Aktuelle Berichte & Analysen
Arabischer Frühling, Geheimdienste und Gotteskrieger: Wie Syrien und Libyen zerbrachen

Vom Arabischen Frühling zum Fall Assads: Wie Syrien und Libyen zwischen Aufstand, Geopolitik und Stellvertreterkrieg zerbrachen
Die dokumentierte Rolle von CIA, NATO, Golfstaaten, Türkei und Russland – und der bemerkenswerte Weg Ahmed al-Sharaas vom al-Qaida-Kommandeur zum international anerkannten Präsidenten
Ein Gemüsehändler, zwei zerfallene Staaten
Am 17. Dezember 2010 zündete sich der tunesische Straßenhändler Mohamed Bouazizi nach einem Konflikt mit Behörden selbst an. Sein Tod löste eine Protestwelle aus, die als „Arabischer Frühling" in die Geschichte einging. Fünfzehn Jahre später lässt sich die Bilanz zweier Länder besichtigen, in denen dieser Aufbruch besonders folgenschwer verlief: Libyen ist bis heute zwischen rivalisierenden Machtzentren geteilt, Syrien wurde nach fast vierzehn Kriegsjahren 2024 von einer islamistischen Rebellenallianz übernommen, deren frühere Führung als al-Qaida-Ableger galt – und deren Anführer heute in Paris, Washington und bei den Vereinten Nationen empfangen wird.
Zwei Erzählungen konkurrieren um dieses Kapitel jüngerer Geschichte. Die eine beschreibt spontane demokratische Volksaufstände, die von brutalen Diktatoren niedergeschlagen wurden. Die andere sieht vor allem geplante Interventionen westlicher Geheimdienste, die islamistische Kräfte aufgebaut und ganze Staaten gezielt destabilisiert hätten. Beide Lesarten greifen für sich genommen zu kurz. Die Proteste von 2010/2011 entstanden aus realer gesellschaftlicher Not – Korruption, Repression, fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Ebenso real ist jedoch, dass Libyen und Syrien anschließend zu Schauplätzen wurden, auf denen ausländische Mächte Milizen bewaffneten, Geheimdienste operierten und der ursprüngliche Konflikt zunehmend von Akteuren dominiert wurde, die mit liberaler Demokratie wenig gemein hatten.
Der Arabische Frühling: ungleiche Folgen einer gemeinsamen Bewegung
Von Tunesien breiteten sich die Proteste binnen Wochen auf Ägypten, Bahrain, Jemen, Libyen und Syrien aus. Die Forderungen ähnelten sich – mehr politische Beteiligung, weniger Willkür, wirtschaftliche Perspektiven –, die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum sein: Tunesien erlebte eine demokratische Transition, Ägypten kehrte nach kurzer Öffnung zu autoritärer Herrschaft zurück, die Proteste in Bahrain wurden mit saudischer und emiratischer Unterstützung niedergeschlagen, Jemen versank im Bürgerkrieg, Libyen wurde militärisch von außen interveniert, Syrien zum komplexesten Stellvertreterkrieg der Gegenwart.
Gerade der Fall Bahrain macht eine Inkonsequenz westlicher Politik sichtbar: Während Washington Assads Vorgehen scharf verurteilte, blieb die Reaktion auf die Niederschlagung der überwiegend schiitischen Protestbewegung im strategisch bedeutsamen Bahrain – Standort der 5. US-Flotte, engster Verbündeter Saudi-Arabiens – auffällig zurückhaltend. Die Unterstützung demokratischer Bewegungen folgte erkennbar nicht überall denselben Maßstäben.
Zur Frage, ob der Westen die Aufstände selbst orchestrierte, gibt es keine belastbaren Belege für einen zentral gesteuerten Gesamtplan. Dokumentiert ist allerdings, dass US-nahe Organisationen wie das National Democratic Institute, das International Republican Institute und Freedom House schon vor 2011 Aktivisten in mehreren Ländern der Region in politischer Organisation und dem Umgang mit neuen Medien schulten. Das begründet keine Verschwörung, zeigt aber, dass Washington vor den Umbrüchen keineswegs nur Zuschauer war – entscheidend wird die westliche Rolle jedoch erst dort, wo aus politischer Förderung militärische Intervention oder bewaffnete Aufstandsunterstützung wurde.
Libyen: vom funktionierenden Ölstaat zum zerfallenen Territorium
Ausgangslage: Wohlstand und Repression zugleich
Libyen wird rückblickend gern in Extremen dargestellt – entweder als nahezu vorbildlicher Sozialstaat oder als reiner Terrorstaat. Beide Bilder verzerren. Dank seiner Ölreserven verfügte das Land über erheblichen Wohlstand, kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung sowie umfangreiche Subventionen; im Human Development Index der Vereinten Nationen belegte Libyen 2011 Platz 64 – den höchsten Wert Afrikas. Zugleich dokumentierte Human Rights Watch bereits vor 2011 systematische Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, politische Gefangene und ein praktisch nicht existierendes zivilgesellschaftliches Leben unter Muammar al-Gaddafi, der seit 1969 regierte. Das Massaker im Gefängnis Abu Salim von 1996 mit schätzungsweise rund 1.200 getöteten Häftlingen belastete das Regime bis zu seinem Ende. Libyen war also ein vergleichsweise wohlhabender, zentral funktionierender Staat – und zugleich eine personalistische Diktatur mit schwerer Menschenrechtsbilanz.
Die Ironie von Gaddafis später Kooperation mit CIA und MI6
Nach 2001 näherte sich Gaddafi dem Westen an, verzichtete auf sein Programm für Massenvernichtungswaffen und kooperierte mit westlichen Geheimdiensten bei der Terrorismusbekämpfung. In den Büros des libyschen Geheimdienstchefs Musa Kusa fanden Mitarbeiter von Human Rights Watch nach 2011 Dokumente, die eine Beteiligung von CIA und britischem MI6 an der Festnahme und Überstellung islamistischer Gaddafi-Gegner nach Libyen belegen – darunter Abdel Hakim Belhadj, Anführer der Libyan Islamic Fighting Group, der 2004 nach Libyen überstellt wurde und dort jahrelang inhaftiert saß. Sieben Jahre später kämpfte dieselbe Bewegung gegen Gaddafi, und Belhadj wurde nach der Einnahme Tripolis’ Kommandeur des Tripoli Military Council der Rebellen – ein Beleg dafür, wie sehr sich die geopolitischen Fronten binnen eines Jahrzehnts verschieben konnten.
Von der Schutzzone zum Regimewechsel
Die Proteste in Bengasi begannen im Februar 2011 und wurden von Gaddafis Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete mit Resolution 1973 vom 17. März 2011 ein Mandat für eine Flugverbotszone und „alle notwendigen Maßnahmen" zum Schutz der Zivilbevölkerung – ausdrücklich ohne Mandat für eine Besatzung. Nach den ersten Angriffen im Rahmen der US-geführten Operation Odyssey Dawn übernahm Ende März die NATO mit Operation Unified Protector; Großbritannien und Frankreich waren die politischen Treiber, die USA stellten wesentliche militärische Fähigkeiten, Italien Stützpunkte und Kommandostrukturen.
Aus dem erklärten Zivilschutz wurde faktisch eine Politik des Regimewechsels. Ein Untersuchungsausschuss des britischen Unterhauses kam 2016 zu einem vernichtenden Urteil: Die Regierung habe auf unzureichender Geheimdienstinformation gehandelt, die Bedrohung der Zivilbevölkerung sei überzeichnet, der erhebliche islamistische Anteil unter den Rebellen unterschätzt worden, und aus einer begrenzten Schutzmission sei ohne tragfähigen Plan für die Zeit danach eine Regimewechsel-Politik geworden. Das Fazit des Ausschusses: politischer und wirtschaftlicher Kollaps, Milizenherrschaft, humanitäre Krise, Verbreitung libyscher Waffen in der Sahelzone und das Erstarken des „Islamischen Staates" in Nordafrika.
Ein Staat verschwand – die Milizen blieben
Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 bei Sirte getötet, sein Regime existierte nicht mehr. Was fehlte, war ein funktionierender Ersatz. Schon 2012/2013 dokumentierte Human Rights Watch Schwierigkeiten bei der Entwaffnung bewaffneter Gruppen, willkürliche Haft und Folter. Diese Teilung besteht im Kern bis heute: Im Westen kontrolliert die international anerkannte Government of National Unity in Tripolis, im Osten und Süden die von Khalifa Haftar geführten Libyan Arab Armed Forces mit einer eigenen politischen Administration; für 2021 geplante Wahlen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein gemeinsamer Bericht des UN-Menschenrechtsbüros und der UN-Mission UNSMIL dokumentierte 2026 systematische Misshandlungen von Migranten – willkürliche Haft, Folter, sexuelle Gewalt, Zwangsarbeit und Formen von Sklaverei durch kriminelle Netzwerke, Milizen und teils staatlich verbundene Akteure. Ausgerechnet an dieser Stelle kooperiert die Europäische Union heute mit libyschen Akteuren bei der Migrationskontrolle, während UN-Organisationen parallel schwerste Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.
Syrien vor dem Krieg: wachsende Wirtschaft, autoritärer Sicherheitsstaat
Auch Syrien lässt sich nicht auf ein Schwarz-Weiß-Bild reduzieren. Zwischen 2000 und 2010 wuchs die Wirtschaft nach Weltbankdaten im Schnitt um rund 4,8 Prozent jährlich, das Pro-Kopf-BIP verdoppelte sich zwischen 2000 und 2008 annähernd, Ende 2010 verfügte das Land über rund 19,5 Milliarden US-Dollar Währungsreserven. Damaskus und Aleppo waren funktionierende Metropolen, in denen Sunniten, Alawiten, Christen, Drusen und andere Gemeinschaften in einem säkular geprägten Staat nebeneinander lebten.
Zugleich blieb Syrien unter Bashar al-Assad, der 2000 nach seinem Vater Hafez die Macht übernahm, ein autoritärer Sicherheitsstaat. Bereits 2010 – vor Beginn des Aufstands – dokumentierte Human Rights Watch in ihrem Bericht „A Wasted Decade" politische Gefangene, Zensur, Folter durch Geheimdienste und die Unterdrückung kurdischer Aktivisten. Assad war gegenüber religiösen Minderheiten deutlich berechenbarer als die später gegen ihn kämpfenden jihadistischen Kräfte – ein gemäßigter demokratischer Staatschef war er deshalb nicht.
Daraa 2011: Der Funke, der den Krieg entzündete
Im Frühjahr 2011 wurden Jugendliche im südsyrischen Daraa wegen regimekritischer Graffiti verhaftet und misshandelt; die folgenden Proteste forderten zunächst vor allem die Freilassung politischer Gefangener und ein Ende des Ausnahmezustands. Das Regime reagierte mit tödlicher Gewalt gegen Demonstranten. Was durch begrenzte Reformen möglicherweise hätte eingehegt werden können, radikalisierte sich durch Repression: Soldaten desertierten, im Sommer 2011 wurde die Freie Syrische Armee ausgerufen. Aus der Protestbewegung war ein bewaffneter Aufstand geworden – und ab 2012 kein rein syrischer Konflikt mehr, sondern ein sich überlagerndes Geflecht mehrerer Kriege: Assads Regierung gegen diverse Rebellengruppen, kurdische Kräfte im Nordosten, islamistische Organisationen im Aufwind, Iran und die libanesische Hisbollah auf Regierungsseite, Saudi-Arabien und Katar als Financiers unterschiedlicher Oppositionsgruppen, die Türkei als rückwärtiger Raum des Aufstands, die USA mit verdeckten Unterstützungsprogrammen.
„Timber Sycamore": das CIA-Programm und seine Grenzen
Die wichtigste westliche Geheimdienstoperation des Krieges war das später als „Timber Sycamore" bekannt gewordene CIA-Programm – und sie war von Beginn an eine amerikanische Initiative. CIA-Direktor David Petraeus schlug ein verdecktes Programm zur Bewaffnung und Ausbildung syrischer Rebellen bereits im Sommer 2012 vor; Präsident Obama autorisierte es 2013. Die Washington Post berichtete 2015 von einem Budget in der Größenordnung von fast einer Milliarde US-Dollar jährlich und rund 10.000 ausgebildeten oder ausgerüsteten Kämpfern, mit Trainingslagern unter anderem in Jordanien und Beteiligung Großbritanniens, Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei als Partnern eines von der CIA geführten Programms. 2017 beendete Präsident Trump das Programm ausdrücklich auch mit dem Argument, es habe indirekt al-Qaida-nahen Kräften genützt.
Die Weiterleitung dieser Waffen an extremistische Gruppen ist gut dokumentiert und keineswegs nur eine Randnotiz. Eine gemeinsame Recherche von Al Jazeera und der New York Times deckte 2016 auf, dass CIA- und saudische Waffenlieferungen, die über ein Depotnetz in Jordanien an syrische Rebellen gehen sollten, systematisch von jordanischen Geheimdienstoffizieren gestohlen und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wurden – US-Ermittler brachten einen Teil dieser gestohlenen Bestände später mit einem Anschlag auf eine Polizeiausbildungsstätte in Amman in Verbindung, bei dem im November 2015 zwei Amerikaner getötet wurden. Bereits 2013 hatte das Wall Street Journal berichtet, dass die CIA Waffen aus geheimen Lagern nach Jordanien verlegte, um sie an von Washington unterstützte Kämpfer weiterzugeben. Zur selben Zeit berichtete die New York Times, gestützt auf amerikanische und nahöstliche Regierungsvertreter, dass der überwiegende Teil der über Saudi-Arabien und Katar fließenden Waffen bei hardline-islamistischen Gruppen landete und nicht bei der säkulareren Opposition,
die der Westen eigentlich stärken wollte – amerikanische Stellen räumten damals ein, selbst kaum zu verstehen, warum die radikaleren Kräfte den Großteil der Lieferungen erhielten. Kritiker innerhalb der eigenen Regierung wiesen laut
Washington Post wiederholt darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Ausrüstung letztlich bei islamistischen Gruppen landete, die eng mit al-Nusra kooperierten oder gegen sie unterlegen waren – ein Risiko, das der amerikanischen Regierung während des laufenden Programms bekannt war, ohne dass es zu einer grundlegenden Kurskorrektur führte.
Unter Berufung auf von WikiLeaks veröffentlichte Diplomatendepeschen und Aussagen des britischen Politikers Lord Ashdown, CIA und MI6 hätten ab Januar 2012 gezielt verdeckte Operationen zur Waffenversorgung der Rebellen zwischen Libyen, der Türkei und Syrien betrieben, die fast ausschließlich islamistischen und dschihadistischen Fraktionen zugutegekommen seien,
und dass Washington damit faktisch am Aufstieg des IS mitgewirkt habe. Diese Einschätzung geht über das hinaus, was sich aus den oben zitierten Quellen von NYT, Al Jazeera, Wall Street Journal und Washington Post direkt belegen lässt – sie beschreibt eine bewusste strategische Entscheidung statt eines in Kauf genommenen, aber unbeabsichtigten Kontrollverlusts.
Für Leser, die sich ein eigenes Bild machen wollen, ist deshalb wichtig festzuhalten: Unstrittig und in mehreren unabhängigen Quellen übereinstimmend belegt ist, dass ein erheblicher Teil der amerikanischen und alliierten Waffenlieferungen bei jihadistischen Kräften landete und dass dies der US-Regierung während des laufenden Programms bekannt war.
Ob dahinter eine bewusste Strategie oder ein Kontrollversagen stand, bleibt Gegenstand unterschiedlicher, teils politisch geprägter Interpretationen. Dass ein solches Programm existierte, ist damit gut belegt. Entscheidend ist jedoch die Frage, wer am Ende von diesen Waffen profitierte.
Zur der Rolle Washingtons und seiner Verbündeten gehört auch ein Dokument, das 2016 über WikiLeaks öffentlich wurde: eine im August 2014 verschickte E-Mail aus dem Account der damaligen Ex-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin
Hillary Clinton an ihren Wahlkampfleiter John Podesta. Darin wird festgehalten, dass die Regierungen Katars und Saudi-Arabiens verdeckt finanzielle und logistische Unterstützung an den IS und andere radikale sunnitische Gruppen in der Region leisteten. Zwei Einschränkungen gehören zu diesem Fund: Erstens handelt es sich um eine gehackte private E-Mail, deren Authentizität von der Clinton-Kampagne nie ausdrücklich bestätigt wurde, auch wenn sie ebenso wenig dementiert wurde. Zweitens stammt die zitierte Einschätzung offenbar aus einem an Clinton weitergeleiteten Lagebericht ihres langjährigen Vertrauten Sidney Blumenthal und lässt sich nicht ohne Weiteres als eigenständige Analyse des State Department lesen. Aussagekräftiger und besser dokumentiert ist ein während Clintons Amtszeit als Außenministerin entstandenes, 2010 über WikiLeaks veröffentlichtes diplomatisches Kabel von 2009: Es hält als Einschätzung des State Department fest, saudische Spender seien weltweit die bedeutendste Finanzierungsquelle sunnitischer Terrorgruppen, und saudische Stellen ließen sich nur schwer dazu bewegen, gegen diese Finanzströme vorzugehen.
Beide Dokumente belegen damit vor allem eines: dass innerhalb der US-Regierung selbst – und namentlich bei Clinton – frühzeitig ein Problembewusstsein für die Rolle enger amerikanischer Golfverbündeter bei der Finanzierung jihadistischer Gruppen bestand, während die öffentliche Linie der Obama-Regierung gegenüber Riad und Doha deutlich zurückhaltender blieb. Das ist etwas anderes, als dass die USA selbst den IS finanziert hätten – es zeigt jedoch, dass die amerikanische Regierung über die problematische Rolle ihrer eigenen Bündnispartner intern besser informiert war, als es die öffentliche Diplomatie erkennen ließ. Saudi-Arabien, Katar und die Türkei unterstützten parallel unterschiedliche, teils konkurrierende Fraktionen; auf dem Schlachtfeld verwischten die Grenzen zwischen „moderaten" und jihadistischen Kräften rasch. Die von den USA unterstützte Gruppe Harakat Hazm löste sich 2015 nach schweren Niederlagen gegen die al-Qaida-nahe Jabhat al-Nusra auf. Noch deutlicher scheiterte ein separates, mit rund 500 Millionen US-Dollar ausgestattetes Pentagon-Programm zur Ausbildung einer neuen Kämpfertruppe gegen den IS: Im September 2015 musste CENTCOM-Kommandeur General Lloyd Austin vor dem US-Kongress einräumen, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch vier oder fünf ausgebildete Kämpfer im Feld standen;
kurz darauf bestätigte CENTCOM, dass eine Gruppe amerikanisch ausgebildeter Kämpfer Fahrzeuge und Munition an einen mutmaßlichen al-Nusra-Vermittler abgegeben hatte, um sich freien Abzug zu erkaufen.
Wie viel Verantwortung trägt der Westen für den Aufstieg des IS?
Hier ist Präzision entscheidend. Die pauschale These, die CIA habe den „Islamischen Staat" finanziert oder gegründet, lässt sich durch belastbare Quellen nicht stützen. Der IS entstand organisatorisch nicht in Syrien, sondern aus al-Qaida im Irak, dessen Wurzeln unmittelbar in das Machtvakuum nach der amerikanischen Invasion von 2003 zurückreichen – De-Baathifizierung und sunnitisch-schiitischer Machtkampf boten unter Abu Musab al-Zarqawi einen idealen Nährboden. Der syrische Bürgerkrieg verschaffte dieser bereits existierenden Organisation anschließend ein enormes neues Operationsgebiet.
Die westliche Mitverantwortung liegt also weniger in einer nachweisbaren direkten Finanzierung als in einer Kette politischer Entscheidungen: der Irakkrieg zerstörte das alte Machtgefüge, der syrische Bürgerkrieg schuf unkontrollierte Räume, regionale und westliche Waffenprogramme militarisierten die Opposition zusätzlich, die türkische Grenze diente zeitweise als bedeutende Route für ausländische Kämpfer. Der IS selbst finanzierte sich nach Angaben des US-Finanzministeriums überwiegend aus eigenen Quellen in den von ihm kontrollierten Gebieten – Öl- und Gasverkauf, Erpressung, Entführungen, Bankraub; allein 2015 wurden die Einnahmen auf rund eine Milliarde US-Dollar geschätzt, davon etwa die Hälfte aus Ölverkäufen. Die historisch belastbare Formulierung lautet: Der Westen hat den IS nicht als Organisation aufgebaut und finanziert, westliche und regionale Politik schuf jedoch Bedingungen, Waffenströme und Machtvakuen, von denen jihadistische Kräfte einschließlich des IS erheblich profitierten.
Vom al-Qaida-Kommandeur zum Präsidenten: der Weg Ahmed al-Sharaas
Als sich der syrische Krieg 2011/2012 zuspitzte, entsandte der Chef von al-Qaida im Irak, Abu Bakr al-Baghdadi, einen seiner Kommandeure nach Syrien: Abu Mohammed al-Jolani – heute bekannt als Ahmed al-Sharaa. Al-Jolani gründete Anfang 2012 Jabhat al-Nusra, die rasch zu einer der schlagkräftigsten Kräfte des Aufstands wurde. Das US-Außenministerium stufte al-Nusra 2012 offiziell als al-Qaida-Ableger ein; al-Jolani selbst wurde 2013 von den USA sanktioniert und von den Vereinten Nationen in das al-Qaida-Sanktionsregime aufgenommen. Er hatte zuvor im Umfeld von al-Qaida im Irak gekämpft und mehrere Jahre in amerikanischer Gefangenschaft im Irak verbracht.
2016 erklärte seine Organisation formal die Trennung von al-Qaida; aus mehreren Umbenennungen und Zusammenschlüssen entstand Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS), die sich zunehmend als syrisch-nationalistische islamistische Kraft darzustellen versuchte. Ob es sich um eine echte ideologische Wandlung oder ein taktisches Rebranding handelte, wird bis heute diskutiert. In der von HTS jahrelang beherrschten Provinz Idlib dokumentierte Human Rights Watch willkürliche Inhaftierungen, Misshandlungen und Foltervorwürfe gegenüber Kritikern; noch 2024 kam es dort zu Protesten gegen die autoritäre Herrschaft der Organisation und gegen al-Jolani persönlich.
Ende November 2024 begann eine von HTS geführte Rebellenallianz eine überraschende Offensive. Geschwächt durch andere Konflikte (Iran, Hisbollah) und die russische Bindung im Ukrainekrieg sowie durch Korruption und Erschöpfung der eigenen Truppen, zerfiel die syrische Armee binnen Tagen; am 8. Dezember 2024 endete die jahrzehntelange Herrschaft der Familie Assad, Bashar al-Assad floh nach Russland. An der Spitze der Sieger stand der frühere al-Qaida-Kommandeur.
Vom Sanktionierten zum Staatsgast
Noch 2024 war al-Sharaa international sanktioniert; die USA hatten über ihr „Rewards for Justice"-Programm eine Belohnung von zehn Millionen US-Dollar für Hinweise zu ihm ausgesetzt. Am 20. Dezember 2024 trafen ihn amerikanische Diplomaten in Damaskus, die Belohnung wurde daraufhin aufgehoben. Am 29. Januar 2025 wurde er zum Übergangspräsidenten ernannt, im Mai 2025 von Emmanuel Macron in Paris empfangen – seine erste Europareise als syrisches Staatsoberhaupt. Im Juli 2025 strichen die USA HTS von der Liste ausländischer Terrororganisationen, im November 2025 nahm der UN-Sicherheitsrat mit Resolution 2799 auch al-Sharaa selbst von der ISIL-/al-Qaida-Sanktionsliste. Am 24. August 2026 strichen die USA schließlich Syrien von der Liste der „State Sponsors of Terrorism", auf der das Land seit 1979 gestanden hatte.
Eine wichtige Präzisierung: Gegen al-Sharaa bestand kein internationaler Haftbefehl im Sinne des Internationalen Strafgerichtshofs oder Interpols. Er stand auf der UN-Sanktionsliste für ISIL und al-Qaida, verbunden mit Reisebeschränkungen und Vermögenssperren, sowie unter der erwähnten US-Kopfgeldauslobung – für seine Frankreichreise 2025 erhielt er eine Ausnahmegenehmigung von diesen UN-Reisebeschränkungen. Politisch ist der Vorgang kaum weniger bemerkenswert als ein aufgehobener Haftbefehl, juristisch aber etwas anderes.
Minderheiten unter der neuen Ordnung
Al-Sharaa versprach nach der Machtübernahme wiederholt Schutz für alle religiösen und ethnischen Gemeinschaften; die Realität blieb bislang deutlich hinter diesem Anspruch zurück. Im März 2025 kam es an der syrischen Küste nach Angriffen assad-loyaler Kräfte auf neue Sicherheitskräfte zu einer massiven Eskalation, in deren Verlauf regierungsnahe bewaffnete Gruppen in großem Umfang Angehörige der alawitischen Minderheit töteten; Reuters berichtete von nahezu 1.500 Toten. UN-Menschenrechtsexperten dokumentierten zudem summarische Hinrichtungen, Entführungen alawitischer Frauen und Mädchen sowie unzureichend aufgeklärte Übergriffe.
Im drusisch geprägten Suweida eskalierte die Lage im Juli 2025 erneut; eine UN-Untersuchung kam 2026 zu dem Ergebnis, dass mehr als 1.700 Menschen getötet wurden, wobei Regierungstruppen, verbündete Kämpfer, drusische Milizen und beduinische Kräfte Taten begingen, die möglicherweise Kriegsverbrechen darstellen. Ein Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Damaskus im Juni 2025 tötete mindestens 25 Menschen. Von einer nachgewiesenen, zentral gesteuerten staatlichen Vernichtungspolitik gegen einzelne Minderheiten zu sprechen, wäre nach gegenwärtigem Kenntnisstand jedoch zu weitgehend. Belastbar ist: Alawiten, Drusen, Christen, Kurden und Schiiten stehen auch unter der neuen Führung unter erheblichem Sicherheitsdruck, Angehörige oder Verbündete der neuen Sicherheitskräfte waren an schweren Verbrechen beteiligt, während die Regierung erklärt, diese nicht zu billigen und Täter verfolgen zu wollen. Ob daraus ein pluralistischer Staat oder eine stärker zentralisierte islamistische Ordnung wird, ist offen.
Ein weiterer Machtzuwachs der Zentralregierung erfolgte am 25. August 2026, als SDF-Kommandeur Mazloum Abdi die Auflösung der kurdisch dominierten Syrian Democratic Forces als eigenständige militärische Organisation erklärte; ihre Einheiten sollen in die syrischen Streitkräfte integriert werden. Damit konzentriert sich die militärische Macht in einem Ausmaß bei Damaskus, das noch ein Jahr zuvor kaum vorstellbar schien.
Russland: militärische Rettung und geostrategischer Preis
Bis 2015 geriet Assad trotz iranischer und libanesischer Unterstützung militärisch zunehmend unter Druck. Der russische Kriegseintritt im September 2015 veränderte den Kriegsverlauf grundlegend: Luftangriffe, Berater und die Koordination mit syrischen und iranischen Kräften stabilisierten die Fronten und ermöglichten ab 2016 (Fall Ost-Aleppos) die schrittweise Rückeroberung großer Landesteile. Moskaus Motive waren doppelt: Erhalt eines langjährigen Verbündeten und Vermeidung eines zweiten „Libyen-Szenarios", in dem ein westlich unterstützter Regimewechsel Russland politischen Einfluss kosten würde. Vor allem aber war Syrien militärgeografisch von hohem Wert – der Hafen Tartus, seit Jahrzehnten Russlands einziger dauerhafter Marinestützpunkt im Mittelmeerraum, und der ab 2015 genutzte Luftwaffenstützpunkt Hmeimim bei Latakia verschafften Moskau eine dauerhafte militärische Plattform nahe der Türkei, Israel, Libanon, Zypern und den Seewegen Richtung Suezkanal; 2017 sicherte sich Russland langfristige Nutzungsrechte über Jahrzehnte.
Die russische Kriegsführung darf dabei nicht beschönigt werden: Menschenrechtsorganisationen dokumentierten wiederholte Angriffe syrischer und russischer Kräfte auf zivile Infrastruktur und Krankenhäuser. Die OPCW stellte in mehreren Untersuchungen den Einsatz chemischer Waffen durch syrische Regierungskräfte fest – für Douma 2018 identifizierte sie die syrische Luftwaffe als verantwortlich für einen Chlorangriff, ein gemeinsamer UN-OPCW-Mechanismus machte die Regierung zuvor für weitere Chemiewaffeneinsätze verantwortlich, benannte in einem Fall aber auch den IS als Nutzer von Senfgas.
Nach Assads Sturz verhandelte die neue syrische Führung achtzehn Monate lang mit Moskau über die Zukunft der Militärbasen; laut Berichten einigte man sich auf einen Kompromiss, wonach Russland einen Teil seines militärischen Brückenkopfs behält, während die syrischen Anlagen in gemeinsame syrisch-russische Ausbildungszentren umgewandelt werden.
Warum arbeitet der Westen heute mit al-Sharaa zusammen?
Die Zusammenarbeit Europas und der USA mit der neuen syrischen Führung erklärt sich nicht aus vergessener Vergangenheit, sondern aus Realpolitik: Eine Isolation der neuen Regierung birgt aus westlicher Sicht das Risiko eines erneuten Staatszerfalls, wiedererstarkter jihadistischer Gruppen, ausbleibender Flüchtlingsrückkehr und wachsenden russischen oder iranischen Einflusses. Hinzu kommen konkrete Interessen: Verhinderung neuer Fluchtbewegungen, Eindämmung des IS, Schwächung des iranischen Einflusses nach Assads Sturz, Sicherheitsgarantien für Israel im Süden, wirtschaftliche Chancen für Golfstaaten und der Wunsch europäischer Regierungen, perspektivisch über die Rückkehr syrischer Geflüchteter zu sprechen.
Auch finanziell begann eine rasche Normalisierung: Bei der Brüsseler Syrien-Konferenz im März 2025 sagten internationale Geber insgesamt 5,8 Milliarden Euro zu, davon rund 2,5 Milliarden Euro von der EU allein für 2025/2026 (mit Mitgliedstaaten zusammen etwa 3,4 Milliarden Euro) – Mittel für humanitäre Hilfe, Wiederaufbau und Stabilisierung, kein direkter Transfer an die Regierung. Im Mai 2025 hob die EU den Großteil der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien auf, sicherheitsbezogene Maßnahmen blieben bestehen; im Mai 2026 wurde das seit 2011 teilweise ausgesetzte EU-Syrien-Kooperationsabkommen vollständig wiederhergestellt. Der Westen erwartet im Gegenzug, dass al-Sharaa den IS bekämpft, Minderheiten schützt, die Grenze zu Israel kontrolliert, iranischen Einfluss fernhält und Syrien wirtschaftlich öffnet. Ob er diesen Erwartungen dauerhaft gerecht wird, bleibt eine offene Frage – der Beweis dafür kann nicht allein darin liegen, dass westliche Regierungen entschieden haben, ihn künftig als Partner zu behandeln.
Ein wiederkehrendes Muster
Trotz aller Unterschiede zeigen Libyen und Syrien eine gemeinsame Struktur: Auf einen autoritären, aber funktionierenden Staat folgten reale Proteste gegen dessen Repression, dann Militarisierung, die Auswahl lokaler Partner durch ausländische Mächte, der Zufluss von Waffen und Geld – wobei sich ideologisch radikale Organisationen im Feld häufig als schlagkräftiger erwiesen als gemäßigte Gruppen –, schließlich der Zusammenbruch des staatlichen Gewaltmonopols und am Ende der Versuch des Westens, mit denjenigen Kräften zu kooperieren, die aus dem Chaos als Sieger hervorgingen. In Libyen bestand 2011 die Hoffnung auf einen zügigen demokratischen Übergang; fünfzehn Jahre später existieren zwei rivalisierende Machtzentren. In Syrien lautet die Hoffnung nun, aus einer von ehemaligen Jihadisten dominierten Siegerkoalition könne eine stabile, pluralistische Ordnung entstehen. Angesichts der Vorgeschichte ist Skepsis dabei keine Verschwörungstheorie, sondern historische Erfahrung.
Verantwortung ohne einzelnen Urheber
Der zentrale Befund dieser fünfzehn Jahre ist weniger ein geheimer Masterplan als das Zusammentreffen widersprüchlicher Ziele, kurzfristiger Interessen und einer erheblichen Überschätzung der eigenen Fähigkeit, komplexe Gesellschaften nach einem Regimewechsel neu zu ordnen. Weder in Libyen noch in Syrien gab es einen tragfähigen Plan für die Zeit nach dem Sturz des jeweiligen Herrschers; im Fall Syriens kollidierten zudem die Interessen der beteiligten Regionalmächte – Saudi-Arabien, Katar, die Türkei – mit denen Washingtons, während Russland, Iran und die Hisbollah wiederum eigene, gegenläufige Ziele verfolgten. Das Ergebnis war kein kontrollierter Regimewechsel, sondern ein geopolitischer Großversuch ohne gemeinsamen Bauplan.
Zugleich lässt sich die Verantwortung nicht allein im Westen verorten. Ohne Assads gewaltsame Reaktion auf die Proteste von 2011 wäre der syrische Krieg in dieser Form kaum entstanden; ohne Gaddafis jahrzehntelange personalistische Herrschaft hätte Libyen möglicherweise stärkere, den Umbruch überdauernde Institutionen besessen; ohne die Finanzierung durch Saudi-Arabien, Katar und die Türkei wäre die syrische Opposition nicht in diesem Ausmaß bewaffnet worden; ohne Iran und die Hisbollah hätte Assad den Krieg früher verlieren können; ohne Russlands Eingreifen 2015 hätte seine Regierung wohl nicht überlebt; und ohne den amerikanischen Irakkrieg von 2003 hätte sich al-Qaida im Irak kaum in jener Form entwickelt, aus der später der IS hervorging. Die Bilanz besitzt viele Verantwortliche – in Damaskus, Tripolis, Moskau und Teheran ebenso wie in Washington, London, Paris, Ankara und Doha.
Bilanz: zwei Länder, eine offene Frage
2010 war Syrien ein autoritärer, aber wirtschaftlich wachsender Staat; die Weltbank bezifferte die kumulierten Kriegsschäden bis Ende 2016 auf rund 226 Milliarden US-Dollar, zwischen 400.000 und 470.000 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben, mehr als die Hälfte der Vorkriegsbevölkerung vertrieben; 2025 schätzte die Weltbank die notwendigen Wiederaufbaukosten auf rund 216 Milliarden US-Dollar. 2010 war Libyen eine autoritäre Öldiktatur mit dem höchsten Lebensstandard Afrikas und einem funktionierenden Zentralstaat; heute stehen sich rivalisierende Regierungen und Milizen gegenüber, während internationale Organisationen Folter, Entführung und Sklaverei gegenüber Migranten dokumentieren.
Der Arabische Frühling versprach Freiheit. In Tunesien führte er zeitweise tatsächlich zu einer demokratischen Ordnung, in Bahrain wurde er niedergeschlagen, in Ägypten mündete er erneut in ein autoritäres System, Jemen und Libyen zerfielen, Syrien wurde zum Schauplatz eines internationalen Stellvertreterkriegs. Und an dessen Ende sitzt heute ein Mann im Präsidentenpalast von Damaskus, dessen politische Organisation aus al-Qaida im Irak hervorging. Ob Ahmed al-Sharaa tatsächlich zu jenem pragmatischen Staatsmann wird, als den er sich präsentiert, oder ob die dokumentierte Gewalt gegen Alawiten und Drusen sowie die zunehmende Machtkonzentration der neuen Führung ein anderes Bild zeichnen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist bereits jetzt: Außenpolitische Interventionen scheitern selten daran, dass niemand weiß, wie ein Krieg beginnt – sie scheitern daran, dass erstaunlich wenige Beteiligte eine belastbare Antwort auf die Frage haben, wie die Ordnung danach aussehen soll.
Quellen
Für diese Aufarbeitung wurden insbesondere Veröffentlichungen und Untersuchungen des UN-Sicherheitsrats, der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), des UN-Menschenrechtsbüros (OHCHR), der UN-Mission UNSMIL, der Europäischen Union, der NATO, der Weltbank, des US-Finanz- und Außenministeriums, des britischen House of Commons Foreign Affairs Committee sowie von Human Rights Watch und Amnesty International herangezogen, ergänzt um Berichterstattung von Reuters, Washington Post, Los Angeles Times, New York Times und dem Council on Foreign Relations. Besonders relevant sind der britische Parlamentsbericht zum Scheitern der Libyen-Intervention, die UN-/OPCW-Untersuchungen zu Chemiewaffeneinsätzen in Syrien, die Berichterstattung zum CIA-Rebellenprogramm „Timber Sycamore", die Finanzdaten des US-Finanzministeriums zum IS, die UN-Sanktionsakten zu Ahmed al-Sharaa sowie aktuelle UN- und Agenturberichte zur Gewalt gegen Minderheiten und zur politischen Neuordnung Syriens. Links und Quellen (Auswahl)
Syrien – Überblick, Vorkriegszeit, humanitäre Bilanz
- Wikipedia: Syrischer Bürgerkrieg – https://de.wikipedia.org/wiki/Syrischer_B%C3%BCrgerkrieg
- Malteser International: Der Bürgerkrieg in Syrien – ein Überblick – https://www.malteser-international.org/de/hilfe-weltweit/naher-osten/syrien/der-buergerkrieg-in-syrien-ein-ueberblick.html
Libyen – NATO-Intervention und Folgen
- bpb: NATO-Einsatz in Libyen – https://www.bpb.de/themen/internationale-organisationen/nato/555989/nato-einsatz-in-libyen/
- Bundeswehr / Zeitschrift für Innere Führung: Der Konflikt in Libyen – https://www.bundeswehr.de/de/organisation/zentrum-innere-fuehrung/unsere-angebote/if-zeitschrift-fuer-innere-fuehrung/der-konflikt-in-libyen-5210326
Ahmed al-Sharaa / HTS
- Wikipedia: Ahmed al-Scharaa – https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmed_al-Scharaa
- taz: HTS als Terrorvereinigung – https://taz.de/HTS-als-Terrorvereinigung/!6059153/
- Jerusalem Post: Bericht zu al-Sharaas Vergangenheit (Camp Bucca) – https://www.jpost.com/middle-east/article-850482
Russland in Syrien
- IPG Journal: Im Vakuum – Russlands Rolle in Syrien – https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/im-vakuum-7985/
- NZZ: Russland kann seinen Einfluss in Syrien teilweise behalten – https://www.nzz.ch/international/russland-kann-seinen-einfluss-in-syrien-teilweise-behalten-ld.10019017
CIA-Programm „Timber Sycamore" und Waffenflüsse an Extremisten
- Wikipedia: Timber Sycamore – https://en.wikipedia.org/wiki/Timber_Sycamore
- Al Jazeera / New York Times (gemeinsame Recherche): Waffendiebstahl in Jordanien – https://www.aljazeera.com/news/2016/06/cia-weapons-syrian-rebels-jordan-black-market-160626141335170.html
- NBC News: Rebel arms flow said to benefit jihadists in Syria – https://www.nbcnews.com/news/amp/wbna49411570
- GlobalSecurity.org (Wall Street Journal, Wiederveröffentlichung): CIA moving arms to Jordan for Syria's militants – https://www.globalsecurity.org/wmd/library/news/syria/2013/syria-130627-presstv01.htm
- GlobalSecurity.org (VOA, Wiederveröffentlichung): Arming opposition questioned – https://www.globalsecurity.org/wmd/library/news/syria/2013/syria-130530-voa03.htm
- Fox News: Half of Syrian rebels are hardline Islamists, British study – https://www.foxnews.com/world/half-of-syrian-rebels-are-hardline-islamists-british-study
- PBS NewsHour: Islamists fighting with Syrian rebels get arms from Saudi Arabia and Qatar – https://www.pbs.org/newshour/show/islamists-fighting-with-syrian-rebels-get-arms-from-saudi-arabia-and-qatar
- PBS NewsHour/Frontline: Rebels fighting jihadists in Syria – https://www.pbs.org/newshour/world/frontline-looks-rebel-fight-jihadists-syria
- Jeremy Kuzmarov (Substack): U.S. Media Ignored How CIA's Operation Timber Sycamore Paved the Way – https://jeremykuzmarov.substack.com/p/us-media-ignored-how-cias-operation
- Meaning in History (Substack): Remember Timber Sycamore – https://meaninginhistory.substack.com/p/remember-timber-sycamore
- Fox News (Meinungsbeitrag): Why Trump shouldn't pull the plug on Syrian rebels – https://noticias.foxnews.com/opinion/why-trump-shouldnt-pull-the-plug-on-syrian-rebels.print
- The Herald on Sunday via PressReader: Weapons and jihadist allies – https://www.pressreader.com/uk/the-herald-on-sunday/20130414/281749856832038
- Fox News: Syria rebels seize ammo depot – https://www.foxnews.com/world/syria-rebels-seize-ammo-depot
- Fox News: Syria rebel chief – extremists stealing revolution – https://www.foxnews.com/world/syria-rebel-chief-extremists-stealing-revolution
CIA und IS – Chemiewaffen-Aussage
- GlobalSecurity.org (VOA, Wiederveröffentlichung): CIA – Islamic State Has Chemical Weapons – https://www.globalsecurity.org/security/library/news/2016/02/sec-160212-voa01.htm
Anti-Spiegel / Thomas Röper – These zur gezielten CIA/MI6-Rolle
- Anti-Spiegel: Wie die CIA und der MI6 den IS erschaffen haben – https://anti-spiegel.ru/2024/wie-die-cia-und-der-mi6-den-is-erschaffen-haben/
Hillary Clinton – geleakte E-Mail (2014) und Kabel (2009) zu Katar/Saudi-Arabien
- AEI: Clinton Email on Saudi Arabia's Support of ISIS Deeply Troubling – https://www.aei.org/foreign-and-defense-policy/middle-east/clinton-email-on-saudi-arabias-isis-deeply-troubling/
- The Intercept: Hillary Clinton Acknowledges Saudi Terror Financing in Hacked Email – https://theintercept.com/2016/10/12/hillary-clinton-acknowledges-saudi-terror-financing-in-hacked-email-hinting-at-tougher-approach/
- NZ Herald: Hillary Clinton email leaks – Saudi Arabia and Qatar fund ISIS – https://www.nzherald.co.nz/world/hillary-clinton-email-leaks-saudi-arabia-and-qatar-fund-isis/BQSBZYFHBBAPIDCFT5D25G7NZI/
- Salon: Leaked Hillary Clinton emails show U.S. allies Saudi Arabia and Qatar supported ISIS – https://www.salon.com/2016/10/11/leaked-hillary-clinton-emails-show-u-s-allies-saudi-arabia-and-qatar-supported-isis/
- VOA: Leaked Clinton Email Suggests Gulf Allies' Support for IS – https://www.voanews.com/a/leaked-clinton-email-suggests-gulf-allies-support-islamic-state/3559945.html
- The New American: Hillary Clinton Admits in E-mail – Qatar and Saudi Arabia Are Clandestinely Helping ISIS – https://thenewamerican.com/us/politics/foreign-policy/hillary-clinton-admits-in-e-mail-qatar-and-saudi-arabia-are-clandestinely-helping-isis/
- RT: Clinton knew Saudi Arabia, Qatar provide 'clandestine' support to ISIS – WikiLeaks – https://www.rt.com/usa/362312-clinton-saudi-arabia-qatar-isis/
- Fox News: Podesta leaks show Clinton email linking Saudi Arabia, Qatar to ISIS – https://www.foxnews.com/politics/podesta-leaks-show-clinton-email-linking-saudi-arabia-qatar-to-isis
- Yahoo News: In leaked email, Clinton claims Saudi and Qatari governments fund ISIL – https://www.yahoo.com/news/in-leaked-email-clinton-claims-saudi-and-qatari-governments-fund-isis-221758254.html
- Medium (pitt_bob): Is Saudi Arabia funding ISIS? Fact-checking – Einordnung zur Herkunft der Clinton-Mail (Blumenthal-Memo) –
https://medium.com/@pitt_bob/is-saudi-arabia-funding-isis-fact-checking-factcheck-f4af7c005888































