Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026:

Umfragen, Kandidaten, Koalitionsoptionen

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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026:

Umfragen, Kandidaten, Koalitionsoptionen

Stand: 17. September 2026


Wahltermin und Wahlrecht

Am Sonntag, 20. September 2026, wählt Mecklenburg-Vorpommern den neunten Landtag. Rund 1,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Die Wahlen finden zeitgleich zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen und nur zwei Wochen nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt statt.

Wählen darf jeder Deutsche ab 16 Jahren, der seit mindestens 37 Tagen in Mecklenburg-Vorpommern wohnt. Jede Wählerin und jeder Wähler hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in jedem der 36 Landtagswahlkreise ein Abgeordneter direkt gewählt, die übrigen 35 Sitze werden über die Landeslisten der Parteien vergeben. Der Landtag hat damit mindestens 71 Sitze. Für eine Mehrheit sind 36 Sitze nötig. Zugelassen wurden 19 Landeslisten mit insgesamt 313 Kandidatinnen und Kandidaten.

Die Verfassungsbeschwerde der Lobbyisten für Kinder auf Zulassung wies das Landesverfassungsgericht am 14. August 2026 ab.


Wer derzeit regiert

Mecklenburg-Vorpommern wird von einer Koalition aus SPD und Die Linke regiert. Manuela Schwesig (SPD) führt die Landesregierung seit 2017, zunächst gemeinsam mit der CDU, seit 2021 mit der Linken. Simone Oldenburg (Die Linke) ist seit dem 15. November 2021 stellvertretende Ministerpräsidentin und Bildungsministerin.

Bei der Landtagswahl 2021 kam die SPD auf 39,6 Prozent, die AfD auf 16,7, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent. Im aktuellen Landtag verfügt die Regierungskoalition über 43 Sitze (SPD 34, Linke 9), die Opposition über 36.


Aktuelle Umfragen

In allen Umfragen der vergangenen Wochen liegt die AfD vorn, die SPD folgt auf Platz zwei. Die jüngste Erhebung von INSA vom 16. September sieht die AfD bei 37 Prozent, die SPD bei 35, die Linke bei 10, die CDU bei 7, die Grünen bei 5 und das BSW bei 3 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte am 11. September AfD 37, SPD 34, Linke 10, CDU 7, Grüne 5 und BSW 4 Prozent. Infratest dimap kam am 10. September auf AfD 38, SPD 33, Linke 9, CDU 7, Grüne 5 und BSW 4 Prozent. Die FDP wird in den meisten Umfragen nicht gesondert ausgewiesen; pollytix sah sie am 10. September bei 2 Prozent.

Vor einem Jahr, im September 2025, lag die AfD bei 38 Prozent, die SPD bei 19 und die CDU bei 13 Prozent.

Bei der Frage nach der gewünschten Regierungschefin bzw. dem gewünschten Regierungschef sprachen sich 61 Prozent der Befragten für Manuela Schwesig aus, 28 Prozent für Leif-Erik Holm. In den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsplätze, Schule/Bildung und Infrastruktur wird der SPD die größte Kompetenz zugeschrieben, beim Thema Flüchtlinge/Asyl der AfD.


Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten

SPD – Manuela Schwesig. Die 52-jährige Ministerpräsidentin kandidiert in einem Wahlkreis in der Schweriner Innenstadt, wo sie auch lebt. Vor ihrem Wechsel an die Spitze der Landesregierung war sie Sozialministerin im Land und Bundesfamilienministerin. Die SPD wirbt mit dem Motto "Die Frau gegen Blau."

AfD – Leif-Erik Holm und Enrico Schult. Holm strebt das Amt des Ministerpräsidenten und eine AfD-Alleinregierung an. Er tritt im Schweriner Wahlkreis direkt gegen Schwesig an und ist nicht über die Landesliste abgesichert. Der gebürtige Schweriner ist seit 2013 Co-Landesvorsitzender, Bundestagsabgeordneter und wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Auf Platz eins der Landesliste steht Enrico Schult, Co-Landes- und Fraktionsvorsitzender im Landtag, dem er seit 2021 angehört.

CDU – Daniel Peters. Der 45-jährige Politikwissenschaftler aus Rostock ist Landesvorsitzender und Fraktionschef der CDU im Landtag. Peters betont, bei dieser Wahl gehe es um Landespolitik und nicht um Bundespolitik.

Die Linke – Simone Oldenburg. Die 57-jährige Bildungsministerin war Lehrerin und Schulleiterin in Wismar und sitzt seit 2011 im Landtag. Ihre Partei wirbt mit dem Slogan "Wir treten nach oben".

Bündnis 90/Die Grünen – Claudia Müller. Die 45-jährige Bundestagsabgeordnete stammt aus Rostock und war in der Ampel-Koalition Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus. Anfang des Jahres wurde sie bei der Neuwahl der Landesliste auf Platz eins gewählt.

FDP – Jakob Schirmer und Jessica Mendle. Schirmer, Jurist und Hochschullehrer aus Heringsdorf, führt die Landesliste an, Mendle, Krankenschwester und selbstständige Unternehmerin, folgt auf Platz zwei.

BSW – Peter Schabbel und Sabine Firnhaber. Landeschef Schabbel ist Heilpraktiker, Osteopath und ausgebildeter Fachkrankenpfleger. Die Landwirtin und Unternehmerin Firnhaber steht auf Listenplatz zwei.


Aussagen zu Koalitionen

SPD, Linke, CDU, Grüne und FDP schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Das BSW hat angekündigt, keinen

AfD-Ministerpräsidenten zu wählen. CDU-Spitzenkandidat Peters schließt Koalitionen mit AfD und Linken aus, hält aber eine Minderheitsregierung für denkbar, falls keine Mehrheitsregierung zustande kommt.

Im TV-Duell am 16. September erklärte Schwesig, sie sei für Gespräche mit Demokraten offen. Holm sagte, die AfD wolle stärkste Kraft werden und alle zu Gesprächen einladen, die nach der Wahl für das Land arbeiten wollten.


Rechnerische Mehrheiten

Nach den jüngsten Umfragen ziehen AfD, SPD, Linke, CDU und Grüne in den Landtag ein. Das BSW liegt zwischen 3 und 5 Prozent.

Die bisherige Koalition aus SPD und Linke erreicht in keiner der drei jüngsten Umfragen eine Mehrheit. Ein Bündnis aus SPD, Linke und Grünen hätte in allen drei Umfragen eine Mehrheit, bei Infratest dimap allerdings nur knapp. SPD und CDU kommen gemeinsam nicht auf eine Mehrheit, auch nicht mit den Grünen als drittem Partner. SPD, CDU und Linke hätten rechnerisch eine Mehrheit, die CDU schließt ein Bündnis mit der Linken jedoch aus. Die AfD allein erreicht in keiner Umfrage eine Mehrheit.

Sollte das BSW in den Landtag einziehen oder sollten die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, ändern sich die Mehrheitsverhältnisse.


Wahlabend

Landeswahlleiter Dr. Christian Boden veröffentlicht am Wahlabend die Zwischenergebnisse und die vorläufigen Ergebnisse.



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