 ausführlich ein und verglichen sie mit dem tatsächlichen Weltgeschehen; die von Vanga-Nachlassverwaltern betriebene Baba-Vanga-Stiftung in Bulgarien weist regelmäßig darauf hin, dass Vangas Name häufig für Aussagen verwendet wird, die sich nicht auf ein zu ihren Lebzeiten dokumentiertes Original zurückführen lassen.
Padre Pio – Stigmata, Kriegsprophezeiungen und die drei Tage Dunkelheit
Padre Pio, bürgerlich Francesco Forgione, 1887 bis 1968, trat mit fünfzehn Jahren in den Kapuzinerorden ein und verbrachte den Großteil seines Ordenslebens im Kloster von San Giovanni Rotondo in Süditalien. Bekannt wurde er durch die Wundmale Christi, die sogenannten Stigmata, die an seinem Körper sichtbar gewesen sein sollen; 1999 wurde er selig-, 2002 heiliggesprochen.
Über die reine Dunkelheits-Prophezeiung hinaus, deren Herkunft umstritten ist, werden Padre Pio auch andere, direkter mit seiner eigenen Person verknüpfte prophetische Aussagen zugeschrieben, vor allem zu Russland und zum Kommunismus.
Bereits in den 1940er-Jahren, als der Kommunismus in Europa auf seinem Höhepunkt stand, soll er vorausgesagt haben, dass sich Russland eines Tages von diesem System befreien und zum wahren Glauben zurückfinden werde, zusammengefasst in der kurzen, häufig zitierten Formel: Russland werde sich bekehren. Zeitgenössischen Aufzeichnungen zufolge äußerte er sich auch zur unmittelbaren politischen Lage Italiens: Auch Italien werde einen „Kommunistenschreck" erleben, selbst die rote Fahne werde vorübergehend über dem Vatikan wehen, doch das werde vorübergehen. Zur gesellschaftlichen Lage insgesamt soll er geurteilt haben, es herrsche eine „Verwirrung der Ideen und die Vorherrschaft der Diebe", und dass mit den gegenwärtigen Regierungen alles zugrunde gerichtet werde; die eigenen Kinder würden dereinst nicht genug Tränen haben, um die Sünden ihrer Väter zu beweinen.
Zur später kursierenden, sehr viel ausführlicheren Prophezeiung über die drei Tage Dunkelheit, in der ein zorniger, aber gerechter Gott die Menschheit für ihre Sünden bestrafe, bevor eine neue, geläuterte Zeit anbreche, gibt es eine eigene, gut dokumentierte Entstehungsgeschichte: Der Text wurde Ende der 1940er-Jahre dem sogenannten „Rat von Heroldsbach" zugeordnet, einer religiösen Splittergruppe in Deutschland. Bereits 1950 äußerte sich Padre Pios Ordensoberer öffentlich zur Urheberschaft, und auch der Kapuzinerorden sowie das Erzbistum Bamberg haben sich seither wiederholt dazu positioniert.
Die Malachias-Prophezeiung – die letzten Päpste
Die sogenannte Prophezeiung des heiligen Malachias besteht aus 112 kurzen, oft rätselhaften lateinischen Mottos, jeweils einem Papst oder Gegenpapst zugeordnet, beginnend mit Cölestin II. im Jahr 1143. Die Liste tauchte erstmals 1595 im Werk „Lignum Vitae" des Benediktiners Arnold Wion auf, zusammen mit den zugehörigen Papstnamen und Erklärungen, die im Druck bereits enthalten waren. Auffällig ist, dass die Mottos bis etwa zum Erscheinungsjahr 1595 auffällig treffend zu den jeweiligen Päpsten passen, während sie danach deutlich vager werden, ein starkes Indiz für die Historiker, die die Liste als Fälschung aus dem späten 16. Jahrhundert einordnen; bereits im Universallexikon des 18. Jahrhunderts wurde sie als solche bezeichnet.
Zu den bekanntesten Einzelmottos zählen „De gloria olivae", von der Herrlichkeit des Ölbaums, häufig mit Israel und dem Judentum in Verbindung gebracht, „Pastor angelicus", der engelgleiche Hirte, sowie „Lilium et rosa", Lilie und Rose. Das letzte und berühmteste Motto lautet jedoch nicht wie die übrigen 111 kurz und rätselhaft, sondern ist ein ganzer lateinischer Satz: In der letzten Verfolgung der heiligen römischen Kirche werde „Petrus Romanus", Peter der Römer, den Vorsitz führen, der die Herde inmitten vieler Bedrängnisse hüten werde; nach deren Ende werde die Stadt der sieben Hügel zerstört, und der schreckliche Richter werde über sein Volk urteilen. Nach dieser Lesart werde der auf diesen letzten Papst folgende Pontifex von einer „Musliminvasion" zum Verlassen Roms gezwungen und sterbe im Exil einen qualvollen Tod. Kritische Quellenforscher weisen allerdings darauf hin, dass dieser letzte, ausführlichere Satz im Originaldruck von 1595 nicht den eigentlichen 112 Malachias-Mottos zugerechnet wird, sondern als separater Zusatz eines Kommentators namens Alphons Chacón erscheint, weshalb umstritten ist, ob „Petrus Romanus" überhaupt ursprünglicher Bestandteil der Prophezeiung war. Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. 2013 und der Wahl von Papst Franziskus wurde in vielen Deutungen genau er als dieser „Petrus Romanus" gehandelt; andere Interpretationen halten dagegen, es seien noch mehrere weitere Pontifikate zu erwarten, deren Mottos, „De labore solis", von der Mühe der Sonne, und erneut „Gloriae olivae", auf ein kosmisches Ereignis wie einen der Erde nahekommenden Meteoriten hindeuten könnten, der die Sonne verdunkle.
Athos Salomé – der „lebende Nostradamus"
Der Brasilianer Athos Salomé, geboren 1987, wird von zahlreichen internationalen Medien als „Living Nostradamus" bezeichnet und veröffentlicht regelmäßig sehr konkrete, einzeln datierte Jahresprognosen zu Geopolitik, Gesellschaft, Technologie und Naturereignissen. Zu seinen angeblich bereits eingetroffenen Vorhersagen zählt er selbst unter anderem den Tod von Königin Elisabeth II., den Ausbruch der Corona-Pandemie sowie, nach eigener Aussage, den korrekt vorausgesagten Ausgang der Fußball-Weltmeisterschaft.
Für das Jahr 2024 sagte er einen Konflikt voraus, der ausdrücklich nicht in Europa, sondern im Südchinesischen Meer oder durch einen weitreichenden Cyberangriff ausgelöst werde, mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Rezessionen in mehreren großen Volkswirtschaften als Folge.
Für 2026 legte er eine ganze Reihe einzelner, oft sehr spezifisch datierter Prognosen vor. Im Nahen Osten erwartet er, dass Irans fortschreitende Uran-Anreicherung zusammen mit einer möglichen israelischen militärischen Reaktionsbereitschaft eine neue Welle schwerer regionaler Unruhen auslöst, insbesondere um die Jahresmitte 2026; nach eigener Aussage überholten die tatsächlichen Ereignisse im Frühjahr 2026 sogar seinen ursprünglichen Zeitrahmen. Für die Arktis warnt er vor einer deutlichen Zunahme direkter Konfrontationen zwischen Russland und der NATO, ausgelöst durch das schmelzende Eis, neu zugängliche Schifffahrtsrouten und bislang unerschlossene Energiereserven; Russland verlege nach seinen Angaben zunehmend hochentwickelte Raketensysteme an arktische Stützpunkte. Als weiteren, eher unerwarteten Krisenherd nennt er die Sahelzone, wo der Rückzug westlicher Truppen und der Aufstieg extremistischer Gruppen im Norden Nigers seiner Einschätzung nach zu einer indirekten Konfrontation zwischen Nationen führen könne, die dort um Einfluss ringen; zusammen mit den bereits laufenden Konflikten in der Ukraine, im Sudan und im Kongo könnten diese beiden neuen Kriegsschauplätze seiner Warnung nach in einen umfassenderen, potenziell globalen Konflikt münden.
Daneben sagte er für den Zeitraum zwischen dem 12. und 15. März 2026 einen massiven Sonnensturm mit koronalen Massenauswürfen voraus, der weitreichende Stromausfälle verursachen könne, besonders in anfälligeren Stromnetzen.
Zur Gesundheitslage warnte er vor der Vogelgrippe-Variante H5N5 bei Geflügel- und Rinderbeständen in den USA sowie davor, dass die Europäische Union überstürzt einen veränderten mRNA-Impfstoff zulassen könnte, was eine verstärkte globale Überwachung nötig mache, um eine erneute weltweite Krise zu vermeiden. Zu einem ungewöhnlichen Detail äußerte er sich zudem im Zusammenhang mit einem Objekt im All: Die europäische Raumfahrtagentur ESA habe nach seinen Angaben ursprüngliche Daten zu einer Anomalie gelöscht, die während des Vorbeiflugs an der Jupiter-Umlaufbahn festgestellt worden sei. Für die britische Königsfamilie kündigte er ein „großes Ereignis" noch vor Jahresende an, ohne dies näher zu spezifizieren. Für die Generation Z sagte er voraus, die meisten jungen Menschen würden in befristete Anstellungen und lange Zyklen
der Gig-Economy gedrängt, während eine kleine Minderheit mit technischen Fähigkeiten und einem internationalen Werdegang rasch beruflich aufsteigen und ihre Heimatländer verlassen werde.
Im Sommer 2026 erklärte Salomé gegenüber Medien, zwei seiner zehn Jahresprognosen seien bereits eingetroffen; das
US-Magazin VICE ordnete diese Aussage im Juli 2026 in einem eigenen Artikel ein.
Craig Hamilton-Parker – der „Prophet of Doom"
Der britische Medium Craig Hamilton-Parker, geboren 1954, arbeitet gemeinsam mit seiner Frau Jane seit über dreißig Jahren öffentlich als spiritueller Medium und Zukunftsdeuter und wird von der Boulevardpresse als „Prophet of Doom" oder „neuer Nostradamus" bezeichnet. Ihm werden zutreffende Vorhersagen zum Brexit-Votum, das er nach eigenen Angaben schon Jahre vor dem eigentlichen EU-Austritt ankündigte, sowie zu Donald Trumps Wahlsieg 2016 zugeschrieben; während der Vorwahlen der Republikaner 2016 hatte er allerdings ursprünglich einen Sieg von Jeb Bush prognostiziert. 2019 sagte er voraus, Theresa May werde ihr Brexit-Abkommen am 29. März verabschieden und unmittelbar danach zurücktreten, gefolgt von Boris Johnson als Nachfolger. Vor der US-Wahl 2020 sagte er fälschlich einen erneuten Sieg Trumps voraus, ebenso wie 2017 eine weltweite Grippepandemie, die er später als Vorwegnahme der Covid-19-Pandemie deutete. Im Oktober 2024 sagte er eine „Scheidung 2025" von Meghan und Harry voraus.
Für 2026 legte er ein ganzes Bündel an Einzelprognosen vor. Zum Nahen Osten erklärte er, es werde sehr gezielte Angriffe geben, nicht nur gegen die politische und militärische Führung, sondern auch gegen verbliebene Nuklearanlagen, da diese nicht unangetastet bleiben könnten; die Eskalation werde schnell verlaufen und ebenso schnell wieder abbrechen. Im März 2026 erklärte er, seine Vorhersage zum Tod des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Ali Chamenei sei eingetroffen, nachdem dieser bei einer ersten Angriffswelle auf Teheran ums Leben gekommen war, zusammen mit zahlreichen hochrangigen Militärs und Politikern. Für das Vereinigte Königreich nannte er als seine wichtigste Prognose für 2026 einen Finanzcrash, der einen politischen Zusammenbruch nach sich ziehe, begleitet von wachsenden gesellschaftlichen Spannungen und, nach seinen Worten, antimuslimischen Ausschreitungen in Europa und Nordamerika. Zur britischen Königsfamilie sagte er den Tod eines hochrangigen Mitglieds voraus; in ausführlicheren Videobotschaften präzisierte er dies auf König Charles III., der möglicherweise bereits im Februar 2026 sterben könne, woraufhin Prinz William als König William V. den Thron besteige, Prinz Andrew, Harry und Meghan die Titel entziehe und dabei sogar parlamentarische Verfahrensänderungen anstoße; zudem warnte er vor einem, vermutlich erfolglosen, Attentatsversuch auf William. In seinem 2015 erschienenen Buch „Messages from the Universe" hatte er zusätzlich eine katastrophale Gaswolke über Japan für August 2026 angekündigt sowie ein größeres Cyberereignis, das Kryptowährungsmärkte erheblich stören könne. In einem im Spätsommer 2025 veröffentlichten Video sprach er zudem von einer über mehrere Jahre andauernden Eskalationsphase, die von Ende 2025 über 2026, 2027 und 2028 bis 2029 reiche und in dieser Zeit zunehmend Kriege und Katastrophen mit sich bringe.
Als besonders gefährliche geopolitische Krisenräume nennt er wiederkehrend Taiwan, Indien und Pakistan, die Ukraine sowie den Nahen Osten und warnte im August 2026 vor einem bis Jahresende ausbrechenden Krieg zwischen mehreren Nationen.
Die große Abfolge – Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen den Sehern
Legt man alle hier versammelten Stimmen übereinander, zeigt sich: Es handelt sich nicht um zufällig ähnliche Einzelbilder, sondern um wiederkehrende Themenblöcke, die sich über Jahrhunderte, Länder und Konfessionen hinweg ziehen. Im Folgenden sind sie nach Themen geordnet, damit die Verbindungen sichtbar werden.
Wohlstand, Werteverfall und gesellschaftlicher Wandel als Ausgangslage
Fast alle Überlieferungen beginnen nicht mit der Katastrophe selbst, sondern mit einer Phase des Wohlstands, die in Sittenverfall und Glaubensverlust umschlägt. Irlmaier beschreibt einen Wohlstand wie noch nie zuvor, gefolgt von einem Glaubensabfall wie nie zuvor und einer nie dagewesenen Sittenverderbnis. Mühlhiasl beschreibt eine Phase, in der überall über den Glauben gepredigt werde, ohne dass sich die Menschen besserten, bis die Religion so klein werde, dass man sie in einen Hut packen könne. La Salette richtet den Vorwurf des Sittenverfalls direkt gegen den Klerus selbst. David Wilkerson benennt 1973 wachsenden gesellschaftlichen Druck auf Kirchen als Vorstufe der von ihm erwarteten Krise.
Migration und Bevölkerungsbewegung
Eine große Zahl Fremder, die ins Land komme, gehört zur zentralen Irlmaier-Sequenz und wird dort direkt vor die Inflation und die Revolution gestellt. Ähnliche Motive gesellschaftlicher Umwälzung durch Bevölkerungsbewegungen finden sich in abgeschwächter Form auch in den späteren Baba-Vanga-Zuschreibungen zu Europa.
Inflation, Geldentwertung und Finanzcrash
Dieses Themenfeld ist eines der am dichtesten belegten. Irlmaier beschreibt eine hohe Inflation, bei der das Geld mehr und mehr an Wert verliere, sowie, in einer späteren Überlieferung, ein „Einheitsgeld", bei dem Banken plötzlich keine Auszahlungen mehr leisten könnten. Buchela sagte in ihrer Autobiografie von 1983 konkret vier Millionen Arbeitslose und eine größere Wirtschaftskrise voraus. Gabriele Hoffmann beschrieb bereits in den 1970er-Jahren ein europäisches Einheitsgeld mit Ausnahme der Schweiz, das später über Nacht und in jedem Land unterschiedlich stark abgewertet werde, dazu einen „großen Zusammenbruch in der ganzen Welt", der erst nach zwei täuschend ruhigen Jahren als „eigentlicher Crash" eintrete. David Wilkerson sagte 1973 eine weltweite Rezession voraus, die in Deutschland beginne, sich über Japan ausbreite und schließlich die USA erreiche, mit Firmenpleiten und einer international um sich greifenden finanziellen Unsicherheit. Ein 1976 dokumentiertes Irlmaier-Zeitzeugnis ergänzt dies um die vielzitierte Formel von Steuern, die vor dem dritten Krieg niemand mehr bezahlen könne.
Politischer Mord und der Balkan als Zündfunke
Dieses Motiv ist bei Irlmaier am schärfsten konturiert: Ein „Großer" fällt, ein blutiger Dolch liegt daneben, der Ort wird auf dem Balkan vermutet. In den frühesten Quellen von 1949/1950 ist von insgesamt drei politischen Morden die Rede, wobei erst der dritte den Krieg auslöse. Historisch war der Balkan bereits einmal Ausgangspunkt eines Weltkriegs, nach dem Attentat von Sarajevo 1914 – ein Umstand, der in der Irlmaier-Rezeption gelegentlich als Wiederholungsmuster gedeutet wird.
Nahost-Spannungen und eine trügerische Friedensphase
Auch dieses Motiv gehört fest zur Irlmaier-Überlieferung: Alle riefen „Friede, Schalom", gerade dann werde es passieren, ein neuer Nahostkrieg flamme plötzlich auf, große Flottenverbände stünden sich im Mittelmeer gegenüber. Athos Salomé datierte seine eigene, unabhängig davon formulierte Nahost-Prognose für 2026 auf denselben Zeitraum, in dem sich die Spannungen um das iranische Atomprogramm tatsächlich zuspitzten.
Der plötzliche Angriff aus dem Osten
Dies ist das am häufigsten wiederkehrende Kernmotiv überhaupt. Bei Irlmaier marschieren massierte Truppenverbände von Osten her in Belgrad ein und rücken nach Italien vor, während gleichzeitig drei gepanzerte Keile nördlich der Donau blitzartig über Westdeutschland Richtung Rhein vorstoßen, ohne jede Vorwarnung. Der Waldviertler beschreibt, direkt im Anschluss an seine New-York-Vision, einen kleineren, überraschenden Raketenangriff Russlands auf Westdeutschland, der eher wie eine nervöse Kurzschlusshandlung als wie eine geplante Aktion wirke. Der Bauer aus Selb sieht russische Truppen, die in seine Heimatregion einfallen. Anton Johanssons 1914 gedruckte Vision beschreibt exakt dasselbe Grundmuster, einen plötzlichen, europaweiten Zweifrontenkrieg, Monate bevor der Erste Weltkrieg tatsächlich ausbrach. Sogar Rasputins Brief an den Zaren folgt diesem Muster einer plötzlichen, durch ein einzelnes Ereignis ausgelösten Kettenreaktion, in seinem Fall der eigenen Ermordung durch Verwandte des Zaren.
Russlands Rolle
Russland taucht in den unterschiedlichsten Rollen auf, nie einheitlich. Bei Irlmaier, dem Waldviertler und dem Bauern aus Selb ist Russland der militärische Angreifer. Bei Fatima ist Russland die Quelle „ihrer Irrtümer", die sich über die Welt verbreiten und Kriege sowie Kirchenverfolgung auslösen sollen. Edgar Cayce dagegen sagte in seinen World-Affairs-Readings das genaue Gegenteil voraus: Aus Russland werde eines Tages die „Hoffnung der Welt" kommen, eine spirituelle Erneuerung nach den Jahren der Unterdrückung. Gabriele Hoffmann wiederum beschrieb ein versöhnliches Ende, Russland werde zum Einwanderungsland, weil der Krieg vorbei sei.
Kirchenkrise und Priesterverfolgung
Dieses Motiv verbindet katholische Erscheinungsorte über mehr als hundert Jahre hinweg. La Salette beschreibt 1879 Priester, die durch ihr Leben zu „Kloaken der Unreinheit" geworden seien, dazu Kirchen, die geschlossen oder geschändet würden, und Geistliche, die vertrieben oder getötet würden. Fatima kündigt im dritten Geheimnis einen „Bischof in Weiß" an, der zusammen mit weiteren Bischöfen, Priestern und Gläubigen von Soldaten getötet wird. Akita beschreibt 1973 ausdrücklich, dass sich Kardinäle gegen Kardinäle und Bischöfe gegen Bischöfe stellen würden, während treue Priester von den eigenen Amtsbrüdern verachtet würden. Auch Irlmaier beschreibt für Italien zahlreiche getötete Geistliche und einen fliehenden, verkleideten Papst.
Paris und Frankreich in Flammen
Auch dieses Bild reicht über hundert Jahre zurück. La Salette kündigt 1879 an, dass Paris verbrennen werde, nach einem Bürgerkrieg, in dem Franzosen gegen Franzosen kämpften. Marie-Julie Jahenny beschreibt ebenfalls eine schwere innere Krise Frankreichs mit der Zerstörung von Paris. Irlmaier schließlich beschreibt 1950, dokumentiert durch die Illustrierte „Herzdame", eine Stadt mit vielen Häusern und einem großen eisernen Turm, vermutlich Paris, die durch die eigenen Bewohner in Brand gesetzt wird.
Italien und Rom in der Krise
Auch hier verbinden sich mehrere, zeitlich weit auseinanderliegende Quellen. La Salette sagt voraus, dass Italien vom Krieg getroffen werde und Rom seinen Glauben verliere. Irlmaier beschreibt schwere Unruhen in Italien mit zahlreichen getöteten Geistlichen. Die Malachias-Überlieferung lässt die Papstliste mit dramatischen Ereignissen für Rom und die gesamte Kirche enden.
Drei Tage Dunkelheit
Dieses Motiv lässt sich am klarsten zeitlich zurückverfolgen. Es erscheint erstmals in den 1860er/1870er-Jahren bei Anna Maria Taigi, mit geweihten Kerzen als einziger Lichtquelle und tödlicher Gefahr für jeden, der ins Freie gehe. Marie-Julie Jahenny beschreibt praktisch dieselben Einzelheiten, verhängte Fenster, gesegnete Wachskerzen, ein Haus, das während der Dunkelheit unter keinen Umständen verlassen werden dürfe. Erst deutlich später erscheint dasselbe Motiv auch in der Irlmaier-Überlieferung. Die separat kursierende, Padre Pio zugeschriebene Fassung dieses Motivs lässt sich dagegen auf eine religiöse Splittergruppe in Deutschland zurückführen.
Kosmische Ereignisse und außergewöhnliche Katastrophen
Der Bauer aus Selb beschreibt einen Asteroideneinschlag bei Westböhmen mit einer jahrelangen Wüstenklimaphase in Bayern und Ostoberfranken, dazu gelben, tödlichen Staub, den er als abgeschossene Drohne deutet, die einen „gelben Strich" habe legen sollen, ein Bild, das er ausdrücklich mit Irlmaiers eigenem „Saurüssel"-Motiv in Verbindung bringt. Akita beschreibt Feuer, das vom Himmel falle und einen großen Teil der Menschheit auslösche. Der Waldviertler beschreibt eine kosmisch ausgelöste Energiekrise mit Funkenregen, Hitze und einer Störung des Erdmagnetfelds durch den nahen Vorbeiflug eines Himmelskörpers. Jeane Dixon sagte, unabhängig vom Kriegsthema, einen Kometeneinschlag für die Mitte der 1980er-Jahre voraus.
Danach: Neuordnung
Fast alle Überlieferungen enden nicht mit der Zerstörung selbst, sondern mit einer neuen, meist als besser beschriebenen Ordnung danach. Bei Irlmaier folgt auf die Katastrophe eine politische und religiöse Neuordnung. Buchela betonte ausdrücklich, dass trotz vieler kleiner Kriege niemals ein atomares Inferno über die Menschheit hereinbrechen werde. Gabriele Hoffmann beschrieb ein Ende, in dem der Krieg vorbei sei und sich sogar die Rollen umkehrten, Russland werde zum Einwanderungsland. Auch Edgar Cayce endet mit einem versöhnlichen Bild: aus Russland komme am Ende nicht Bedrohung, sondern Hoffnung.
Was von alledem heute bedenklich vertraut klingt
Wer die belegten Irlmaier-Aussagen von 1949 und 1950 mit der Gegenwart vergleicht, dem fallen einige Parallelen auf. Da ist zunächst der Nahe Osten: Irlmaier sprach von Spannungen und scheinbaren Friedensbemühungen kurz vor einem entscheidenden Ereignis. Seit den israelisch-iranischen Auseinandersetzungen und der anhaltenden Krise um das iranische Atomprogramm im Jahr 2026 ist genau diese Weltregion wieder in einer Weise angespannt, wie sie es seit Jahrzehnten nicht war – und auch Athos Salomé datierte seine eigene Nahost-Prognose exakt auf diesen Zeitraum.
Da ist zweitens der Balkan, den Irlmaier als möglichen Schauplatz eines politischen Mordes nannte. Historisch war der Balkan bereits einmal der Auslöser eines Weltkriegs, 1914 nach dem Attentat von Sarajevo. Der Balkan ist politisch angespannter als noch vor einigen Jahren.
Da ist drittens das Bündel aus Inflation, hoher Steuerlast und Geldentwertung, das sich sowohl in der Irlmaier-Überlieferung als auch bei David Wilkerson, Buchela und Gabriele Hoffmann wiederfindet. Wilkersons 1973 dokumentierte Vorhersage, eine Wirtschaftskrise werde ausgerechnet in Deutschland beginnen, wird von seinen Anhängern mit der globalen Finanzkrise 2007/2008 in Verbindung gebracht, als tatsächlich auch deutsche Banken früh unter Druck gerieten. Gabriele Hoffmann wiederum sprach schon vor 2008 von zwei täuschend ruhigen Jahren nach dem ersten Schock, gefolgt vom „eigentlichen Crash".
Da ist viertens das Motiv der Kirchenspaltung, „Kardinäle gegen Kardinäle, Bischöfe gegen Bischöfe", wie es in Akita ebenso wie, in anderer Form, bei La Salette und Fatima erscheint. Die katholische Kirche erlebt seit Jahren offene innerkirchliche Konflikte zwischen unterschiedlichen Strömungen.
Und da ist schließlich das größte, am wenigsten greifbare Motiv: eine plötzliche, sehr schnelle militärische Eskalation nach einer langen, trügerisch ruhigen Phase. Das ist die Konstante, die sich bei Irlmaier, beim Waldviertler, beim Bauern aus Selb, bei Anton Johansson 1914 und in Grundzügen sogar bei Rasputins Warnung an den Zaren findet: Nicht der jahrelange Aufbau einer Krise gilt als das eigentliche Alarmsignal, sondern der Moment, in dem ein einzelnes Ereignis eine bereits angespannte Lage kippen lässt.
Was ist mit unserer Gegenwart?
Einige Begriffe wirken 2026 anschlussfähig: Migration, Inflation, hohe Staatsausgaben, Steuer- und Abgabenbelastung, Kriege und geopolitische Blockbildung, Russland und Europa, Nahost, gesellschaftliche Polarisierung, Krise der Kirchen, Friedensverhandlungen.
Gleichzeitig gilt: Inflation gab es in den 1920er-Jahren. Massenmigrationen gab es nach Kriegen über Jahrhunderte. Paris brannte und revoltierte mehrfach, 1789, 1830, 1848, 1871. Europa erlebte Religionskriege, Revolutionen, Bankenkrisen, Staatsbankrotte und zwei Weltkriege. Russland war bereits zu Irlmaiers Zeiten militärischer Gegenspieler des Westens.
Spannend wird es bei ungewöhnlichen Kombinationen, etwa: Nahostkrise, gefolgt von Friedensbemühungen, gefolgt von einem politischen Mord, gefolgt vom Balkan, gefolgt von einem überraschenden Angriff aus dem Osten. Oder: wirtschaftliche Verwerfungen, soziale Unruhen, ein brennendes Paris, eine Krise in Italien, ein fliehender Papst. Genau deshalb lohnt es sich, die Originalquellen jetzt festzuhalten, nicht erst nach dem nächsten großen Ereignis.
Vielleicht ist die größte Prophezeiung deshalb gar keine Prophezeiung
Seit Jahrhunderten erzählen Menschen auf allen Kontinenten ähnliche Geschichten vom Ende einer Ordnung. Zuerst kommt Wohlstand. Dann Überheblichkeit. Der gesellschaftliche Zusammenhalt zerfällt. Das Geld verliert Vertrauen. Politische Systeme geraten unter Druck. Innere Konflikte nehmen zu. Dann genügt ein Ereignis, ein Mord, ein Krieg oder eine wirtschaftliche Panik, und das scheinbar stabile System kippt. Danach entsteht eine neue Ordnung.
Vielleicht beschrieben manche Seher tatsächlich etwas, das sie nicht erklären konnten. Vielleicht erkannten andere historische Muster, die sich mit erschreckender Regelmäßigkeit wiederholen. Und vielleicht vermischt sich in den Prophezeiungen beides miteinander, in Bayern ebenso wie in der Provence, in Schweden ebenso wie in China.
Sollte die Zukunft eines Tages tatsächlich jene Ereigniskette hervorbringen, die Alois Irlmaier zugeschrieben wird, wären insbesondere einige Punkte interessant zu beobachten: Paris, Italien und Rom, der Nahe Osten, ein hochrangiger politischer Mord, der Balkan, und die Frage, ob unmittelbar danach tatsächlich etwas aus dem Osten beginnt.
Die Originalquellen der Prophezeiungen sind historische Dokumente. Und manchmal ist bereits die Geschichte darüber, was Menschen vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten über unsere Zukunft zu sehen glaubten, erstaunlich genug.
Quellenverzeichnis
Nostradamus: Snopes (snopes.com/fact-check/nostradamus-911-prediction), hoaxes.org, spirittraveling.com, Questico
Mühlhiasl: Bistum Augsburg, Materialdienst (bistum-augsburg.de), Wikipedia, RegioWiki Niederbayern (niederbayern-wiki.de), Leseprobe Battenberg Gietl Verlag, Questico, viversum.de, schauungen.de
Anna Maria Taigi: Catholic Answers (catholic.com/magazine), kmitalibrary.substack.com
La Salette: Wikipedia (Secret of La Salette), miraclehunter.com (Originaltext), Ludwig-Neidhart.de (Quellenstudie)
Marie-Julie Jahenny: allgemeine Quellenlage zu französischen Endzeit-Mystikerinnen des 19. Jahrhunderts
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