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Vom Wirtschaftskanzler zum Kanzler der Vertrauenskrise


Vom Wirtschaftskanzler zum Kanzler der Vertrauenskrise
Friedrich Merz und das große Versprechen, das sich in erstaunlich kurzer Zeit selbst zerlegt hat
Friedrich Merz trat nicht an, um Deutschland ein wenig anders zu verwalten. Er trat mit einem wesentlich größeren Anspruch an: wirtschaftspolitischer Kurswechsel, Begrenzung der Migration, Rückkehr zu soliden Staatsfinanzen,
weniger Bürokratie, weniger staatliche Bevormundung, niedrigere Energiepreise und eine CDU, die nach den Merkel-Jahren wieder erkennbar konservativ und wirtschaftsliberal sein sollte.
Genau dieser Anspruch macht seine bisherige Kanzlerschaft so angreifbar. Kaum ein deutscher Regierungschef der vergangenen Jahrzehnte hat die Erwartungen an die eigene Person vor Amtsantritt derart hochgeschraubt
– und kaum einer ist anschließend in den Meinungsumfragen so schnell und so tief abgestürzt. Man kann dafür die
SPD verantwortlich machen, Donald Trump, den Krieg in der Ukraine, Iran, China, die schwache Konjunktur, komplizierte Mehrheitsverhältnisse oder die Hinterlassenschaften von Ampel und Merkel-Ära. All das spielt eine Rolle.
Es beantwortet aber nicht die entscheidende Frage: Warum versprach Friedrich Merz einen grundlegenden Politikwechsel, wenn er anschließend einen großen Teil davon entweder nicht durchsetzen konnte, nicht durchsetzen wollte oder bereits vor Amtsantritt relativierte? Genau dort beginnt die Vertrauenskrise.
Der lange Weg zur Macht
Die politische Geschichte Merz' beginnt nicht 2025, sondern mit einem Machtkampf, der mehr als zwei Jahrzehnte zuvor entschieden wurde. Im Jahr 2000 wurde Merz Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; nach der
Bundestagswahl 2002 beanspruchte Angela Merkel den Posten für sich, Merz musste auf den Stellvertreterposten zurücktreten. Das Verhältnis blieb über Jahrzehnte angespannt – die Konrad-Adenauer-Stiftung beschreibt diesen Einschnitt ausdrücklich als Wendepunkt seiner Laufbahn. Merz zog sich weitgehend aus der Spitzenpolitik zurück und wechselte in die Wirtschaft.
Als Merkel 2018 ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz ankündigte, kehrte er zurück – auch der zweite Anlauf misslang zunächst: 2018 verlor er die Vorsitzwahl gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, Anfang 2021 lag er im ersten Wahlgang knapp vor Armin Laschet, verlor aber die Stichwahl. Erst beim dritten Versuch Ende 2021 gewann Merz die Mitgliederbefragung mit 62,1 Prozent und wurde im Januar 2022 vom Parteitag zum Vorsitzenden gewählt.
Das ist für die Bewertung seiner Kanzlerschaft wichtig: Merz war kein politischer Zufallsfund. Er hatte mehr als zwanzig Jahre Zeit, sich zu überlegen, wofür eine CDU unter seiner Führung stehen sollte – und seine Anhänger wussten ziemlich genau, was sie erwarteten: mehr wirtschaftliche Vernunft, weniger Staat, restriktivere Migrationspolitik, konservativere gesellschaftspolitische Positionen, eine erkennbare Abkehr von der in die Mitte gerückten Merkel-CDU. Christian von Stetten gehörte früh zu jenen, die diese Hoffnung formulierten: Schon 2018 bezeichnete er Merz als Politiker,
der für den „Markenkern der CDU" stehe und einen Aufbruch verkörpern könne. Umso bemerkenswerter ist, was derselbe von Stetten acht Jahre später über die Regierung Merz sagen sollte (dazu weiter unten).
BlackRock, Atlantik-Brücke – und ein Kredit, der zum Maßstab wurde
Die Jahre außerhalb des Bundestages machten Merz wohlhabend, wirtschaftlich bestens vernetzt und politisch angreifbar zugleich. Von 2016 bis 2020 war er Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Asset Management Deutschland; nach Angaben von LobbyControl gehörte dazu auch der Kontakt zu Regierung und Behörden. Von 2009 bis 2019 stand er zudem der Atlantik-Brücke vor und war in wirtschaftsnahen Organisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv. Das gehört zur Biografie und darf thematisiert werden – nicht seriös wäre allerdings die Behauptung, BlackRock steuere deshalb heute die Politik des Kanzlers. Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg.
Interessanter ist etwas anderes: Gerade aufgrund dieser Biografie wurde Merz von vielen Wählern als jemand wahrgenommen, der Wirtschaft, internationale Kapitalmärkte und die Bedürfnisse von Unternehmen versteht. Sein größter politischer Kredit entstand ausgerechnet aus der Zeit außerhalb der Politik. Friedrich Merz sollte der Wirtschaftskanzler werden. Und genau daran wird er nun gemessen.
Was Merz vor der Kanzlerschaft versprach – im Original-Ton
Im Wahlkampf 2025 formulierte Merz seine Versprechen ungewöhnlich kategorisch. Bereits im Februar 2025 sagte er auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung: „Ein Weiter-So in Deutschland ist ausgeschlossen. Wir stehen vor grundlegenden Kurskorrekturen in mindestens zwei Bereichen der Politik: Das eine ist die Migration. Und das andere ist die Wirtschaftspolitik." Im Mannheimer Morgen vom 17. Februar 2025 konkretisierte er das wirtschaftspolitisch:
„Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Industrie verbessern, damit die Unternehmen wieder mehr investieren, mehr produzieren und sichere Jobs in Deutschland schaffen. Dazu müssen wir unsere Wirtschaftspolitik fundamental und mit klaren Zielen neu aufstellen." Anfang Februar 2025 sprach er sogar von einer „Garantie" für einen tatsächlichen Politikwechsel in Wirtschafts- und Migrationspolitik – seine Strategie: die Union so stark machen, dass sich mögliche Koalitionspartner an ihr orientieren müssten, nicht umgekehrt.
Das CDU/CSU-Wahlprogramm war entsprechend konkret: niedrigere Unternehmenssteuerbelastung, Abschaffung des Rest-Solidaritätszuschlags, weniger Bürokratie, Abschaffung des nationalen Lieferkettengesetzes, günstigerer Strom durch eine Absenkung der Stromsteuer für alle, Abschaffung des bisherigen „Heizungsgesetzes", Ersetzung des Bürgergelds durch eine neue Grundsicherung – flankiert von einer klaren Betonung solider Staatsfinanzen.
Der erste Bruch kam vor der Kanzlerwahl
Schon zwischen Bundestagswahl und Kanzlerwahl kam die erste massive Irritation: Merz hatte die Schuldenbremse zuvor zum zentralen Bestandteil seiner finanzpolitischen Argumentation gemacht und noch 2023 ausdrücklich erklärt, die Union werde daran festhalten. Nach der Bundestagswahl unterstützte er dennoch eine Grundgesetzänderung und ein schuldenfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur. Man kann diese Entscheidung sachlich begründen – erheblicher Investitionsbedarf, veränderte geopolitische Lage. Das eigentliche Problem war weniger die Sachdebatte über neue Schulden als die Fallhöhe zwischen vorheriger Rhetorik und späterer Entscheidung. Genau hier entstand das Muster, das Merz seither begleitet: erst maximal formulieren – anschließend relativieren. Für einen Kanzler, dessen wichtigstes politisches Kapital die Behauptung von Klarheit und Berechenbarkeit war, ist dieses Muster besonders gefährlich.
Selbst die Kanzlerwahl wurde zum Warnsignal
Am 6. Mai 2025 erhielt Merz im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit – ein historisches Novum für einen Kanzlerkandidaten einer bereits ausgehandelten Regierungskoalition. Erst im zweiten Wahlgang wurde er mit 325 von 630 Stimmen gewählt. Kein Beweis für eine unmittelbar gescheiterte Regierung, aber ein erstaunlicher Auftakt für einen Mann, der angetreten war, Führung zurück ins Kanzleramt zu bringen.
Was Merz während der Kanzlerschaft sagte – die Gegenüberstellung
Der Kontrast zwischen Wahlkampf-Rhetorik und Regierungssprache lässt sich anhand der Originalzitate direkt nachvollziehen.
Zum Arbeitsethos: Bereits am CDU-Wirtschaftstag im Mai 2025, kurz vor seiner ersten Regierungserklärung, sagte Merz: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten. Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können." Dieselbe Botschaft wiederholte er noch im Juni 2026 fast wortgleich: „Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können." Konsistent ist hier zumindest die Botschaft – anders als bei den wirtschaftspolitischen Zeitversprechen.
Zum Zeitpunkt der versprochenen Verbesserung: In seiner ersten Regierungserklärung im Mai 2025 sagte Merz: „Erste, spürbare Maßnahmen auf diesem Weg wollen wir schon bald verabschieden." In der Generaldebatte zum Haushalt im September 2025 – vier Monate später – klang das bereits vorsichtiger: „Wenn die Dinge erst wirken, dann werden sich viele weitere positive Impulse ergeben. Dann werden die Rahmenbedingungen für unser Land spürbar besser werden." Aus dem „schon bald" war ein „wenn... dann" geworden. Fast ein Jahr später, im Juli 2026, formulierte Merz auf der Plattform X erneut in die Zukunft gerichtet: „Seit Anfang 2025 steigt der Auftragsbestand in den Unternehmen kontinuierlich an... Das sind ermutigende Zeichen unserer Wirtschaft. Wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen weiter hart arbeiten, wir müssen noch besser werden." Nutzer ergänzten den Post mit einem sogenannten „Community Note"-Hinweis, wonach die deutsche Auftragslage tatsächlich „stark volatil und von strukturellen Krisen geprägt" sei
– ein seltener Fall, in dem eine Kanzler-Aussage öffentlich unmittelbar faktengeprüft wurde.
Zur Selbstverteidigung gegen Kritik: Bei umstrittenen Reformen wie der Rentenpolitik wich Merz zunehmend auf Rechtfertigung statt Ankündigung aus. Beim DGB-Kongress im Mai 2026, wo er für seine Rentenreform ausgebuht wurde, sagte er: „Das alles ist keine Bösartigkeit von mir oder von der Bundesregierung. Das ist Demografie und Mathematik. Es übersteigt ganz einfach die Kräfte von zwei Beitragszahlern, wenn sie in Zukunft eine Person in der Rente finanzieren sollen." Ein Satz, der in der Sache nachvollziehbar ist, aber weit entfernt vom kämpferischen Ton des Wahlkampfs.
Zur Selbstbeschreibung der eigenen Regierung: In der Regierungserklärung vom Juli 2026 – gut ein Jahr nach Amtsantritt – erklärte Merz: „Wir sind ein starkes Land: wirtschaftlich, politisch und auch gesellschaftlich." Er verwies auf die Eröffnung der weltweit größten Leistungshalbleiterfabrik in Dresden und darauf, dass von Januar bis Juni 2026 über 3.000 neue Firmen gegründet worden seien – fast so viele wie im gesamten Jahr 2025. Diese Aussage prüfte das ZDF in seinem Sommerinterview-Faktencheck vom Juli 2026 differenziert nach: Der Verweis auf mehr Unternehmensgründungen sei „grundsätzlich richtig", die massiven Entlassungswellen insbesondere in der deutschen Industrie dürften den Start-up-Zuwachs aber „kaum ausgleichen" – im Schnitt beschäftigte ein deutsches Start-up 2025 nur noch 15,8 statt zuvor 18,9 Mitarbeiter.
Der schärfste Gegenwind kam im Bundestag selbst. In der Generaldebatte zum Haushalt 2026 im September 2025 warf AfD-Chefin Alice Weidel Merz wegen der bislang nicht erfolgten Stromsteuersenkung für Privathaushalte einen erneuten Wortbruch vor – nach der Abschaffung der Schuldenbremse entgegen der Wahlkampfversprechen: „Ihr Wort ist nichts wert. Sie sind ein Papierkanzler, der im Ausland Weltmacht [spielt]." Diese Formulierung stammt erkennbar aus dem politischen Lagerkampf und ist als solche zu lesen – sie markiert aber exakt den wunden Punkt, an dem auch unabhängige Beobachter ansetzen: das Auseinanderfallen von Ankündigung und Ergebnis.
Die Stromsteuer als Lehrstück
Kaum etwas veranschaulicht das Kommunikationsproblem besser als die Stromsteuer. Im Wahlprogramm stand unmissverständlich: Die Stromsteuer sollte für alle abgesenkt werden; auch der Koalitionsvertrag enthielt dieses Ziel.
Als die ersten Entlastungen beschlossen wurden, galten sie jedoch zunächst nicht für alle privaten Haushalte und Unternehmen, sondern deutlich enger – die Diskrepanz führte bereits 2025 zu einer öffentlichen Debatte über die Glaubwürdigkeit der Regierung, die sich bis in die Haushaltsdebatte 2025 zog (siehe Weidel-Zitat oben). Menschen erinnern sich nicht an die Fußnoten eines Koalitionsvertrags. Sie erinnern sich an eine einfache Botschaft:
„Wir senken die Stromsteuer für alle." Wird daraus ein „sobald finanzierbar", „schrittweise" oder „zunächst für
bestimmte Unternehmen", entsteht nicht zwingend eine Lüge – aber der Eindruck, dass Wahlkampfsätze einen anderen Verbindlichkeitsgrad besitzen als Regierungssätze. Genau das zerstört Vertrauen.
Was tatsächlich anders wurde
Zu einer seriösen Bilanz gehört auch das Gegenteil der Kritik: Die Behauptung, Merz habe überhaupt keinen Politikwechsel vollzogen, wäre falsch. Unter seiner Regierung wurde das bisherige Bürgergeld verändert, die Migrationspolitik verschärft, die Zahl der Asylanträge ging spürbar zurück. In seiner Regierungserklärung vom September 2025 bezifferte Merz den Rückgang der Asylbewerberzahlen im Vergleich August 2024 zu August 2025
auf 60 Prozent – den größten Rückgang seit 2013. Deutschland übernahm zudem außen- und sicherheitspolitisch eine deutlich aktivere Rolle, die deutsch-französische Zusammenarbeit erhielt neuen Stellenwert. Selbst kritische Bestandsaufnahmen wie die des ARD-Magazins Kontraste erkennen diese Punkte an.
Deshalb greift auch die häufig verwendete Formel von der bloßen „Fortsetzung linker Politik" zu kurz. Richtiger ist:
In einigen Bereichen gab es einen Kurswechsel, in anderen wurden Strukturen der Vorgängerregierungen fortgeführt oder nur modifiziert, wieder andere konservative Wahlkampfversprechen verschwanden im Koalitionskompromiss. Gerade diese Mischung frustriert Teile der CDU – wer Merz gewählt hatte, um einen grundsätzlichen Richtungswechsel
zu erleben, erkennt darin zwangsläufig weniger Veränderung als jemand, der nur pragmatische Korrekturen erwartet hatte.
2026: Die Umfragen als politisches Alarmsignal
Die politische Rechnung findet sich inzwischen in nahezu jedem großen Meinungsforschungsinstitut. Stand Mitte August 2026 liegt die CDU/CSU bei Forsa (18.08.) bei 21 Prozent gegenüber 28 Prozent für die AfD; bei INSA (18.08.) bei 20,5 zu 28,5 Prozent; bei YouGov (18.08.) bei 20 zu 28 Prozent; bei Infratest dimap (06.08.) bei 21 zu 28 Prozent; bei der Forschungsgruppe Wahlen (31.07.) bei 23 zu 28 Prozent; und bei Allensbach (23.07.) bei 24 zu 26,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 hatte die Union noch 28,5 Prozent erreicht, die AfD 20,8 Prozent. Trotz unterschiedlicher Erhebungsmethoden zeigen praktisch alle großen Institute damit dasselbe Grundmuster: Die Union hat erheblich verloren und liegt inzwischen deutlich hinter der AfD.
Noch problematischer sind die persönlichen Werte des Kanzlers: Im ARD-DeutschlandTrend vom Juli 2026 waren nur noch 13 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden – in fast drei Jahrzehnten DeutschlandTrend war kein amtierender Bundeskanzler schlechter bewertet worden. Im ZDF-Politbarometer vom 31. Juli 2026 bewerteten nur 26 Prozent seine Arbeit als eher gut, 70 Prozent als eher schlecht. Bereits Ende April hatte Forsa einen Negativrekord gemessen:
83 Prozent waren mit Merz unzufrieden – laut Forsa der bis dahin schlechteste Wert für einen Bundeskanzler überhaupt. Eine Forsa-Auswertung vom August zeichnet ein noch düstereres Bild: 85 Prozent lehnen seine bisherige Arbeit ab.
Das Wort „weltweit unbeliebtester Regierungschef" sollte man dennoch vermeiden – internationale Umfragen arbeiten mit unterschiedlichen Fragen, Skalen und Stichproben und lassen sich nicht seriös zu einer globalen Rangliste zusammenfügen. Die belegbare Aussage ist ohnehin drastisch genug: Friedrich Merz befindet sich in Deutschland in einem historischen Zustimmungstief.
Und plötzlich warnt ausgerechnet Christian von Stetten
Besonders bemerkenswert ist das Rumoren innerhalb der eigenen Partei. Ende April 2026 hielt der
CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten – seit Jahren
Merz-Unterstützer –, beim Zukunftswiesen-Summit in Ilshofen eine ungewöhnlich deutliche Rede. Über die schwarz-rote Koalition sagte er: „Zumindest keine vier Jahre – ganz sicher nicht." Die Regierung habe nur wenige Monate Zeit, notwendige Reformen umzusetzen; neue Schulden und höhere Steuern seien der falsche Weg. Sollte sich zeigen, dass Union und SPD das Land gemeinsam nicht voranbringen könnten, müsse man dies eingestehen und die Bürger erneut entscheiden lassen. Ein Mann, der Merz einst als Hoffnung auf eine Rückkehr zum Markenkern der CDU unterstützte, zweifelt damit öffentlich, ob dessen Koalition überhaupt die Legislaturperiode übersteht.
Wirtschaftsverbände verlieren die Geduld
Auch außerhalb der Partei formiert sich Kritik. Das ARD-Magazin Kontraste zog im April 2026 eine kritische Bilanz:
Der frühere CDU-Kanzleramtsminister und Wirtschaftsminister Peter Altmaier fragte, warum nach fast einem Regierungsjahr noch immer keine klaren Konturen einer umfassenden Reformpolitik erkennbar seien. Die Journalistin Helene Bubrowski bescheinigte Merz zwar rhetorische Stärke, sah aber ein grundsätzliches Problem darin, dass er häufig schneller verspreche, als Politik liefern könne.
Im März 2026 veröffentlichten BDI, BDA, DIHK und ZDH gemeinsam einen außergewöhnlich deutlichen Appell: Deutschland nähere sich wirtschaftlich einem Kipppunkt, 2026 müsse zum Jahr wirklicher Reformen werden
– gefordert wurden schnellere Unternehmenssteuerentlastungen, niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und grundlegende Sozialversicherungsreformen. Diese Kritik kommt damit längst nicht mehr nur aus der Opposition,
sondern genau aus jenem wirtschaftlichen Milieu, das von einer Regierung Merz ursprünglich am meisten erwartet hatte. Gegenzuhalten versuchte Merz selbst noch im Sommer 2026: Beim ZDF-Sommerinterview aus seinem Wahlkreis im Hochsauerland betonte er, ein umfassendes Reformpaket sei bereits durch Bundestag und Bundesrat gebracht worden – Gesundheitsreform als Anfang, Pflege- und Rentenreform sollten im Herbst folgen – und wandte sich gegen das aus seiner Sicht zu negative öffentliche Bild: „Wir haben in Deutschland so viele Chancen, wir haben so viele Möglichkeiten
– ich bin es einfach leid, dass nur schlecht geredet wird über Deutschland."
Die Brandmauer wird zur arithmetischen Falle
Ein Problem, das über Merz selbst hinausgeht: Die CDU lehnt auf Bundesebene eine Zusammenarbeit sowohl mit der
AfD als auch mit der Linken ab; Merz bekräftigte diese Position auch 2026 ausdrücklich, etwa im ZDF-Sommerinterview mit dem Satz, die AfD sei „keine Option – weder für Koalitionen noch als demokratische Alternative", verwies dabei unter anderem auf das Absingen der alten DDR-Nationalhymne durch AfD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt und rief die „demokratischen Kräfte" zum Zusammenstehen auf. Moralisch und historisch kann eine Partei solche Abgrenzungen selbstverständlich beschließen. Mathematisch verschwinden dadurch jedoch keine Wahlergebnisse. In Thüringen und Sachsen haben sich bereits parlamentarische Situationen entwickelt, in denen CDU-geführte Regierungen zumindest punktuell auf Stimmen der Linken angewiesen sind; auch für Sachsen-Anhalt werden nach den enormen AfD-Werten schwierige Mehrheitsverhältnisse erwartet.
Damit gerät die Union in eine strategische Zwickmühle: Je stärker die AfD wird, desto kleiner wird der Raum für Koalitionen ohne sie. Je konsequenter gleichzeitig auch die Linke ausgeschlossen wird, desto komplizierter wird die Bildung stabiler Mehrheiten. Und je häufiger CDU-geführte Regierungen dann doch mit SPD, Grünen oder parlamentarischer Unterstützung der Linken arbeiten müssen, desto leichter kann die AfD behaupten, die CDU verspreche einen konservativen Politikwechsel und halte anschließend das bestehende System am Leben.
Die Financial Times berichtete bereits Anfang 2026 über wachsenden innerparteilichen Druck, die bisherige
AfD-Strategie zumindest zu überprüfen. Das bedeutet nicht, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD deshalb die richtige Antwort wäre – es bedeutet, dass die CDU eine politische Strategie benötigt, die über das Wort „Brandmauer" hinausgeht. Eine Mauer erklärt, mit wem man nicht regiert. Sie erklärt nicht, wie man selbst wieder 30 oder 35 Prozent
der Wähler erreicht.
Merkels Distanz: ein Konflikt, der nie wirklich verschwand
Auch Angela Merkel ist für diese Geschichte wichtig. Das persönliche und politische Verhältnis zu Merz gilt seit dessen Entmachtung als Fraktionschef 2002 als zerrüttet, die Distanz blieb Jahrzehnte spürbar. Merkel kritisierte Anfang 2025 öffentlich Merz' Umgang mit einer Bundestagsabstimmung, bei der ein Unionsantrag mit Stimmen der AfD eine Mehrheit erhalten hatte. Auch als Kanzlerin außer Dienst hielt sie sich mit indirekter Kritik nicht vollständig zurück: Im Sommer 2025 äußerte sie Bedenken gegenüber der neuen deutschen Grenzpolitik und reagierte auf Merz' umstrittene Formulierung zur israelischen Militäraktion gegen Iran ausgesprochen kühl. Aus diesen Äußerungen abzuleiten, Merkel halte Merz generell für unfähig, wäre Spekulation. Belegbar ist etwas anderes: Beide verkörpern bis heute zwei sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was die CDU sein soll. Merkels CDU lebte von asymmetrischer Demobilisierung, politischer Mitte und pragmatischer Entideologisierung; Merz versprach Profil, Polarisierung und klarere politische Lager. Die Ironie: Ausgerechnet als Kanzler regiert Merz nun selbst zunehmend mit jenen pragmatischen Kompromissen,
für die seine Anhänger die Merkel-CDU jahrelang kritisiert hatten.
Kommunikationsstil: Absolute Aussagen, spätere Korrekturen
Reuters beschrieb bereits vor seiner Kanzlerschaft, dass selbst innerhalb der CDU manche seinen konfrontativen, bisweilen schroffen Stil für problematisch hielten – Unterstützer sahen darin dagegen genau die Durchsetzungsfähigkeit, die Deutschland brauche. Als Kanzler verschärft sich dieses Muster: Merz wirkt häufig ausgesprochen überzeugt von seiner Position, was Führung ausstrahlen kann – gefährlich wird es, wenn wenig später Korrekturen notwendig werden. Le Monde beschrieb im August 2026 eine zunehmende politische Isolation des Kanzlers und verwies unter anderem auf spontane Äußerungen, Personalentscheidungen und Schwierigkeiten bei der Führung seines Teams. Auch innerhalb der CDU ist inzwischen vom Problem des „einsamen Entscheiders" die Rede. Gleichzeitig warnen CDU-Politiker davor, die Debatte bereits in eine offene Kanzlerfrage eskalieren zu lassen – Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering formulierte es zuletzt deutlich: Merz müsse jetzt liefern.
Berichtet wurde zudem über einen heftigen Konflikt mit Vizekanzler Lars Klingbeil. Klingbeil spielte später öffentlich darauf an, angeschrien worden zu sein; Merz bestritt dies und erklärte, er brülle niemanden an. Behauptung und Dementi gehören hier gleichermaßen zur vollständigen Darstellung.
Die Grenze der Kritik: emotionale Auftritte
Hier sollte Kritik eine Grenze haben. Merz zeigte sich bei einzelnen öffentlichen Auftritten sichtbar emotional – bei einer Rede in der Münchner Synagoge versagte ihm zeitweise die Stimme. Das als „weinerlich" abzuwerten, wäre keine politische Analyse. Interessanterweise interpretierte Le Monde gerade diesen Moment eher positiv, als seltenen Augenblick persönlicher Authentizität. Die berechtigte Kritik an Merz liegt deshalb nicht darin, dass ein Bundeskanzler Emotionen zeigt. Sie liegt in der Sprunghaftigkeit seiner öffentlichen Kommunikation: absolute Aussagen, hohe Erwartungen, scharfe Formulierungen – und anschließend Korrekturen, Erklärungen oder die Feststellung, dass eine Koalition eben Kompromisse erfordere. Emotion ist kein Führungsproblem. Unberechenbarkeit kann eines werden.
Der Außenkanzler – ausgerechnet dort ist die Bilanz besser
Eine faire Bewertung muss anerkennen: Ausgerechnet in der Außenpolitik, für die Merz ursprünglich weniger gewählt wurde als für seine wirtschaftspolitischen Versprechen, liegen einige seiner stärkeren Auftritte. Bereits zwei Tage nach Amtsantritt telefonierte er mit Donald Trump und verstand sich nach Berichten überraschend gut mit ihm; er war treibende Kraft der ersten größeren diplomatischen Initiative der Europäer zur Beendigung des Ukrainekriegs, reiste dafür mit Emmanuel Macron, Keir Starmer und Donald Tusk nach Kiew. Er positionierte Deutschland in Europa sichtbarer, intensivierte die Beziehungen zu Frankreich und versuchte, Deutschland bei Ukraine, Verteidigung und europäischer Sicherheitsarchitektur eine stärkere Führungsrolle zu geben. Selbst kritische deutsche Berichte attestierten ihm auf internationalem Terrain zunächst erhebliche Stärken.
Der Vorwurf vom „Außenkanzler" hat deshalb zwei Seiten. Wer einem deutschen Bundeskanzler in der heutigen geopolitischen Lage vorwirft, sich intensiv um USA, Ukraine, Frankreich, NATO und Nahost zu kümmern, macht es sich zu einfach. Die eigentliche Frage lautet: Was nützt außenpolitisches Gewicht, wenn im eigenen Land das Vertrauen in die Regierung gleichzeitig kollabiert? Genau dieses Missverhältnis wird inzwischen zum Problem.
Trump und Merz: vom guten Draht zum offenen Schlagabtausch
Besonders deutlich lässt sich das an Donald Trump zeigen. Beim ersten Besuch im Weißen Haus im Juni 2025 verlief das Treffen überraschend harmonisch, Merz sprach von einem guten persönlichen Verhältnis.
Noch Anfang März 2026 bezeichnete Trump den deutschen Kanzler öffentlich als ausgezeichneten politischen
Anführer und betonte das gute Verhältnis. Dann kam der Iran-Konflikt: Merz äußerte zunehmend deutliche Zweifel an der amerikanischen Strategie. Noch am 29. April erklärte er, sein persönliches Verhältnis zu Trump sei trotz der Differenzen gut. Kurz darauf eskalierte die Situation: Trump bezeichnete Merz öffentlich als „totally ineffective", gleichzeitig kündigten die USA den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an, hinzu kamen neue handelspolitische Belastungen für Europa. Reuters sprach Anfang Mai bereits von einer tiefen transatlantischen Krise. Merz versuchte anschließend, den Konflikt herunterzuspielen und die strategische Partnerschaft von der persönlichen Auseinandersetzung zu trennen; im Juli widersprach er Trump dennoch erneut öffentlich bei der Bewertung der deutschen Verteidigungsausgaben.
Das Verhältnis ist heute deshalb nicht einfach „schlecht" – treffender ist: eine Beziehung, die von anfänglicher persönlicher Harmonie über einen offenen Bruch zu einer pragmatischen, aber deutlich fragileren Arbeitsbeziehung geworden ist. Auch das passt zum Muster der bisherigen Kanzlerschaft: Auf einen demonstrativ guten Auftakt folgt erstaunlich schnell Ernüchterung.
„Lügner"? Warum der Begriff politisch verständlich, journalistisch aber zu billig ist
Friedrich Merz wird mittlerweile von politischen Gegnern und in sozialen Netzwerken regelmäßig als „Lügner" bezeichnet. Der Begriff ist emotional verständlich, wenn Wähler Aussagen mit späteren Entscheidungen vergleichen – journalistisch ist er trotzdem problematisch. Für eine Lüge müsste nachgewiesen werden, dass Merz bereits zum Zeitpunkt einer konkreten Aussage wusste, dass sie falsch war, und bewusst täuschen wollte. Das lässt sich bei den meisten politischen Kurswechseln nicht belegen.
Was sich sehr wohl belegen lässt, ist etwas anderes: Merz hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Er formulierte Erwartungen, deren Umsetzung in einer parlamentarischen Koalitionsdemokratie zumindest höchst unsicher war, versprach einen Politikwechsel in einer Absolutheit, obwohl absehbar war, dass die Union einen Koalitionspartner benötigen würde – und machte seine Person zum Garanten dieses Wechsels. Die Verteidigung „Aber die SPD…" greift deshalb zu kurz: Natürlich verhindert ein Koalitionspartner Vorhaben. Aber wer vor einer Wahl ausdrücklich verspricht, dass sich die anderen anschließend nach der Union richten werden, macht die Kräfteverhältnisse selbst zum Bestandteil seines politischen Versprechens. Wenn anschließend die SPD zahlreiche zentrale Positionen blockieren kann, darf der Wähler fragen: Warum wurde ihm vorher etwas anderes suggeriert?
Ist das „Verrat" an der CDU?
Auch dieses Wort sollte man präzisieren. Von Verrat kann man politisch sprechen, wenn man damit ausdrückt, dass sich Anhänger einer Partei von ihrer Führung verlassen fühlen – als objektiver Tatbestand taugt der Begriff nicht.
Was sich aber messen und beobachten lässt, ist eine bemerkenswerte Entfremdung zwischen Teilen der klassischen CDU-Wählerschaft und ihrer Parteiführung: Die wirtschaftsliberalen Anhänger wollten eine Wirtschaftswende, Konservative einen sichtbar anderen gesellschafts- und migrationspolitischen Kurs, Anhänger solider Staatsfinanzen bekamen ein gewaltiges kreditfinanziertes Infrastrukturpaket. Wer auf klare Abgrenzung von linker Politik hoffte, erlebt gleichzeitig Koalitions- und Mehrheitszwänge, die die CDU immer wieder zur Zusammenarbeit mit Parteien links der Mitte zwingen. Und wer Merz als strategischen Gegenentwurf zu Merkel verstanden hatte, sieht einen Kanzler, der inzwischen selbst erklärt, warum Regieren eben Kompromisse erfordert. Das ist nicht automatisch Verrat. Aber es erklärt, warum der Begriff innerhalb enttäuschter konservativer Milieus überhaupt Resonanz findet.
Eine schwierige Lage entschuldigt nicht jedes gebrochene Versprechen
Natürlich regiert Merz unter außergewöhnlichen Bedingungen: Deutschland kämpft mit strukturellen Wirtschaftsproblemen, Europa befindet sich in einer sicherheitspolitischen Umbruchphase, der Krieg in der Ukraine dauert an, der Iran-Konflikt hat Weltwirtschaft und Bündnisse erschüttert, Donald Trump stellt jahrzehntelange transatlantische Gewissheiten infrage. Reuters beschreibt die Bundesregierung entsprechend als gleichzeitig mit außenpolitischen Krisen, schwacher wirtschaftlicher Erholung und erheblichen Koalitionsproblemen konfrontiert.
Kein Kanzler könnte unter diesen Bedingungen sein Wahlprogramm einfach Punkt für Punkt abarbeiten.
Aber gerade deshalb entscheidet sich politische Führung daran, welche Versprechen ein Kandidat überhaupt gibt.
Wer Unsicherheit kennt, sollte keine Garantien verkaufen. Wer Koalitionen kennt, sollte nicht behaupten, die anderen würden sich anschließend nach ihm richten. Wer Reformen ankündigt, sollte erklären, welche er tatsächlich durchsetzen kann. Und wer sich selbst zum Symbol eines großen Politikwechsels macht, darf sich anschließend nicht wundern, wenn jeder Kompromiss an diesem Versprechen gemessen wird.
Nicht das Scheitern eines Menschen – sondern einer politischen Inszenierung
Die bisherige Kanzlerschaft Friedrich Merz ist deshalb weniger die Geschichte eines völlig untätigen oder unfähigen Regierungschefs. Das wäre zu einfach und durch die Fakten nicht gedeckt. Sie ist die Geschichte eines fundamentalen Missverhältnisses zwischen Anspruch und Ergebnis. Merz versprach mehr als eine andere Regierung: eine Richtung, eine wirtschaftliche Wende, eine andere politische Kultur, mehr Klarheit, mehr Führung, mehr Verlässlichkeit, eine CDU, die wieder wisse, wofür sie stehe. Nach gut einem Jahr Kanzlerschaft steht ausgerechnet diese Frage im Raum.
Die Union liegt je nach Institut nur noch bei etwa 20 bis 24 Prozent, die AfD bei etwa 26,5 bis 28,5 Prozent. Ein langjähriger Merz-Unterstützer wie Christian von Stetten zweifelt öffentlich an der Lebensdauer der Koalition.
Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft verlangen endlich jene Reformen, für die Merz gewählt wurde. Innerhalb der CDU wächst die Nervosität. Und die persönlichen Zustimmungswerte des Kanzlers haben historische Tiefstände erreicht.
Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage der Kanzlerschaft Friedrich Merz gar nicht, ob er ein guter oder schlechter Kanzler ist. Sie lautet: Was bleibt von einem Politiker, dessen größte politische Stärke das Versprechen eines grundlegenden Wandels war – wenn immer weniger Menschen diesen Wandel erkennen können? Friedrich Merz wollte beweisen, dass Deutschland anders regiert werden kann. Bislang beweisen seine Umfragewerte vor allem etwas anderes: Ein großes Versprechen kann einen Politiker ins Kanzleramt tragen. Wenn Anspruch und Wirklichkeit dauerhaft auseinanderfallen, kann genau dieses Versprechen anschließend zu seiner größten politischen Belastung werden.
Quellenbasis: ARD-DeutschlandTrend/Infratest dimap; ZDF-Politbarometer/Forschungsgruppe Wahlen; Forsa; INSA; YouGov; Allensbach; Wahlrecht.de; CDU/CSU-Wahlprogramm und Koalitionsvertrag; Kontraste/RBB; Tagesschau/ARD; Deutschlandfunk; ZDF (Sommerinterview-Faktencheck); Reuters; Financial Times; Le Monde; Euronews; WELT/WELT TV; BILD; Handelsblatt; Tagesspiegel; Bundesregierung.de (Regierungserklärungen Mai 2025, September 2025, Juli 2026; Rede Arbeitgebertag 2025); Deutscher Bundestag (Plenarprotokolle, Generaldebatten 2025/2026); CDU.de (Wahlkampfreden Februar 2025); Stellungnahmen von BDI, BDA, DIHK und ZDH; Materialien der Konrad-Adenauer-Stiftung; LobbyControl; dokumentierte Äußerungen von Friedrich Merz, Angela Merkel, Christian von Stetten, Alice Weidel, Dennis Thering und weiteren CDU-Politikern.





















