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🇮🇱 🇺🇸 🇮🇷 IRAN-KRIEG & HORMUS 🇮🇱 🇺🇸 🇮🇷

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Zwischen Vernichtungsdrohung und Gesprächsangebot:

Die Iran-Woche bei den Vereinten Nationen

Donald Trump droht in New York mit der Vernichtung der Islamischen Republik. Irans Präsident antwortet mit Trotz und einem Verhandlungsangebot. Hinter verschlossenen Türen sprechen beide Seiten erstmals seit Juni wieder direkt miteinander. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen, und Teheran setzt Washington eine Frist.


New York, 25. September 2026. Sieben Monate nach Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran hat der Konflikt die Generaldebatte der 81. UN-Vollversammlung bestimmt. Die Ereignisse der Woche widersprechen sich scheinbar. Von der Tribüne kamen die schärfsten Worte seit Kriegsbeginn. In den Nebenräumen saßen amerikanische und iranische Unterhändler zum ersten Mal seit Monaten wieder an einem Tisch.

Zur Vorgeschichte: Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf iranische Militärziele, bei denen auch der Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde. Iran sperrte daraufhin die Straße von Hormus für die ausländische Schifffahrt. Eine im Juni unterzeichnete Absichtserklärung sollte die Kämpfe beenden, die Meerenge wieder öffnen und eine 60-tägige Verhandlungsphase einleiten. Wenige Wochen später wurde jedoch wieder gekämpft. Am 17. August lief die Vereinbarung ohne Einigung aus.


Trump: „Oder vernichte ich die Islamische Republik?“

US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag, 22. September. Er bezeichnete Iran als „Terror-Förderer Nummer eins“ und widmete dem Land einen Großteil seiner Rede. Seine Regierung, sagte er, stelle sich einer Bedrohung, der frühere Führungen ausgewichen seien. Dann stellte er die Versammlung vor die Alternative, die er für sich selbst sieht. Entweder ein Abkommen, das Iran den Wiederaufbau erlaube, „oder vernichte ich die Islamische Republik, und zwar schnell?“. Er fügte die Frage hinzu, ob er das Land „in die Hölle treiben“ solle.

Trump dankte dem UN-Sicherheitsrat für die Resolution, die iranische Angriffe auf Handelsschiffe verurteilt. Nach seinen Angaben hat die US-Marine inzwischen mehr als eine Milliarde Barrel Öl aus der Straße von Hormus eskortiert. Zudem sagte er, Iran warte mit einer Einigung vermutlich bis nach den Zwischenwahlen in den USA.


Pezeshkian: „Wir haben das Knie nicht gebeugt“

Einen Tag später trat Irans Präsident Masoud Pezeshkian ans Rednerpult. Er begann mit einer direkten Antwort auf Trump: Der US-Präsident habe Iran als Terroristen bezeichnet, dabei sei Iran selbst „Opfer von Terrorismus“. Er hielt ein Porträt des getöteten Ali Khamenei hoch, der nach seinen Worten ohne jede rechtliche Grundlage ermordet worden sei. Danach zeigte er Fotos von Kindern, die nach seiner Darstellung bei amerikanisch-israelischen Angriffen auf eine Schule und eine Sporthalle starben, und Bilder ihrer Gräber.

„Sie haben uns getroffen, aber wir haben weder den Kopf gesenkt noch das Knie gebeugt“, sagte Pezeshkian. Am Ende seiner Rede richtete er sich namentlich an Trump. Iran sei bereit zu Dialog, Diplomatie und Verhandlungen, „aber ohne die Sprache der Gewalt“.

Die Rede wurde von einem Eklat begleitet. Zu Beginn verließ ein Vertreter der US-Delegation den Saal, die israelische Delegation boykottierte die Ansprache. Reuters und AP bestätigten den Auszug. Berichten zufolge hatten zuvor iranische Delegierte während Trumps Rede den Saal verlassen. Vor dem UN-Gebäude protestierten nach Medienberichten Tausende Exil-Iraner gegen den Auftritt ihres Präsidenten.


Guterres: „Die Kämpfe müssen aufhören“

UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Debatte am Dienstag eröffnet. Es war seine letzte Rede in diesem Amt. Die sogenannten Waffenruhen im Nahen Osten, sagte er, seien kaum mehr als „kleinere Brände“ gewesen, und die Zivilbevölkerung zahle weiter den Preis. „Die Kämpfe müssen aufhören.“ Zugleich forderte er, humanitäre Hilfe durchzulassen und die Freiheit der Schifffahrt nach Völkerrecht vollständig wiederherzustellen. Er sagte außerdem, Supermächte stießen an die Grenzen ihrer Macht. Militärische Stärke allein könne keinen Frieden sichern.


Drei Stunden hinter verschlossenen Türen

Während Trump sprach, trafen sich seine Unterhändler mit der Gegenseite. Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner verhandelten am 22. September drei Stunden lang mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Es war der erste öffentlich bestätigte Kontakt beider Regierungen seit Juni. Katar hatte das Treffen organisiert, sein Premierminister war die meiste Zeit anwesend. Trump sprach anschließend von einem „sehr guten, sehr produktiven Treffen“.

Regionale Quellen berichteten der Zeitung The National, Iran habe einen Fahrplan übergeben. Er sieht eine regionsweite Waffenruhe von bis zu 60 Tagen vor, eine schrittweise Öffnung der Meerenge, ein Ende der US-Blockade und einen Stopp iranischer Angriffe auf arabische Nachbarn. Nach denselben Quellen schloss Trump jedoch aus, die Blockade aufzuheben, bevor Iran ausreichend guten Willen zeige. Das US-Außenministerium gab sich demonstrativ gelassen. Sprecher Tommy Pigott sagte, der Präsident halte „alle Karten in der Hand“ und erhöhe weiter den Druck.


Teheran setzt eine Frist

In Teheran fielen die Töne härter aus. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, sagte im Staatsfernsehen, die USA müssten zuerst Irans sieben Bedingungen erfüllen. Erst dann werde die Meerenge geöffnet und verhandelt. Washington habe dafür „vier bis fünf Tage“. Öffentlich genannt sind bisher drei dieser Bedingungen: ein Ende der Kämpfe an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen und das Ende der Seeblockade. Die vollständige Liste hat Teheran nicht veröffentlicht. Trumps UN-Rede nannte Rezaei „seinen größten Fehler und seine dümmste Torheit“.

Den Nachbarstaaten drohte Rezaei zugleich: Wer mit den USA beim Stoppen iranischer Flüge kooperiere, dessen Flughäfen könnten ebenfalls nicht mehr arbeiten. Wie das geschehen soll, ließ er offen. Kurz darauf setzten die Vereinigten Arabischen Emirate ab Donnerstag alle Flüge iranischer Fluggesellschaften bis auf Weiteres aus. Sie beriefen sich auf das US-Verbot gegen iranische Airlines.

Am Donnerstag folgte eine weitere Warnung. Generalmajor Yahya Rahim Safavi, Militärberater des Obersten Führers Mojtaba Khamenei, sagte in einem Video der Nachrichtenagentur Fars, der Krieg habe sich bereits vom Persischen Golf bis ins Rote Meer ausgebreitet. Bei neuen Angriffen könne die Front den Indischen Ozean erreichen, „und vielleicht darüber hinaus“. Nach Angaben von AFP ist es das erste Mal, dass ein Berater des Obersten Führers den Indischen Ozean ausdrücklich nennt. Dort liegt der amerikanisch-britische Stützpunkt Diego Garcia, rund 4.000 Kilometer von Iran entfernt.


Netanyahu: Sturz des Regimes „nur eine Frage der Zeit“

Am Donnerstag sprach Israels Premierminister Benjamin Netanyahu. Vor seiner Rede verließen zahlreiche Delegierte den Saal. Netanyahu nannte sie „moralische Feiglinge“. Den Angriff auf Iran bezeichnete er als eine der leichtesten Entscheidungen, die er je habe treffen müssen. Den Sturz der iranischen Regierung nannte er „nur eine Frage der Zeit“ und sagte voraus, das iranische Volk werde eines Tages frei sein.


80 Staaten fordern offene Meerenge

Am selben Tag verlasen die Golfstaaten eine gemeinsame Erklärung. Rund 80 Staaten forderten darin die sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Bahrains Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani trug sie vor. Irans Vorgehen in der Meerenge, heißt es darin, bedrohe weiterhin die internationale Sicherheit und die Freiheit der Schifffahrt. Auch die Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien und im Roten Meer wurden verurteilt. Die Unterzeichner verlangen eine Durchfahrt ohne Gebühren oder Zusatzbedingungen. Al Zayani sagte, Handelsschifffahrt und Seeleute dürften nie als Druckmittel dienen.

Auch andere Staaten aus der Region äußerten sich. Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani sagte, der Golf durchlebe „eine seiner gefährlichsten Phasen“. Er forderte ein regionales System kollektiver Sicherheit und die Öffnung der Meerenge auf diplomatischem Weg. Jordaniens König Abdullah II. wies auf die Folgen für die ganze Welt hin. Wer glaube, Konflikte blieben in seiner Region, solle auf die Energie- und Lebensmittelrechnungen von Familien in Mumbai, Madrid oder Minnesota schauen.

Für Deutschland traf Außenminister Johann Wadephul seinen iranischen Kollegen. Vor dem Treffen sagte er, es sei an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und „den Würgegriff zu lösen“. Unter der Blockade litten nicht nur die Golfstaaten, sondern auch große Teile Asiens, Afrikas und Europas.


Xi in Washington, Raketen auf Saudi-Arabien

Parallel empfing Trump Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus. Xi erklärte, China unterstütze eine Rückkehr der USA und Irans zur Juni-Vereinbarung. Ein Durchbruch in der Iran-Frage wurde nicht gemeldet. Chinas Nahost-Sondergesandter Zhai Jun sagte am Freitag, die Lage im Nahen Osten sei ein großes Thema der Gespräche gewesen. Der erzielte Konsens werde entscheidend sein, um den Konflikt abzukühlen. Das Wall Street Journal berichtete zeitgleich, chinesische Lieferanten hätten im ersten Halbjahr rund 1.300 Lieferungen von Bauteilen mit möglicher militärischer Nutzung an Irans Verteidigungsministerium geschickt.

Pezeshkian äußerte sich am Freitag erneut. In einem Interview mit Fox News sagte er: „Es ist Amerika, das entscheiden muss, ob es dies beenden will oder nicht.“ Am selben Morgen feuerten die Huthis Dutzende Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien. Riad meldete sechs abgefangene ballistische Raketen, in Mekka, Dschidda und Janbu gab es Alarm. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan kündigten ein dringendes Treffen ihrer Generalstabschefs an. Iranische Vertreter signalisierten zugleich, die Meerenge könne binnen sieben Tagen geöffnet werden, wenn Washington die Blockade lockere.


Ölpreis steigt, Senat bleibt bei Trump

An den Märkten zeigten die Drohungen Wirkung. Brent-Rohöl schloss am Donnerstag bei 106,60 Dollar je Barrel, 3,4 Prozent mehr als am Vortag. Im Tagesverlauf lag der Preis zeitweise über 108 Dollar. Am Mittwoch durchquerten nur zehn Rohstoffschiffe die Straße von Hormus.

In Washington blieb der Senat auf Trumps Linie. Er lehnte am Donnerstag mit 50 zu 49 Stimmen eine Resolution ab, die den Präsidenten zum Ende des Krieges oder zur Einholung einer Genehmigung des Kongresses verpflichten sollte. Vier Republikaner stimmten dafür. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage befürworteten in dieser Woche nur 34 Prozent die Angriffe auf Iran. Der landesweite Benzinpreis liegt laut dem Automobilclub AAA derzeit bei durchschnittlich 4,48 Dollar pro Gallone.


Wie die Welt berichtet

Die internationalen Medien setzten deutlich unterschiedliche Schwerpunkte.

  • UN News, der Nachrichtendienst der Vereinten Nationen, stellte heraus, dass Pezeshkian den Terrorvorwurf gegen seine Kritiker zurückwandte.
  • Al Jazeera betonte die Doppelbotschaft aus scharfer Kritik an den USA und Bekenntnis zur Diplomatie.
  • NPR hob hervor, dass hier der Präsident eines Landes, das sich mit den USA im Krieg befindet, in New York sprach.
  • PBS vermerkte, Pezeshkians Aussage, Iran habe keine Zivilisten angegriffen, sei nachweislich falsch.
  • JNS (Israel) stellte der Rede eine zeitgleiche Aussage von US-Außenminister Marco Rubio gegenüber, wonach die Angriffe Irans und seiner Verbündeten auf Zivilisten beispiellos seien.
  • Iran International, ein oppositioneller Sender, berichtete, dass die den Revolutionsgarden nahestehende Agentur Tasnim Araghtschi für den Kontakt mit den Amerikanern scharf kritisierte.

Ob Washington auf die iranische Frist eingeht, ist offen. Die Generaldebatte läuft noch bis Montag, 28. September.


Quellen:
UN News (Pezeshkian, Trump) · NPR · Al Jazeera · Irish Times · IBTimes UK · PBS (Pezeshkian, Netanyahu) · CNN · Fox News · Middle East Eye · The National (Fahrplan, Pigott, Senat) · Iran International (Rezaei, Flüge) · JNS · Reuters via NewsNation · dpa via onvista · CNBC · The Business Standard/Al Jazeera · Arab News · Security Council Report · GlobalSecurity.org


🔴 UPDATE / 09.09.2026: Iran und USA eskalieren den Kampf um Hormus

Der Konflikt zwischen Iran und USA hat sich in den vergangenen 24 Stunden dramatisch verschärft. Im Zentrum steht inzwischen die Straße von Hormus – und damit eine der wichtigsten Energieadern der Welt.

Nach Angaben des US-Militärs zerstörten US-Kräfte fünf iranische Öltanker. Vorausgegangen seien zwei iranische Angriffsversuche mit ballistischen Raketen auf ein US-Kriegsschiff. Laut Washington konnte das Schiff beiden Angriffen ausweichen; US-Personal wurde nicht verletzt. Teheran reagierte umgehend: Die Revolutionsgarden erklärten, mehrere Schiffe in und vor Hormus angegriffen zu haben. Reuters berichtet von zehn betroffenen Schiffen; iranische Angaben sprechen inzwischen sogar von Angriffen auf bis zu 20 Schiffe. Zudem feuerte Iran Raketen auf einen von US-Kräften genutzten Militärstützpunkt im jordanischen Al-Azraq. Jordanien erklärte,

18 Raketen abgefangen zu haben.


Hormus faktisch weitgehend lahmgelegt

Die Straße von Hormus ist damit nicht nur Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen – der internationale Schiffsverkehr ist massiv eingebrochen. Iran beansprucht inzwischen weitgehende Kontrolle über die Passage und verlangt für Schiffe nach aktuellen Berichten Genehmigungen und Transitgebühren.

Wie viel Öl tatsächlich noch durch Hormus gelangt, ist allerdings schwer zu bestimmen. Tanker schalten teilweise ihre Transponder ab, weshalb die aktuellen Zahlen stark auseinandergehen. Klar ist jedoch: Der Verkehrsfluss liegt erheblich unter dem normalen Niveau.


Ölpreis über 100 Dollar

Die Folgen sind bereits an den Märkten sichtbar: Brent überschritt erstmals seit Juli wieder die Marke von 100 Dollar je Barrel.

Die Sorge vor länger anhaltenden Lieferausfällen nimmt zu.

Gleichzeitig weitet sich der Konflikt regional aus. Iran-nahe Huthi-Kräfte greifen inzwischen saudische Städte und Energieanlagen an, wodurch neben Hormus auch die Route über das Rote Meer erneut unter Druck gerät.


Noch gefährlicher wäre eine direkte Beschädigung oder Versenkung eines US-Kriegsschiffs mit Todesopfern. Dieser Punkt ist bislang nicht bestätigt. Ebenso sind die iranischen Angaben über Schäden an US-Schiffen teilweise nicht unabhängig überprüfbar.

Die Eskalation selbst ist jedoch real. Der Kampf um Hormus entwickelt sich inzwischen zu einem eigenständigen Kriegsschauplatz mit unmittelbaren Folgen für den globalen Energiemarkt.


🔴 UPDATE (07.09.26): Eskalation in der Straße von Hormus – USA und Iran greifen Schiffe an

Die Lage im Iran-Konflikt hat sich auf See deutlich verschärft. Die Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran verlagert sich zunehmend auf die Straße von Hormus und den internationalen Öl- und Schiffsverkehr.


Direkter Angriff auf US-Kriegsschiffe

Nach Angaben des US-Zentralkommandos feuerte die iranische Revolutionsgarde am Freitag ballistische Anti-Schiffs-Raketen auf einen US-Flugzeugträger und einen US-Zerstörer. Die US-Marine konnte die Angriffe abwehren; amerikanische Soldaten wurden nach US-Angaben nicht verletzt

Iran spricht inzwischen von einem erfolgreichen Test einer neuen Anti-Schiffs-Rakete gegen ein US-Kriegsschiff. Ob ein tatsächlicher Treffer erzielt wurde, ist jedoch nicht unabhängig bestätigt.

Die USA reagierten mit einer deutlichen Eskalation: US-Kräfte setzten drei iranische Öltanker außer Gefecht, darunter Schiffe vor Kharg Island und Jask sowie einen weiteren Tanker im Golf von Oman.


Hormus wird zum zentralen Kriegsschauplatz

Iran kündigt nun eine „restricted zone“ bzw. Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus an. Schiffe, die diese Zone ohne iranische Genehmigung passieren, sollen sanktioniert werden. Gleichzeitig will Teheran nach eigenen Angaben einen neuen, mit Oman abgestimmten Schifffahrtskorridor bekanntgeben.

Damit versucht Iran, die Kontrolle über die wichtigste Öl- und Gasroute der Region weiter auszubauen.

Der kommerzielle Schiffsverkehr ist bereits massiv eingebrochen: Nach aktuellen Kpler-Daten passieren durchschnittlich nur noch rund zehn größere Frachtschiffe pro Tag die Meerenge – der niedrigste Wert seit Mai.


Noch keine vollständige Blockade – aber faktisch massive Behinderung

Eine vollständige physische Sperrung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht eindeutig gegeben. Gleichzeitig wird der normale internationale Schiffsverkehr durch militärische Operationen, Drohungen und Kontrollen erheblich behindert.

Die USA haben nach eigenen Angaben bereits Schiffe umgeleitet, mehrere außer Gefecht gesetzt und weitere kontrolliert, um ihre Blockade iranischer Häfen durchzusetzen. Iran wiederum droht inzwischen offen mit weiteren Angriffen.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, weitere US-Angriffe würden eine „schwerere und schmerzhaftere“ Reaktion auslösen. Gleichzeitig warnte Teheran, amerikanische Energieanlagen und Öl- und Gasinteressen in der Golfregion seien verwundbar.


Gefahr für den globalen Ölmarkt

Die Eskalation trifft damit unmittelbar den internationalen Energiemarkt. Brent-Öl stieg am Montag zeitweise auf rund 97 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit etwa sechs Wochen.

Das Risiko besteht darin, dass sich der Konflikt von Angriffen auf iranische Öltanker zu einer systematischen gegenseitigen Behinderung der Energieversorgung entwickelt.


Ein wichtiger Punkt bleibt unbestätigt

Iran behauptete am Sonntag, ein unbemanntes US-Schiff in der Straße von Hormus getroffen zu haben. Das US-Zentralkommando wies diese Meldung jedoch ausdrücklich als falsch zurück. Ein erfolgreicher iranischer Treffer auf dieses US-Schiff ist daher nicht bestätigt.

Die Eskalation ist inzwischen eindeutig: Iran greift US-Militärziele auf See an → USA greifen iranische Öltanker an → Iran droht mit Angriffen auf US-Energieanlagen → Hormus wird zunehmend kontrolliert und eingeschränkt.

Damit entwickelt sich die Straße von Hormus zum strategischen Hauptschauplatz des Konflikts. Entscheidend wird nun, ob Iran seine angekündigte Sperrzone tatsächlich militärisch durchsetzt und ob die USA darauf mit weiteren Angriffen reagieren.

Sollte ein US-Kriegsschiff tatsächlich getroffen oder ein größerer Tankerangriff mit Todesopfern bestätigt werden, wäre das nochmals eine neue Eskalationsstufe.


🇨🇳 China positioniert sich zunehmend im Iran-Konflikt

Die Rolle Chinas im Iran-Konflikt wird zunehmend wichtiger. Peking kritisiert die US-israelischen Angriffe auf Iran scharf und fordert eine politische Lösung. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass China Iran nicht nur diplomatisch, sondern auch wirtschaftlich und möglicherweise militärtechnisch unterstützt.

Besonders brisant sind Berichte über eine mögliche Lieferung chinesischer Flugabwehrsysteme an Iran. Reuters berichtete über ein geplantes Geschäft mit mehreren hundert tragbaren Flugabwehrraketen. China hat den Bericht allerdings zurückgewiesen – die tatsächliche Lieferung ist daher bislang nicht unabhängig bestätigt.

China unterstützt Iran bereits seit Jahren dabei, trotz US-Sanktionen Öl zu exportieren und wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig bestehen enge strategische Beziehungen zwischen beiden Staaten.


Hormus wird zum entscheidenden Punkt

Besonders kritisch ist die Straße von Hormus. China ist stark von Energieimporten aus der Golfregion abhängig und hat deshalb ein eigenes Interesse an einer offenen Schifffahrtsroute. Peking versucht bislang, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, ohne selbst militärisch einzugreifen.

Sollten jedoch chinesische Tanker unmittelbar von der US-Blockade oder iranischen Angriffen betroffen sein, könnte sich diese Haltung verändern. Ein Einsatz chinesischer Kriegsschiffe zum Schutz eigener Schiffe wäre eine völlig neue Eskalationsstufe und könnte China direkt in eine Konfrontation mit den USA bringen. Noch kein chinesischer Kriegseintritt

Bislang gibt es keine bestätigten chinesischen Kampftruppen im Iran, keine chinesischen Angriffe auf US- oder israelische Ziele und keine formelle chinesische Beistandszusage für Teheran.

Die Entwicklung ist dennoch geopolitisch bedeutsam: China versucht offenbar, Iran vor einer vollständigen Niederlage zu bewahren, ohne selbst einen direkten Krieg mit den USA zu riskieren.

Der entscheidende Beobachtungspunkt bleibt deshalb Hormus. Sollte China dort beginnen, seine Schiffe militärisch zu schützen oder amerikanische Blockademaßnahmen aktiv zu behindern, würde der Iran-Konflikt eine neue globale Dimension erreichen.


+++ UPDATE +++ 5. September 2026, ca. 09:30 Uhr MESZ

Es gibt eine neue wesentliche Entwicklung rund um Kharg Island: Am Samstag wurden in der Nähe der iranischen Ölverladestation Explosionen gemeldet. Die Ursache ist bislang nicht unabhängig geklärt. Iranische beziehungsweise regionale Berichte sprechen zudem von einem Angriff auf einen Öltanker auf Kharg durch US-Kräfte; diese Darstellung ist derzeit jedoch noch nicht belastbar bestätigt.

Sollte sich ein US-Angriff auf den Tanker oder auf Anlagen der Insel bestätigen, wäre dies eine neue Eskalationsstufe, weil Kharg das zentrale Exportterminal für einen großen Teil der iranischen Ölausfuhren ist. Bislang gibt es aber keine gesicherte Bestätigung, dass die eigentlichen Verladeanlagen oder die Energieinfrastruktur schwer beschädigt wurden.

Die übrige Lage bleibt angespannt: Der direkte US-Iran-Schlagabtausch hält an, und die Straße von Hormus bleibt stark beeinträchtigt. Einen bestätigten diplomatischen Durchbruch gibt es weiterhin nicht.


+++ UPDATE +++ – Iran-Konflikt | 04.09.2026

Die jüngsten Meldungen zeigen eine erneute deutliche Verschärfung des Konflikts:

  • USA greifen iranische Stellungen an: Nach einer rund einmonatigen Kampfpause haben die USA erneut iranische Ziele angegriffen. Dabei wurden unter anderem Luftabwehr, Radar, maritime Ziele, Kommunikationsanlagen und Fähigkeiten zur Verminung der Straße von Hormus getroffen.
  • Iranische Gegenangriffe: Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US- und verbündete Stellungen in der Region, darunter in Jordanien sowie weitere Ziele am Golf.
  • Straße von Hormus massiv beeinträchtigt: Der Schiffsverkehr ist weiterhin extrem niedrig. Am Donnerstag passierten laut Kpler lediglich vier größere Handelsschiffe die Meerenge – gegenüber einem Zehn-Tage-Schnitt von 15 und rund 125 Schiffen täglich vor dem Krieg.
  • Neue US-Drohung: Trump kündigt weitere und möglicherweise deutlich härtere Angriffe an. Die US-Regierung droht inzwischen ausdrücklich mit Angriffen auf militärische und zivile Infrastruktur einschließlich Energieanlagen, sollte Iran weiter eskalieren.
  • Nuklearstreit verschärft sich: USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland wollen die IAEA nächste Woche dazu bewegen, Iran erneut dem UN-Sicherheitsrat vorzulegen. Hintergrund ist unter anderem der fehlende Zugang der IAEA zu iranischen Nuklearanlagen und der Verbleib großer Mengen hoch angereicherten Urans.
  • Israel: Die jüngste Eskalationsrunde wurde bislang vor allem zwischen USA und Iran ausgetragen; eine neue große israelische Angriffswelle wurde bislang nicht bestätigt.
  • Diplomatie: Hinter den Kulissen laufen weiterhin Vermittlungsbemühungen, ein belastbarer Durchbruch ist aber nicht erkennbar. Washington fordert inzwischen ein umfassenderes Abkommen über Hormus und das iranische Atomprogramm.


🔴 Lageeinschätzung

Die entscheidende neue Entwicklung ist die Rückkehr direkter US-Iran-Angriffe nach der längeren Kampfpause.

Gleichzeitig bleibt Hormus praktisch stark eingeschränkt. Eine vollständige militärische Blockade ist damit zwar nicht gleichbedeutend, die wirtschaftliche Wirkung der faktischen Einschränkung ist jedoch erheblich.

Besonders kritisch: Sollte Washington seine Drohung wahrmachen und tatsächlich iranische Energieinfrastruktur angreifen oder Iran seinerseits Golf-Energieanlagen attackieren, wäre das eine neue Eskalationsstufe mit unmittelbaren Auswirkungen auf Ölpreis und Weltwirtschaft.


+++ UPDATE +++ (03.09.2026)
Seit dem letzten Update gibt es eine
weitere relevante Verschärfung in der Straße von Hormus: Iran hat seine Liste von Schiffen, denen die Passage untersagt wird, um 11 weitere Schiffe auf insgesamt 56 erweitert. Betroffen sind laut Reuters Rohöltanker sowie LNG-, LPG- und Produktentanker. Iran droht zudem auch Schiffen Konsequenzen an, die mit diesen Tankern zusammenarbeiten.

Zusammen mit den heute gemeldeten Minentreffern zweier Tanker und dem bereits massiv eingebrochenen Schiffsverkehr verdichtet sich damit das Bild einer faktischen iranischen Kontrolle beziehungsweise Teilblockade der Straße von Hormus. AP beschreibt die Meerenge inzwischen als weitgehend für den normalen Verkehr geschlossen.

Bei den übrigen kritischen Punkten gibt es dagegen keinen neuen bestätigten Sprung der Eskalation: Kein bestätigter Angriff auf Kharg Island, keine neue größere Angriffswelle auf US-Stützpunkte seit den bereits gemeldeten Angriffen auf Jordanien, Bahrain, Kuwait und Irak und kein diplomatischer Durchbruch. Auch eine neue direkte israelische Angriffswelle ist derzeit nicht bestätigt.

Neu und wesentlich ist damit vor allem Hormus: Iran geht über militärische Drohungen und Minen hinaus zunehmend dazu über, konkret festzulegen, welche Schiffe die wichtigste Ölroute der Welt noch passieren dürfen.


+++ UPDATE ++++ 3. September 2026, ca. 05:00 Uhr MESZ: Iran greift erneut Kuwait an

Seit dem letzten Stand gibt es eine neue iranische Angriffswelle gegen Kuwait. Das kuwaitische Militär meldet in den frühen Morgenstunden erneute Raketen- und Drohnenangriffe, die von der Luftabwehr abgefangen worden seien. Iran erklärte, die Angriffe hätten US-Militärstützpunkte in Kuwait zum Ziel gehabt. Damit setzt Teheran seine direkten Vergeltungsangriffe auf amerikanische Militärpräsenz in der Golfregion fort.  Reuters bestätigt zugleich das inzwischen größere regionale Muster:

Iran hat seit Wiederaufnahme der Kämpfe US-Ziele beziehungsweise Standorte in Bahrain, Jordanien, Kuwait und Irak mit Raketen und Drohnen angegriffen.


+++ UPDATE +++  2. September 2026, ca. 05:35 Uhr MES: Iran weitet Vergeltung offenbar auf den Irak aus

Die direkte militärische Konfrontation zwischen USA und Iran hat sich in der Nacht weiter verschärft. Die USA griffen erneut iranische Radar-, Luftabwehr-, Kommunikations- und maritime Einrichtungen an.

Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Jordanien und Bahrain. Zusätzlich melden die iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf amerikanische Einrichtungen im Raum Erbil im Nordirak. Dieser Angriff ist bislang noch nicht vollständig unabhängig bestätigt.

Jordanien erklärte, insgesamt 13 ballistische Raketen seien in den eigenen Luftraum eingedrungen, zehn davon seien abgefangen worden. Bestätigte amerikanische Todesopfer gibt es nach bisherigem Stand nicht.

Auch die Straße von Hormus bleibt stark beeinträchtigt. Nur wenige Schiffe passieren derzeit die strategisch wichtige Meerenge. Ein bestätigter Angriff auf Kharg Island oder die dortigen zentralen iranischen Ölanlagen liegt weiterhin nicht vor.

Damit weitet sich die iranische Vergeltung regional aus: Jordanien, Bahrain und möglicherweise nun auch der Irak werden erneut zu Schauplätzen des direkten USA-Iran-Konflikts.

Nach einem aktuellen Bericht von Axios haben die USA erstmals zwei iranische Regierungstanker gezielt angegriffen. US-Beamte beschreiben die neue Vorgehensweise als „Tanker-for-Tanker“-Politik – eine direkte Vergeltung für Angriffe auf Handelsschiffe in und um die Straße von Hormus.  Die Tanker waren demnach Teil einer wesentlich größeren amerikanischen Angriffswelle: Nach Angaben der von Axios zitierten US-Offiziellen wurden rund 100 iranische Ziele angegriffen.

Das wäre eine deutlich größere Operation als die zunächst bekannt gewordenen Schläge gegen Radar-, Luftabwehr-, Kommunikations- und maritime Einrichtungen


+++ UPDATE +++ – 1. September 2026, ca. 20:45 Uhr MESZ: Iran startet Vergeltungsangriffe

Iran hat am Dienstagabend mit der angekündigten Vergeltung für die neuen US-Angriffe begonnen. Gegen 20:45 Uhr MESZ meldeten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, dass iranische Streitkräfte eine neue Operation mit Raketen und Drohnen gegen amerikanische Ziele in der Region gestartet hätten. Eine genaue Uhrzeit der ersten Starts sowie die konkreten Ziele und möglichen Schäden waren zunächst noch nicht unabhängig bestätigt.

Damit setzt sich die Eskalationsspirale fort: Nur wenige Stunden zuvor hatten die USA erneut Ziele im Iran angegriffen, unter anderem im Umfeld der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump hatte Teheran ausdrücklich vor einer Vergeltung gewarnt und für diesen Fall einen noch deutlich härteren amerikanischen Gegenschlag angekündigt.

Die entscheidende Frage ist nun, welche US-Stützpunkte oder Einrichtungen Iran tatsächlich angreift und wie Washington darauf reagiert. Ein weiterer großer amerikanischer Gegenschlag könnte den Konflikt erneut deutlich ausweiten.

+++ UPDATE, 1. September 2026, ca. 19:45 Uhr MESZ +++ USA starten neue Angriffswelle gegen Iran

Die USA haben am 1. September erneut iranisches Territorium angegriffen. Ziel waren nach US-Angaben Stellungen der Revolutionsgarden; aus Iran wurden Explosionen unter anderem auf Qeshm sowie in Bandar Abbas und Chabahar gemeldet.

Damit setzt sich der militärische Schlagabtausch nach dem US-Angriff auf Larak und den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte fort. Die Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt, während ein bestätigter Angriff auf Kharg Island weiterhin nicht vorliegt.


+++ Update +++ Neue Eskalation in der Straße von Hormus

In der Nacht zum 1. September sind zwei mit saudischem Rohöl beladene Supertanker in der Straße von Hormus angegriffen worden. Beide Schiffe wurden beschädigt, die Besatzungen blieben nach bisherigem Stand unverletzt. Wer hinter den Angriffen steckt, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge bleibt weiterhin stark eingeschränkt. Gleichzeitig gibt es zwar neue iranische Signale für Verhandlungen mit den USA, ein diplomatischer Durchbruch ist bislang jedoch nicht erreicht.

Ein bestätigter Angriff auf Kharg Island oder eine neue größere US-Angriffswelle auf Iran liegt derzeit nicht vor.


Waffenpause bröckelt: USA und Iran greifen wieder direkt an – Hormus wird zum neuen Brennpunkt


Nach rund einem Monat ohne größere direkte Angriffe haben die USA und Iran wieder gegenseitig militärische Ziele attackiert. Seit dem 30. August eskaliert die Lage erneut: US-Schläge auf iranischem Territorium, iranische Raketen gegen US-Stützpunkte, Drohnen über den Emiraten und nun Angriffe auf zwei mit saudischem Öl beladene Supertanker. Gleichzeitig gibt es erste neue Gesprächssignale aus Teheran.


Die relative Ruhe im Iran-Krieg ist vorbei. Nachdem sich die militärische Konfrontation zwischen Washington und Teheran zuletzt zunehmend zu einem wirtschaftlichen Machtkampf um Sanktionen, Öl und die Straße von Hormus entwickelt hatte, kam es seit 30. August 2026 erstmals seit Ende Juli wieder zu direkten gegenseitigen Angriffen. Damit steht auch die ohnehin fragile Waffenpause erneut infrage.


Der Ausgangspunkt: Angriff auf Larak

Am Sonntag, dem 30. August, griffen US-Streitkräfte auf der iranischen Insel Larak zwei Abschussvorrichtungen an. Die Insel liegt unmittelbar an der strategisch entscheidenden Straße von Hormus. Nach Darstellung eines US-Regierungsvertreters hatten Einheiten der iranischen Revolutionsgarden dort Raketen vorbereitet, mit denen Seeminen in die Straße von Hormus gebracht werden sollten. Washington hatte Teheran zuvor gewarnt, neue Versuche zur Verminung der internationalen Fahrrinne militärisch zu beantworten. Es waren die ersten bekannten US-Angriffe auf iranisches Territorium seit Ende Juli.
Iranische Medien berichteten von Toten und Verletzten unter Soldaten und Zivilisten. Die Revolutionsgarden kündigten unmittelbar Vergeltung an.Damit war die Phase weitgehend ausgesetzter direkter Angriffe beendet.Iran schlägt gegen

US-Stützpunkte zurückNoch in der Nacht reagierte Teheran. Die Revolutionsgarden erklärten, ballistische Raketen auf die von US-Streitkräften genutzten Stützpunkte King Hussein und Al Azraq in Jordanien abgefeuert zu haben. Nach amerikanischen Angaben wurde der größte Teil der anfliegenden Raketen abgefangen; zunächst wurden keine größeren Schäden gemeldet.


Dennoch ist die politische Bedeutung des Angriffs erheblich: Iran griff damit erneut offen Standorte an, an denen amerikanische Streitkräfte stationiert sind. Reuters bezeichnete den Vorgang als den ersten direkten Schlagabtausch zwischen USA und Iran seit rund einem Monat. Donald Trump reagierte mit der Ankündigung weiterer Konsequenzen. Gegenüber Fox News erklärte der US-Präsident, Iran werde „hart“ getroffen werden und es werde eine Antwort geben. Gleichzeitig versuchte Trump, die Bedeutung der Eskalation herunterzuspielen: Die neuen Angriffe bedeuteten nach seinen Worten nicht automatisch die Rückkehr zu einem groß angelegten Krieg.Genau darin liegt derzeit das Paradox der Situation: Beide Seiten erklären, keinen großen Krieg zu wollen – beide kündigen aber gleichzeitig Vergeltung auf jeden weiteren Angriff an.


Iranische Drohne über den Emiraten

Am 31. August weitete sich die militärische Spannung erneut auf einen Golfstaat aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, eine iranische Drohne über ihren Hoheitsgewässern abgefangen zu haben. Das Verteidigungsministerium der Emirate sprach von einer gefährlichen Eskalation und einer Verletzung der eigenen Souveränität. AP bestätigte den Vorfall unter Berufung auf die Regierung der VAE.Iran wiederum erklärte, mit Drohnen den Luftwaffenstützpunkt Al Minhad angegriffen zu haben, auf dem sich nach iranischen Angaben amerikanische Kräfte und Hubschrauber befänden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate widersprachen allerdings ausdrücklich: Der Stützpunkt selbst sei nicht getroffen beziehungsweise nicht angegriffen worden. Sicher bestätigt ist damit bislang die abgefangene iranische Drohne – nicht dagegen ein erfolgreicher Angriff auf Al Minhad.Der Vorgang zeigt dennoch das bekannte Risiko des Iran-Krieges: Ein direkter Konflikt zwischen Washington und Teheran kann jederzeit jene Golfstaaten hineinziehen, auf deren Territorium amerikanische Streitkräfte stationiert sind.


Hormus wird zum eigentlichen Schlachtfeld

Noch gefährlicher entwickelt sich die Situation auf See. Die Straße von Hormus ist längst nicht mehr nur ein Nebenschauplatz des Krieges. Vor Beginn der Kämpfe liefen durch die Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Seit Kriegsbeginn ist der Verkehr massiv eingebrochen. Reuters bezeichnet die Passage inzwischen als faktisch weitgehend geschlossen beziehungsweise stark blockiert. Am 31. August wurden nach Daten des Schiffsanalysten Kpler nur rund fünf kommerzielle Schiffe beim Transit registriert. Der Zehn-Tage-Durchschnitt lag bei etwa 14 Schiffen. Unter den fünf registrierten Schiffen befand sich kein Flüssigkeitstanker. Schiffe mit abgeschaltetem AIS-Transponder werden dabei allerdings nicht erfasst.

Die Lage verschärfte sich in der Nacht zum 1. September noch einmal erheblich.


Zwei Supertanker mit saudischem Öl angegriffen

Zwei Supertanker wurden beim Verlassen der Straße von Hormus innerhalb weniger Minuten von bislang nicht identifizierten Geschossen getroffen.Betroffen waren der unter saudischer Flagge fahrende „Sidr“ und die unter liberianischer Flagge registrierte „Senegal Prosperity“. Beide Schiffe hatten zuvor im saudischen Juaymah-Terminal jeweils rund zwei Millionen Barrel Rohöl geladen. Die „Sidr“ wurde nordöstlich von Khasab im Oman getroffen. Wenige Minuten später trafen nach Angaben der maritimen Sicherheitsorganisationen drei Geschosse die „Senegal Prosperity“ östlich von Khasab.

Die Besatzungen blieben nach bisherigen Erkenntnissen unverletzt. Entscheidend ist allerdings:

Bislang ist nicht geklärt, wer die beiden Tanker angegriffen hat. Eine direkte Zuschreibung an Iran wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht durch belastbare Beweise gedeckt. Reuters spricht ausdrücklich von unbekannten Geschossen beziehungsweise unbekannten Angreifern. Gerade deshalb besitzt der Vorfall erhebliches Eskalationspotenzial. Sollten weitere Tanker getroffen werden oder sich eine staatliche Urheberschaft nachweisen lassen, könnte daraus unmittelbar eine weitere militärische Reaktion entstehen.


Kharg Island: Trumps Angriff, der keiner war

Für zusätzliche Verwirrung sorgte Donald Trump selbst.Der US-Präsident veröffentlichte in sozialen Medien ein Video und erklärte sinngemäß, die iranische Öl-Drehscheibe Kharg Island werde gerade zerstört.

Ein tatsächlicher Angriff fand jedoch nicht statt.Das veröffentlichte Video war KI-generiert. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte gegenüber Reuters anschließend ausdrücklich, dass Kharg bei den jüngsten amerikanischen Angriffen nicht angegriffen worden war. Vizepräsident JD Vance erklärte später, Trump habe mit dem Beitrag offenbar eine Botschaft an Teheran senden wollen. Das ist keineswegs eine Nebensächlichkeit. Kharg Island war vor Beginn des Krieges für etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte verantwortlich. Ein tatsächlicher amerikanischer Angriff auf die dortigen Anlagen würde deshalb eine völlig andere Eskalationsstufe darstellen: Er würde nicht nur militärische Infrastruktur treffen, sondern unmittelbar das wirtschaftliche Herz der iranischen Ölexporte. Bislang wurde diese Schwelle offenbar bewusst nicht überschritten.


Was wurde eigentlich aus der Waffenpause?

Die Bezeichnung „Waffenpause“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nie um einen stabilen Friedensvertrag handelte. Im Juni hatten Washington und Teheran ein Memorandum of Understanding vereinbart. Das Abkommen sollte die unmittelbaren Kampfhandlungen beenden und eine 60-tägige Verhandlungsphase für eine umfassendere Vereinbarung eröffnen. Nach AP-Angaben sollte Iran unter anderem Minen aus der Straße von Hormus entfernen und die Schifffahrt wieder zulassen; die USA sollten ihrerseits ihre Seeblockade beenden, Sanktionen lockern und Ausnahmen für iranische Ölexporte ermöglichen. Die Umsetzung scheiterte jedoch schnell an gegenseitigen Vorwürfen. Die 60 Tage verstrichen ohne umfassendes Folgeabkommen. Dennoch entstand seit Ende Juli eine faktische militärische Ruhephase: Die direkten Angriffe gingen deutlich zurück, während Sanktionen, Blockaden und wirtschaftlicher Druck den Konflikt dominierten. Seit dem 30. August ist auch diese Ruhe vorbei.


Iran bietet erneut Gespräche an

Bemerkenswert ist, dass Teheran parallel zur militärischen Vergeltung wieder diplomatische Signale aussendet.

Irans Präsident Masoud Pezeshkian erklärte am 1. September beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek, Iran werde unmittelbar zu seinen Verpflichtungen zurückkehren, wenn auch die USA das Juni-Abkommen wieder einhielten. Pezeshkian betonte zudem, eine Fortsetzung des Krieges liege im Interesse keiner Seite. Von einem diplomatischen Durchbruch kann allerdings keine Rede sein. Vermittlungsversuche Katars und Omans, insbesondere eine Einigung über die Wiederöffnung der Straße von Hormus zu erreichen, sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Gleichzeitig droht Trump mit weiteren Angriffen und Iran kündigt für jeden neuen US-Schlag eine harte Antwort an.


Israel bleibt bei dieser Eskalationsrunde zunächst im Hintergrund

Auffällig ist zugleich, dass die erneuten Kampfhandlungen seit dem 30. August bislang vor allem zwischen USA und Iran stattfinden. Bei den aktuell bestätigten Ereignissen handelt es sich um amerikanische Angriffe auf Larak, iranische Raketen gegen amerikanische Einrichtungen in Jordanien, iranische Drohnenaktivitäten im Raum der Emirate sowie die bislang ungeklärten Angriffe auf Tanker in Hormus.Ein neuer direkter israelischer Großangriff auf iranisches Territorium ist in den ausgewerteten aktuellen Reuters- und AP-Berichten bislang nicht bestätigt.Das bedeutet allerdings nicht, dass Israel aus dem Konflikt verschwunden wäre. Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran.

Die aktuelle Eskalationsrunde wird derzeit jedoch vor allem von Washington und Teheran bestimmt.


Der gefährlichste Punkt ist jetzt nicht Teheran – sondern Hormus

Die entscheidende Frage der kommenden Tage lautet deshalb möglicherweise weniger, ob erneut Bomben auf iranische Städte fallen.Entscheidend ist, was in der Straße von Hormus passiert. Wenn Tanker weiterhin angegriffen werden, Iran erneut versucht, Seeminen auszubringen, die USA iranische Stellungen entlang der Meerenge angreifen und gleichzeitig beide Seiten eigene Regeln für die Durchfahrt durchsetzen wollen, steigt das Risiko eines kaum kontrollierbaren Schlagabtauschs.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sichtbar. Brent-Rohöl stieg am 1. September auf rund 92 Dollar je Barrel, nachdem die direkten Angriffe wieder aufgenommen worden waren und die beiden Supertanker getroffen wurden.

Damit wird Hormus erneut zu dem Hebel, über den ein regionaler Krieg unmittelbare globale Folgen entfalten kann.


Die Waffenpause ist nicht offiziell für beendet erklärt worden – militärisch ist sie jedoch spätestens seit dem 30. August schwer beschädigt. Die USA greifen wieder iranisches Territorium an. Iran antwortet mit ballistischen Raketen auf amerikanische Einrichtungen. Eine iranische Drohne erreicht die Gewässer der Vereinigten Arabischen Emirate. Gleichzeitig werden zwei mit vier Millionen Barrel saudischem Öl beladene Supertanker in der Straße von Hormus beschossen. Noch versuchen beide Seiten, ihre Aktionen als begrenzte Reaktionen darzustellen. Noch wurde Kharg Island nicht angegriffen. Noch gibt es diplomatische Kanäle.

Doch das Muster ist gefährlich: Angriff – Vergeltung – Gegenvergeltung.  Und mit jedem weiteren Schritt wird es schwieriger, die Eskalation wieder auf die Ebene von Sanktionen, Blockaden und Verhandlungen zurückzuführen.


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