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+++ UPDATE +++ 07.09.26: Gespräche in Kyjiw: Neue Dynamik – aber noch kein Durchbruch

Die Gespräche von Steve Witkoff und Jared Kushner mit Wolodymyr Selenskyj in Kyjiw sind beendet. Nach dem dreistündigen Treffen mit Putin in Moskau folgte damit der zweite direkte Teil der neuen US-Friedensinitiative.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Selenskyj bezeichnete die Gespräche als „sehr substanziell“. Mehrere Gesprächsrunden fanden statt – zunächst bilateral zwischen USA und Ukraine, anschließend gemeinsam mit europäischen Sicherheitsberatern.
  • Witkoff und Kushner sprechen von Fortschritten und neuen Ideen. Witkoff sagte, man sei nach den Gesprächen „ermutigt“; Kushner erklärte, man habe neue Möglichkeiten zur Fortsetzung des Friedensprozesses erörtert.
  • Washington arbeitet auf neue trilaterale Gespräche hin: USA, Russland und Ukraine sollen möglichst wieder gemeinsam an den Verhandlungstisch. Kushner bestätigte, dass über einen solchen Dreier-Format gesprochen wurde.
  • Eine neue Gesprächsrunde soll zeitnah vorbereitet werden. Einen konkreten Termin oder Ort gibt es allerdings noch nicht. Ukraine, USA und europäische Partner wollen sich erneut treffen.
  • Ukraine zeigt sich grundsätzlich bereit, an einem trilateralen Format teilzunehmen. Selenskyj betonte, dass ein Verhandlungsprozess besser sei als gar kein Gesprächsformat.
  • Auch europäische Vertreter waren beteiligt: Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland nahmen an den Gesprächen in Kyjiw teil. Damit wird Europa zumindest in den laufenden Prozess eingebunden.
  • Neben dem möglichen Friedensprozess ging es auch um ukrainische Luftverteidigung und Energieversorgung mit Blick auf den Winter. Besonders die Versorgung mit Abwehrsystemen wie Patriot bleibt für Kyjiw zentral.


Der entscheidende Vorbehalt

Ein Friedensdurchbruch wurde nicht erzielt. Selenskyj geht weiterhin davon aus, dass der Krieg zumindest zunächst weitergehen könnte. Auch die zentralen Streitpunkte – insbesondere Territorium und Sicherheitsgarantien – sind ungelöst.

Gleichzeitig ist die Tonlage bemerkenswert: Moskau spricht nach dem Putin-Treffen von „sehr nützlichen“ Gesprächen, Washington von Fortschritten und Kyjiw von substanziellen Verhandlungen. Das ist deutlich mehr diplomatische Bewegung als noch vor wenigen Tagen.

Was jetzt entscheidend wird: Der nächste Schritt könnte erstmals seit längerer Zeit wieder ein USA–Russland–Ukraine-Format sein. Trump soll nach Medienberichten zudem Gespräche mit Putin und Selenskyj führen, nachdem seine Gesandten beide Hauptstädte besucht haben.

Die US-Initiative hat den festgefahrenen Verhandlungsprozess wieder in Bewegung gebracht. Moskau und Kyjiw signalisieren Gesprächsbereitschaft, Washington drängt auf ein trilaterales Format – doch bei den entscheienden Fragen ist noch keine Einigung in Sicht.

Putin empfängt Witkoff und Kushner


Stand: 6. September 2026


Nach rund acht Monaten diplomatischem Stillstand ist wieder Bewegung in die US-vermittelten Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges gekommen. Am Samstag, 5. September 2026, empfing Kremlchef Wladimir Putin die beiden Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, zu einem mehr als dreistündigen Gespräch im Kreml. Anschließend reiste die Delegation weiter nach Kyjiw, wo für Sonntag Gespräche mit Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgesehen waren – der erste Besuch der beiden Gesandten in der ukrainischen Hauptstadt seit Trumps Amtsantritt.


Ablauf des Treffens in Moskau

Witkoff und Kushner wurden am Flughafen von Putins Wirtschaftsgesandtem Kirill Dmitrijew empfangen, der die Ankunft der Delegation mit dem Zusatz „Willkommen in Moskau, Friedensstifter" öffentlich kommentierte. Das eigentliche Gespräch im Kreml – im Senatspalast – dauerte gut drei Stunden und wurde von einem gemeinsamen Abendessen mit Putin gefolgt. Auf russischer Seite nahmen neben Putin sein außenpolitischer Berater Juri Uschakow sowie Dmitrijew teil, der inzwischen auch formell mit Wirtschafts- und Investitionsfragen betraut ist.

Zu Beginn des Gesprächs bat Putin die Gesandten, Trump seine Grüße und seinen Dank zu übermitteln, und beschrieb die Lage in der Ukraine als „nicht einfach". Nach russischer Darstellung äußerte Putin zudem „volles Vertrauen" in die amerikanische Vermittlerrolle zwischen Russland und der Ukraine. Uschakow bezeichnete die Gespräche im Anschluss als „inhaltsreich, konstruktiv, außergewöhnlich offen und von einem Klima des Vertrauens geprägt" und erklärte, die amerikanische Seite habe sich „ernsthaft auf diese Reise vorbereitet". Der Kreml betonte zugleich, man habe der amerikanischen Delegation eine ausführliche Einschätzung der Lage rund um die „militärische Spezialoperation" – wie Russland seinen Angriffskrieg offiziell nennt – gegeben.

Ein offizieller Sprecher des Kreml, Dmitri Peskow, hatte im Vorfeld gedämpfte Erwartungen formuliert: Es gebe „kein Gespräch über neue Ideen". Nach dem Treffen selbst fiel die russische Bewertung insgesamt wohlwollender, aber vage aus:

Auf die Frage, ob eine Einigung nähergerückt sei, soll Uschakow laut mehreren Berichten sinngemäß geantwortet haben, man sei jedenfalls nicht weiter davon entfernt als zuvor, es bleibe aber noch viel Arbeit – sowohl in Washington als auch in Moskau.


Was die amerikanische Delegation mitbrachte

Trump selbst kündigte die Reise am 4. September mit den Worten an, er habe „zwei großartige Verhandler" losgeschickt, die eine Idee für den Frieden mitbrächten, und es bestehe eine gute Chance, dass es diesmal gelinge. Konkrete Inhalte des aktuellen Vorschlags wurden bislang nicht veröffentlicht; das Weiße Haus spricht von einem „konkreten Vorschlag", zu dem in den kommenden Wochen weitere Details folgen sollen. Unklar blieb zunächst auch, ob und wie stark sich der neue Vorschlag inhaltlich von früheren Entwürfen unterscheidet.

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Delegation: Neben Witkoff und Kushner reiste auch Gene Lange mit, der amtierende Sanktions-Verantwortliche im US-Finanzministerium. Lange nahm zwar nicht am eigentlichen Treffen mit Putin teil, war aber an einem vorbereitenden Gespräch mit Putins Gesandtem Dmitrijew beteiligt. Dies deutet darauf hin, dass auch Fragen möglicher Sanktionslockerungen Teil der Gespräche waren – zumal sich US-Finanzminister Scott Bessent zuletzt bereits mit seinem russischen Amtskollegen ausgetauscht hatte. Neben militärischen und politischen Fragen sollen nach Berichten auch wirtschaftliche Projekte Gesprächsthema gewesen sein, was auf einen breiter angelegten Interessenausgleich zwischen Washington und Moskau hindeutet, der über eine reine Waffenruhe hinausgehen könnte.


Der lange Weg dorthin: Vom 28-Punkte-Plan zum aktuellen Vorstoß

Um die Bedeutung des Treffens einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Vorgeschichte. Witkoff und Kushner hatten bereits im Oktober 2025 in vertraulichen Gesprächen mit Dmitrijew in Miami die Grundlage für einen ersten Friedensplan erarbeitet. Der daraus entstandene, Ende November 2025 öffentlich gewordene „28-Punkte-Plan" sah unter anderem vor, dass Russland die Regionen Krim, Donezk und Luhansk vollständig zugesprochen bekommen sollte – auch jene Gebiete, die ukrainische Truppen zu diesem Zeitpunkt noch kontrollierten –, dass die ukrainische Armee auf 600.000 Soldaten begrenzt und ein NATO-Beitritt der Ukraine dauerhaft ausgeschlossen werden sollte. Im Gegenzug sollte die Ukraine Sicherheitsgarantien erhalten, die im Falle eines erneuten russischen Angriffs eine „entscheidende, koordinierte militärische Reaktion" sowie die Wiedereinsetzung aller internationalen Sanktionen vorsahen.

Der Plan löste in Kyjiw und bei den europäischen Partnern erhebliche Kritik aus, da er weite Teile der bis dahin von Kyjiw und dem Westen vertretenen Positionen zugunsten Moskaus aufgab. Bei Gesprächen in Genf Ende November 2025 wurde der Plan auf 19 Punkte zusammengestrichen; Europa – federführend Großbritannien, Frankreich und Deutschland – legte einen eigenen Gegenentwurf vor, der unter anderem eine Anhebung der zulässigen ukrainischen Truppenstärke auf 800.000 Soldaten, ein Einfrieren der Frontlinien anstelle einer Gebietsübertragung sowie eine multilaterale, an Artikel 5 des NATO-Vertrags angelehnte Sicherheitsgarantie vorsah. Selenskyj legte im Dezember 2025 zusätzlich einen eigenen 20-Punkte-Entwurf vor.

Ende Dezember 2025 und im Januar 2026 kam es zu weiteren, teils fünfstündigen Treffen zwischen Witkoff, Kushner und Putin im Kreml – ohne greifbaren Durchbruch. Die Gespräche wurden von Moskau zwar wiederholt als „konstruktiv" und „nützlich" bezeichnet, doch die zentralen Streitpunkte – Gebietsfragen und die Ausgestaltung der Sicherheitsgarantien – blieben ungelöst.


Die achtmonatige Pause: Der Iran-Krieg als Ablenkung

Ein wesentlicher Grund dafür, dass die Ukraine-Verhandlungen zuletzt kaum vorankamen, liegt außerhalb Europas:

Am 28. Februar 2026 begannen die USA gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen Iran, nachdem gezielte Luftschläge unter anderem den obersten Führer Ali Chamenei getötet hatten. Trump hatte ursprünglich mit vier bis fünf Wochen Kriegsdauer gerechnet; sechs Monate später ist der Konflikt weiterhin nicht beendet, die Straße von Hormus bleibt eine zentrale Krisenzone, und Witkoff und Kushner – die als Sondergesandte auch mit der Iran-Diplomatie betraut waren – konnten sich der Ukraine-Frage über Monate kaum widmen. Erst mit dem Nachlassen der unmittelbaren Dringlichkeit im Iran-Dossier rückte die

Ukraine-Diplomatie zuletzt wieder stärker in den Vordergrund.


Die vorübergehende Aussetzung der Angriffe auf die Hauptstädte

Um den Besuch der US-Delegation in beiden Hauptstädten zu ermöglichen, vereinbarten Moskau und Kyjiw eine begrenzte, zeitlich klar umrissene Deeskalation. Putin ordnete an, dass ab Mitternacht (Ortszeit) für drei Tage keine Angriffe auf Kyjiw erfolgen sollten – ausdrücklich verknüpft mit dem geplanten Besuch der US-Gesandten in der ukrainischen Hauptstadt. Selenskyj erklärte im Gegenzug, die Ukraine werde bis einschließlich Montag auf Angriffe gegen Moskau verzichten, und forderte Russland auf, sich im Gegenzug ebenso zu verhalten. Ausdrücklich betonten beide Seiten, dass es sich dabei nicht um eine allgemeine Waffenruhe handle – die Kämpfe an der Front sowie Luftangriffe auf andere Ziele liefen währenddessen weiter. Erst am Freitag vor dem Treffen war die Zentrale des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU in Kyjiw durch einen russischen Drohnenangriff direkt getroffen worden; Selenskyj deutete an, die verstärkten russischen Angriffe auf Flughäfen könnten eine Reaktion auf die Vorbereitungen der amerikanischen Reise per Flugzeug in die Ukraine sein.


Reaktionen aus der Ukraine und Europa

Selenskyj hatte die Ankündigung der Reise am 4. September selbst öffentlich bestätigt und erklärt, Ziel sei ein „möglichst konstruktives und inhaltlich substanzielles" Gespräch mit der amerikanischen Seite; man müsse „realistische Wege" finden,

um den Krieg zu beenden. Gleichzeitig hatte Selenskyj bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass ein Verzicht auf Territorium für die Ukraine nicht infrage komme und der Anspruch auf eine NATO-Perspektive nicht aufgegeben werde. Berichten zufolge hält Putin an seiner Maximalforderung fest, wonach die Ukraine die vollständige Kontrolle über vier von Russland beanspruchte Gebiete abtreten müsse – eine Position, die der Kreml zuletzt erneut als „unerschütterlich" bezeichnete.

Die europäischen Partner, die bei früheren Gesprächsrunden eigene Gegenvorschläge eingebracht hatten, wurden auch diesmal nicht direkt in die Gespräche in Moskau eingebunden. Aus früheren Verhandlungsrunden ist bekannt, dass Kyjiw und die europäischen Regierungen wiederholt die Sorge geäußert hatten, bei einer Einigung zwischen Washington und Moskau übergangen zu werden.


Die zentralen Streitpunkte

Auch nach dem jüngsten Treffen bleiben die grundlegenden Knackpunkte der Verhandlungen unverändert: die endgültige Zuordnung der besetzten und umkämpften Gebiete im Osten und Süden der Ukraine, die Frage einer Obergrenze für die ukrainischen Streitkräfte, der dauerhafte Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine sowie die konkrete Ausgestaltung westlicher Sicherheitsgarantien für den Fall eines erneuten russischen Angriffs. Hinzu kommen ungelöste Detailfragen zu einem Gefangenenaustausch, der Rückführung verschleppter Kinder, der Nutzung des Dnipro für die Handelsschifffahrt sowie dem Umgang mit eingefrorenen russischen Vermögenswerten, deren Verwendung für den Wiederaufbau der Ukraine zwischen Washington und den europäischen Partnern ebenfalls umstritten ist.


Wie es weitergeht

Nach den Gesprächen in Moskau reisten Witkoff und Kushner nach Kyjiw weiter, um Selenskyj über die aus Sicht Moskaus zentralen Positionen und Einschätzungen zu informieren und die Reaktion der ukrainischen Führung auf den amerikanischen Vorschlag einzuholen. Ushakov erklärte, die Gesandten hätten zugesagt, die in Moskau erhaltenen

„Beobachtungen und Einschätzungen" Putins in die Gespräche mit Selenskyj einzubringen. Ob aus dem Treffen tatsächlich ein neuer, tragfähiger Friedensprozess entsteht, wird sich maßgeblich daran entscheiden, ob Kyjiw den amerikanischen Vorschlag zumindest als Verhandlungsgrundlage akzeptiert. Beobachter verweisen darauf, dass es bei diesem Besuch weder eine dramatische Vereinbarung noch eine im Weißen Haus verkündete Waffenruhe geben dürfte – ein umfassender Vertrag zur endgültigen Regelung der Krim- und Donbas-Frage gilt als kurzfristig nicht in Sicht.


Die auffällig positive Wortwahl aus Moskau nach dem Treffen – „konstruktiv", „nützlich", „vertrauensvoll" – steht in einer Reihe mit ähnlichen Beschreibungen früherer Gesprächsrunden, die bislang keinen Durchbruch gebracht haben. Zugleich ist bemerkenswert, dass die Gespräche nach acht Monaten Stillstand überhaupt wieder in Gang gekommen sind, dass mit dem Besuch in Kyjiw erstmals seit Trumps Amtsantritt ein hochrangiger US-Besuch in die ukrainische Hauptstadt erfolgt und dass mit der Beteiligung des Sanktionsbeauftragten des US-Finanzministeriums offenbar auch wirtschaftliche Fragen substanziell mitverhandelt werden. Die grundlegenden Positionen beider Kriegsparteien – Russlands Anspruch auf die vier beanspruchten Gebiete auf der einen, die ukrainische Ablehnung jeglicher Gebietsabtretung auf der anderen Seite – haben sich durch das Treffen bislang nicht angenähert.


+++ UPDATE +++ – Neue Ukraine-Gespräche

  • Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner sind in Moskau eingetroffen. Empfangen wurden sie von Putins Sondergesandtem Kirill Dmitriev.
  • Ein Treffen mit Wladimir Putin wird erwartet, ein konkreter Zeitpunkt ist bislang nicht offiziell bestätigt.
  • Trump spricht von einem „konkreten“ neuen Friedensvorschlag – dessen Inhalt ist bisher nicht öffentlich.
  • Am Sonntag soll die US-Delegation nach Kyjiw weiterreisen und dort mit Selenskyj sprechen.
  • Selenskyj hat angeboten, ukrainische Luftangriffe während der Gespräche auszusetzen, sofern Russland dies ebenfalls tut. Eine entsprechende russische Zusage gibt es bislang nicht.
  • Gleichzeitig gehen die russisch-ukrainischen Angriffe weiter – erst kurz vor der Reise wurde unter anderem das SBU-Hauptquartier in Kyjiw getroffen.
  • Die entscheidenden Streitpunkte bleiben Territorium, NATO-Mitgliedschaft und Sicherheitsgarantien. Russland hält laut aktuellen Berichten an seinen grundlegenden Forderungen fest.
  • Ein schneller Durchbruch gilt derzeit als keineswegs sicher. Die Reise ist vor allem ein Zeichen dafür, dass Washington die festgefahrene Diplomatie wieder aktivieren will.

Kurz gesagt: Die Diplomatie nimmt wieder Fahrt auf – aber von einem Friedensabkommen oder einer Waffenruhe ist man noch weit entfernt. Die entscheidenden Stunden dürften jetzt das mögliche Putin-Treffen und anschließend die Gespräche in Kyjiw werden.


+++ UPDATE +++

Neue Ukraine-Gespräche: Trumps Gesandte in Moskau gelandet

5. September 2026 – 12:00 Uhr


In den festgefahrenen Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges kommt überraschend wieder Bewegung:

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Samstag in Moskau eingetroffen.

Das berichten Reuters, AP sowie mehrere russische, ukrainische und deutsche Medien übereinstimmend. Am Moskauer Flughafen wurden sie nach Reuters-Angaben vom russischen Präsidentengesandten Kirill Dmitriev empfangen.


Washington legt offenbar einen neuen Vorschlag vor

US-Präsident Donald Trump hatte die Reise am Freitag angekündigt und von einem „konkreten Vorschlag“ für Frieden gesprochen. Einzelheiten des Plans sind bislang allerdings nicht öffentlich. Witkoff und Kushner sollen zunächst in Moskau Gespräche führen und anschließend nach Kyjiw weiterreisen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den geplanten Besuch für Sonntag. Damit versucht Washington offenbar, die seit Monaten blockierte Diplomatie wieder direkt zwischen den Konfliktparteien in Gang zu bringen.


Bemerkenswert: Diplomatie und Krieg laufen gleichzeitig

Der Zeitpunkt der Reise ist politisch brisant. Noch während die amerikanischen Unterhändler nach Moskau reisten, gingen die russischen und ukrainischen Angriffe weiter.

Russland griff nach Angaben von Reuters unter anderem ukrainische Flughäfen an. Am Freitag war zudem das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Kyjiw von einer russischen Drohne getroffen worden. Gleichzeitig setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russische militärische und infrastrukturelle Ziele fort.

Selenskyj hatte deshalb vorgeschlagen, während des Besuchs der amerikanischen Unterhändler zumindest die Luftangriffe auszusetzen. Nach bisherigen Berichten gibt es jedoch keine bestätigte umfassende Feuerpause.

Die eigentliche Hürde liegt weiterhin auf dem Verhandlungstisch

Von einem Durchbruch kann derzeit keine Rede sein. Die grundsätzlichen Konfliktpunkte sind unverändert: Territorium, Sicherheitsgarantien und die künftige NATO-Perspektive der Ukraine.

Reuters berichtet, dass Russland weiterhin unter anderem die Abtretung der von Moskau beanspruchten ukrainischen Gebiete sowie einen Verzicht der Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft fordert. Gleichzeitig bleiben die Frontlinien trotz massiver Luftangriffe weitgehend stabil. Auch in Moskau sind die Erwartungen offenbar gedämpft. Berichte unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Kreise sprechen von geringen Aussichten auf einen schnellen Durchbruch.


Was jetzt entscheidend wird

Der diplomatische Ablauf dieses Wochenendes ist deshalb wichtiger als die bloße Tatsache des Besuchs:

1. Moskau: Witkoff und Kushner versuchen, die russische Position auszuloten und Trumps neuen Vorschlag zu platzieren.

2. Kiew: Am Sonntag soll anschließend die ukrainische Seite einbezogen werden. Besonders interessant wird sein, welche Elemente des amerikanischen Vorschlags Selenskyj akzeptiert oder zurückweist.

3. Feuerpause: Sollte es tatsächlich zu einer zumindest kurzfristigen gegenseitigen Einstellung der Luftangriffe kommen, wäre das ein erstes konkretes Signal.

4. Putin–Trump: Ein möglicher persönlicher Gipfel zwischen Wladimir Putin und Donald Trump wäre der nächste große Schritt. Trump hatte zuletzt erneut seine Bereitschaft zu einem solchen Treffen signalisiert.


Ein neuer Anlauf – aber noch kein Frieden

Die Bedeutung der Reise sollte weder über- noch unterschätzt werden. Zum ersten Mal seit längerer Zeit versucht Washington offenbar wieder, Moskau und Kyjiw unmittelbar nacheinander mit einem neuen politischen Konzept zusammenzubringen.

Dass die Gespräche ausgerechnet in einer Phase intensiver russischer und ukrainischer Angriffe stattfinden, zeigt allerdings auch die enorme Distanz zwischen Diplomatie und militärischer Realität.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, dass Witkoff und Kushner in Moskau gelandet sind. Entscheidend wird sein, ob Trump diesmal einen Vorschlag auf den Tisch gelegt hat, der die bislang unvereinbaren Positionen tatsächlich miteinander verbinden kann. Bis dahin gilt: Neue Gespräche ja – ein Durchbruch ist bislang nicht erkennbar.


Quellenlage: Reuters, Associated Press, Tagesschau, WELT/DPA sowie ukrainische und russische Medienberichte; Stand 5. September 2026, ca. 12:00 Uhr MESZ.


Ukraine-Krieg vor einer neuen Eskalationsstufe? Was sich gerade tatsächlich verändert

Mehr Raketen, Angriffe auf Infrastruktur,
NATO-Warnungen und wieder die nukleare Frage – der Krieg bewegt sich auf mehreren Ebenen.


Russland erwägt nach Berichten aus dem Umfeld des Kremls eine deutliche Verschärfung seiner Angriffe auf die Ukraine. Gleichzeitig greift Kiew immer tiefer russische Wirtschafts- und Energieinfrastruktur an. Washington warnt Moskau vor einem Test der NATO, Russland droht britischen Militärzielen – und in russischen Machtzirkeln wird laut Bloomberg wieder über taktische Atomwaffen gesprochen. Bedeutet das, dass Europa unmittelbar vor einer großen Eskalation steht? Noch nicht. Aber mehrere bislang getrennte Eskalationslinien beginnen sich miteinander zu verbinden.


Der Begriff „Eskalation“ wird im Ukrainekrieg inzwischen beinahe inflationär verwendet.

Mehr Drohnen gelten als Eskalation. Neue Waffen gelten als Eskalation. Angriffe auf Raffinerien, Raketenproduktion, Storm Shadow, Taurus-Debatten oder russische Manöver gelten als Eskalation.

Doch derzeit geschieht etwas, das über einzelne neue Waffensysteme hinausgeht.

Der Krieg verändert gleichzeitig seine Intensität, geografische Reichweite und politische Definition des Gegners.

Und gerade diese Kombination ist entscheidend. Bloomberg berichtete unter Berufung auf drei Personen aus dem Umfeld des Kremls, Russland erwäge eine erhebliche Intensivierung konventioneller Angriffe. Im Gespräch seien stärkere ballistische Raketenangriffe auf Kiew – ausdrücklich möglicherweise auch auf das Zentrum der Hauptstadt – sowie auf Infrastruktur in weiteren ukrainischen Städten. Hintergrund sei die zunehmende Überzeugung in Moskau, dass die bisherigen Verhandlungsansätze praktisch gescheitert seien.



Parallel dazu erlebt der Luftkrieg bereits eine neue Intensität. Das Wall Street Journal spricht von einer neuen, tödlicheren Phase des russisch-ukrainischen Luftkriegs: Russland greift ukrainische Städte und Infrastruktur mit immer größeren Kombinationen aus Drohnen und Raketen an, während die Ukraine ihrerseits russische Raffinerien, Logistikzentren und andere wirtschaftlich relevante Ziele attackiert.

Am 28. August setzte Russland seine Angriffswellen gegen Kiew und weitere ukrainische Regionen bereits den zweiten Tag in Folge fort. Reuters meldete Schäden an Wohnhäusern, Lager- und Logistikanlagen sowie weiteren zivilen Einrichtungen.

Das ist zunächst konventioneller Krieg, doch genau hier beginnt die nächste Ebene.


Es gibt keine offizielle „Eskalationsstufe 1 bis 6“

Militärisch existiert keine allgemein verbindliche Skala, auf der sich der Ukrainekrieg einfach einer Zahl zuordnen ließe.

Zur Einordnung lässt sich die Entwicklung aber in mehrere Schwellen unterteilen.

Stufe 1: Intensivierung des konventionellen Krieges

Diese Stufe ist eindeutig erreicht.

Mehr:

  • ballistische Raketen
  • Marschflugkörper
  • Drohnen
  • Angriffe auf Energieversorgung
  • Logistik
  • Industrie
  • Raffinerien
  • und andere wirtschaftlich relevante Infrastruktur

Russland produziert nach ukrainischen Angaben zunehmend ballistische Raketen; Präsident Selenskyj erklärte zuletzt, Moskau wolle seine Produktion stark erhöhen. Gleichzeitig bereitet sich die Ukraine bereits auf neue russische Angriffe gegen das Energiesystem im kommenden Winter vor.

Dass beide Seiten versuchen, nicht nur gegnerische Truppen, sondern die wirtschaftliche Durchhaltefähigkeit des jeweils anderen zu beschädigen, ist inzwischen ein zentraler Bestandteil des Krieges.

Stufe 2: Der Krieg wird zum Krieg gegen wirtschaftliche Lebensadern

Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung. Putin erklärte am 22. August, die Ukraine habe mit ihren Angriffen auf russische Wirtschaftsziele eine „Büchse der Pandora“ geöffnet. Russland werde deshalb die für die Ukraine empfindlichsten wirtschaftlichen Bereiche angreifen. Kremlsprecher Dmitri Peskow legte nach.

Auf ukrainische Angriffe gegen russische Wirtschafts- und Handelsinfrastruktur werde eine starke Antwort folgen.

Gleichzeitig bestritt er allerdings, dass Russland hierfür eine grundsätzliche „militärische Eskalation“ benötige, da die russischen Streitkräfte aus Sicht Moskaus ohnehin vorrückten.

Dieser scheinbare Widerspruch ist aufschlussreich: Moskau bezeichnet stärkere Angriffe selbst nicht zwingend als Eskalation.

Damit verschiebt sich die Definition. Was gestern noch als außergewöhnliche Verschärfung gegolten hätte, wird heute als normale Reaktion innerhalb des bestehenden Krieges dargestellt.


Stufe 3: Der Gegner heißt zunehmend nicht mehr nur Ukraine

Hier liegt möglicherweise die gefährlichste Veränderung.

Nach den Bloomberg-Quellen wächst im Kreml die Auffassung, ukrainische Angriffe auf Russland seien faktisch nicht mehr allein ukrainische Operationen.

Die Argumentation lautet:

  • Westliche Staaten liefern Waffen
  • Westliche Staaten liefern Aufklärungsinformationen
  • Westliche Technologie ermöglicht Reichweite und Zielgenauigkeit

Damit seien bestimmte ukrainische Angriffe aus russischer Sicht zunehmend westliche beziehungsweise NATO-unterstützte Angriffe auf Russland. Genau diese Verschiebung ist strategisch gefährlich, denn solange Moskau klar unterscheidet zwischen

Ukraine als Kriegsgegner und NATO als Unterstützer der Ukraine, aber nicht Kriegspartei, besteht eine wichtige Barriere.

Je stärker diese Trennung rhetorisch oder militärisch aufgehoben wird, desto größer wird der Raum für eine russische Reaktion gegen Ziele außerhalb der Ukraine. Und genau darüber spricht Moskau inzwischen öffentlich.


Stufe 4: Der Krieg droht geografisch auszufransen

Russland hat Großbritannien inzwischen ausdrücklich gewarnt, dass britische militärische Einrichtungen oder militärisches Gerät als Reaktion auf ukrainische Angriffe mit britischen Waffen auch außerhalb der Ukraine betroffen sein könnten.

Bislang bedeutet das nicht, dass Russland einen Angriff auf britisches Territorium beschlossen hat.

Aber die geografische Grenze wird rhetorisch bewusst unscharf. Parallel dazu berichten amerikanische Geheimdienstquellen, Washington halte begrenzte russische Aktionen gegen NATO-Staaten inzwischen zumindest für ein Szenario, das ernst genommen werden müsse. Genau deshalb reiste CIA-Direktor John Ratcliffe persönlich nach Moskau.

Nach aktuellen Berichten des Wall Street Journal sollte Ratcliffe Russland unter anderem klarmachen, dass die Vereinigten Staaten weiterhin zu Artikel 5 der NATO stehen, und Moskau davor warnen, NATO-Staaten auszutesten. Der Besuch war so vertraulich, dass selbst einige hochrangige Vertreter des Weißen Hauses und des US-Militärs zunächst nicht eingeweiht worden sein sollen. Das verändert die Bedeutung der Reise erheblich. Washington schickte den CIA-Direktor nicht lediglich zu einem allgemeinen Meinungsaustausch. Die Botschaft lautete offenbar: Die NATO-Grenze bleibt eine rote Linie.


Warum die NATO selbst zunehmend nervös wird

Die NATO erklärte bereits am 12. August nach Luftraumverletzungen in Polen und Rumänien sowie mehreren Drohnenzwischenfällen, Russland zeige eine zunehmende Risikobereitschaft. Das Bündnis verstärkt deshalb seine Luft- und Raketenabwehr entlang der gesamten Ostflanke vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer.

Die NATO beschreibt seit längerem eine zunehmende Zahl von:

  • Luftraumverletzungen
  • Cyberangriffen
  • Sabotageakten
  • Drohnenzwischenfällen
  • und anderen hybriden Operationen

Als Reaktion wurden zusätzliche Kampfflugzeuge, Luftverteidigung, Überwachungsflugzeuge, Kriegsschiffe und andere Fähigkeiten an die Ostflanke verlegt. Auch die Staaten rund um die Ostsee reagieren.

Am 28. August wurde bekannt, dass die Ostseeanrainer eine gemeinsame Drohnenabwehr-Taskforce aufbauen wollen. Hintergrund sind unter anderem Sabotagefälle an Unterseekabeln und Energieinfrastruktur sowie die wachsende Sorge vor hybriden Operationen. Das bedeutet nicht, dass die NATO einen unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff erwartet.

Es bedeutet aber: Das Bündnis bereitet sich systematisch auf mehr Zwischenfälle unterhalb der klassischen Kriegsschwelle vor.


Stufe 5 wäre der gefährliche Sprung: Russland und NATO treffen unmittelbar aufeinander

Diese Schwelle ist bislang nicht überschritten.

Ein offener russischer Raketenangriff auf einen britischen, polnischen oder baltischen Militärstützpunkt wäre eine vollkommen andere Kategorie. Ebenso ein bewusst herbeigeführtes Gefecht zwischen russischen und NATO-Streitkräften.

Davon sind wir derzeit nicht belastbar ausgegangen, aber die gefährlichsten Szenarien liegen möglicherweise gerade unterhalb dieser Schwelle.

Was passiert bei:

  • einem Cyberangriff auf ein NATO-Militärzentrum?
  • einer Explosion in einer britischen Rüstungsfabrik?
  • einer Sabotageaktion gegen einen Militärtransport?
  • einem beschädigten Unterseekabel?
  • einem Drohnenangriff unbekannter Herkunft?
  • einem russischen Flugkörper, der auf NATO-Gebiet einschlägt?

Hier beginnt die Grauzone und diese Grauzone macht eine Eskalation schwer kontrollierbar.

Denn ein Staat kann eine Operation so gestalten, dass der Gegner sehr genau ahnt, wer dahintersteckt – aber nicht genügend Beweise besitzt, um einen offenen militärischen Gegenschlag zu legitimieren.


Und dann kommt die sechste Stufe: die nukleare Ebene

Hier muss besonders sorgfältig formuliert werden. Bloomberg berichtet tatsächlich, dass unter russischen Funktionären und Hardlinern die Diskussion darüber zugenommen habe, ob Putin im äußersten Fall taktische Atomwaffen einsetzen könnte.

Das ist eine ernstzunehmende Information, aber sie bedeutet ausdrücklich nicht, dass Russland derzeit einen Atomwaffeneinsatz vorbereitet. Bloomberg stellt selbst klar, dass es dafür bislang keine entsprechenden Anzeichen gebe, auch Experten bewerten das aktuelle Risiko weiterhin als sehr gering. Die nukleare Schwelle wurde also nicht überschritten, aber wir

befinden uns vielmehr auf der Ebene des nuklearen Signaling:

  • Möglichkeiten wird diskutiert und wirdpolitisch in Erinnerung gerufen
  • Sie existiert als letzte Eskalationsoption, aber daraus folgt noch keine operative Vorbereitung

Das ist ein wesentlicher Unterschied.


Warum taktische Atomwaffen militärisch keineswegs automatisch sinnvoll wären

Der Begriff „taktische Atomwaffe“ klingt nach einer kleineren, kontrollierbaren Version einer strategischen Nuklearwaffe.

Das kann täuschen, auch eine taktische Nuklearwaffe wäre ein Bruch des seit 1945 bestehenden nuklearen Tabus und hätte gewaltige politische und strategische Konsequenzen.

Hinzu kommt, das die Front in der Ukraine erstreckt sich über Hunderte Kilometer und die Truppen stehen häufig weit auseinander, somit sind Militärische Kräfte verteilt und mobil.

Eine taktische Nuklearwaffe würde deshalb nicht automatisch den militärischen Durchbruch bringen, den der enorme politische Preis rechtfertigen müsste. Russland verfügt außerdem weiterhin über zahlreiche Möglichkeiten, konventionell weiter zu eskalieren, bevor die nukleare Schwelle erreicht wäre. Das ist einer der Gründe, weshalb Fachleute das tatsächliche Einsatzrisiko weiterhin niedrig einschätzen.


Die wirkliche Gefahr liegt möglicherweise eine Stufe darunter

Das gefährlichste Szenario der kommenden Monate könnte deshalb gar kein Atomschlag sein.

Es könnte eine Kombination sein aus z.B. größeren russischen Raketenangriffen auf ukrainische Städte,

massiven ukrainischen Angriffen auf russische Energie- und Logistikinfrastruktur, Sabotageaktionen in Europa,

Cyberangriffen, militärischen Zwischenfällen im Baltikum und/oder Polen, weiter zunehmender NATO-Präsenz

und schärferer russischer Reaktion. Jedes einzelne Ereignis könnte unterhalb der Schwelle eines großen Krieges bleiben.

Die Summe kann trotzdem eine Situation erzeugen, in der ein Fehler, eine Fehlinterpretation oder ein einzelner Todesfall plötzlich eine wesentlich größere Reaktion auslöst.


Genau hier liegt das Problem der Eskalationsleiter

Militärische Eskalation funktioniert selten wie ein Lichtschalter: Krieg - Frieden - Atomkrieg, dazwischen liegen zahlreiche Zwischenstufen. Die gefährlichsten Situationen entstehen häufig dann, wenn beide Seiten glauben, noch eine Stufe höher gehen zu können, ohne die Kontrolle zu verlieren.


Verhandlungen und Eskalation laufen gleichzeitig

Interessanterweise erklärt der Kreml weiterhin, für Verhandlungen offen zu sein.

Peskow sagte am 25. August, Russland bleibe grundsätzlich für friedliche Wege zur Beilegung des Konflikts offen. Solange solche Möglichkeiten nicht vorhanden seien, werde Russland den Krieg allerdings fortsetzen und das ist kein Widerspruch.

In vielen Kriegen laufen Verhandlungen und militärische Eskalation gleichzeitig.

  • Gerade wenn beide Seiten glauben, am Verhandlungstisch nicht genügend erreichen zu können, versuchen sie zunächst, ihre militärische Ausgangsposition zu verbessern. Der Krieg wird dann intensiver, nicht obwohl verhandelt wird – sondern teilweise gerade deshalb.

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