
Clara von Nathusius: Die Frau, die in der CDU Klartext spricht
„Mit diesem Bundeskanzler sind keine Wahlen mehr zu gewinnen“ – Clara von Nathusius
Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Bundesschatzmeisterin der Jungen Union, Clara von Nathusius, im ARD-„Bericht aus Berlin“ Bundeskanzler Friedrich Merz das Vertrauen entzogen, die Brandmauer zur AfD für gescheitert erklärt und die Abschaffung der Unvereinbarkeitsbeschlüsse ihrer Partei gefordert. Die Aussagen fielen nicht aus dem Nichts: Bereits in den Tagen zuvor hatte sie in Videos und in einem Podcast den Rücktritt des Kanzlers verlangt und der CDU-Führung Unehrlichkeit vorgeworfen. Dieser Beitrag dokumentiert ihre Aussagen in zeitlicher Reihenfolge
– mit Wortlaut, Anlass und Quelle – sowie die Reaktionen darauf.
Die Ausgangslage
Das Wahlergebnis
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 erreichte die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 43,8 Prozent und wurde mit 39 der 83 Sitze mit Abstand stärkste Kraft. Die CDU, die bis dahin den Ministerpräsidenten stellte, stürzte um fast 20 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent ab. Laut Tagesspiegel verlor sie damit mehr als die Hälfte ihrer Stimmen; erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik könnte eine als in Teilen rechtsextremistisch eingestufte Partei eine Landesregierung bilden.
Die Debatte in der Union
Seit dem Wahlabend steht Merz in den eigenen Reihen unter erheblichem Druck. Die taz beschreibt eine innerhalb der CDU hochgekochte und inzwischen medial getriebene Diskussion über die Eignung des Kanzlers; gewichtige Unterstützung habe Merz im Wesentlichen nur aus Bayern erhalten. Die tagesschau berichtete zu Wochenbeginn, Merz erhalte Rückendeckung in der Debatte um seine Person, die Kritik an den Reformen und am Umgang mit der AfD nehme jedoch weiter zu.
CSU-Chef Markus Söder erklärte bereits am Dienstag nach der Wahl in der ARD-Sendung „Maischberger“ das Konzept der Brandmauer für gescheitert. Ein AfD-Verbot lehnte er ab und warb für die inhaltliche Auseinandersetzung; eine normale Partei sei die AfD für ihn aber nicht. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Schauen wir, ob sie es besser können.“ In derselben Sendung forderte der Unternehmer Carsten Maschmeyer offen den Rücktritt des Kanzlers. Am 14. September berichtete die WELT, Söder bringe anstelle der Brandmauer einen „Schutzwall“ ins Spiel. Laut Tagesspiegel warnte Söder zugleich vor einem Scheitern der Bundesregierung. In diese Lage fallen die Äußerungen von Clara von Nathusius.
Die ersten Videos nach der Wahl (7. und 8. September 2026)
„Das stellt mir ganz ehrlich die Nackenhaare auf“
Unmittelbar nach dem Wahlabend kritisierte von Nathusius in einem Video auf X die Reaktion der CDU-Parteiführung. Sie sagte laut Münchner Merkur:
„Was dann gestern Abend als Reaktion auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt aus der Parteiführung der CDU kam, das stellt mir ganz ehrlich die Nackenhaare auf.“
Aus der Parteiführung sei zu hören gewesen, eine Debatte über den Vorsitz stehe nicht an; stattdessen sei von einem „geschichtlichen Unfall“ die Rede gewesen. Dem widersprach sie: Merz sei angetreten, um die AfD zu halbieren – nun habe er die CDU in Sachsen-Anhalt halbiert. Das sei kein Unfall, „sondern das haben wir uns wirklich erarbeitet, und zwar über Jahre“.
Der Merkur weist darauf hin, dass von Nathusius den Kanzler zuvor meist verteidigt hatte.
Die Rücktrittsforderung
In einem Instagram-Video, das sie laut Apollo News am Dienstag, 8. September, veröffentlichte, forderte sie Merz zum Rücktritt auf. Es brauche einen personellen Neuanfang, um wieder Vertrauen herzustellen. Mit der aktuellen personellen Konstellation in der CDU sei Glaubwürdigkeit leider nicht herzustellen. Die neuen Gesichter dürften nicht
„nur nach Verwaltung des Abstiegs“
aussehen. Sie stehe zu dieser Aussage, auch wenn sie dafür als Nestbeschmutzerin beschimpft werde. Das Misstrauen, das in der Wahl zum Ausdruck gekommen sei, reiche bis ins Kanzleramt. In demselben Zusammenhang beschrieb sie die CDU als „Insolvenzverwalter von Made in Germany“ – allerdings ohne Plan.
Kritik an Brandmauer und Unvereinbarkeitsbeschlüssen
In ihren Beiträgen vor dem ARD-Auftritt setzte sie sich bereits ausführlich mit der Abgrenzungspolitik der CDU auseinander. Dokumentierte Aussagen:
„Dass wir den Verweis auf die Brandmauer nach diesem katastrophalen Ergebnis immer noch anführen, ist eigentlich Katastrophe genug.“
Der Verweis auf die Brandmauer erspare es der CDU zu hinterfragen, „was wir eigentlich falsch gemacht haben“. Der Merkur gibt dies so wieder, dass der ständige Verweis für die CDU „Selbstverleugnung“ bedeute.
„Die Abgrenzung nach rechts und links folgt daraus, dass man politische Ideen hat. Sie ersetzt diese politischen Ideen aber nicht.“
Die Unvereinbarkeitsbeschlüsse wende die CDU nicht kohärent an: Für das BSW gebe es keinen solchen Beschluss, weshalb man in Thüringen mit dieser Partei koaliere; in Sachsen habe man den Haushalt mit Stimmen der Linkspartei beschlossen. Dazu sagte sie:
„Jedes für sich ist vielleicht erklärbar, doch zusammen ergibt das gar nichts.“
Kohärenz sei das Mindeste, was man den Wählern als Regierungspartei schulde. „Und aus diesem Grund gehören die Unvereinbarkeitsbeschlüsse der CDU ersetzt.“
An die Stelle von Parteitagsbeschlüssen sollten inhaltliche Linien treten: Man arbeite mit denen zusammen, die die eigenen Ideen unterstützen, und nicht mit denen, die sie ablehnen. Als rote Linie nannte sie: Wer aus dem Euro austreten wolle oder die NATO ablehne, mit dem könne man nicht zusammenarbeiten.
Der Podcast „based.“: „Dass mich alle hassen“
Noch vor der ARD-Sendung vertrat von Nathusius ihre Positionen im Podcast „based.“ von Benjamin Scherp und Dominik Steffens. Die Episodenbeschreibung hält fest, sie sei überzeugt, die CDU sei nicht von der AfD halbiert worden, sondern selbst schuld. Laut Merkur sagte sie dort, sie laufe Gefahr, „dass mich alle hassen“. Und weiter:
„Aber wenn du eine Überzeugung hast, dann wirfst du die nicht über Bord, weil links der politischen Mitte die Leute sagen, dass eine Überzeugung scheiße ist.“
Man werde ihr „sicherlich vorwerfen“, dass sie „sozusagen der Toröffner zur Hölle“ sei und „gefühlt diejenige, die die AfD irgendwie hier groß macht“. Das Gegenteil sei der Fall: Sie wolle gute Politik für Deutschland mit dem Ziel, dass die AfD wieder kleiner werde.
Der Auftritt im „Bericht aus Berlin“ (13. September 2026)
Am Sonntagabend war von Nathusius zu Gast in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Ihre Aussagen wurden noch am selben Abend von dpa, dts und zahlreichen Medien verbreitet.
Zu Friedrich Merz
„Wir haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Das ist nicht nur an Friedrich Merz aufgehängt, aber auch.“
„Und deswegen glaube ich leider, sind mit diesem Bundeskanzler keine Wahlen mehr zu gewinnen.“
Auf die Nachfrage, ob das bedeute, dass Merz bei der nächsten Bundestagswahl nicht erneut antreten solle, antwortete sie: „Nicht noch mal antreten.“
Zur Reaktion der Parteiführung
Gefragt, welche Reaktion sie sich von der Parteiführung auf das Wahlergebnis gewünscht hätte, sagte sie:
„Ich hätte mir vor allem einfach Ehrlichkeit gewünscht.“
Merz hätte in seiner Regierungserklärung sagen sollen, wofür die Union stehe. Laut Nius nannte sie die soziale Marktwirtschaft, „die Migration angehen“ und „endlich wieder Politik für Familien“. Apollo News gibt diese Punkte als soziale Marktwirtschaft, konsequente Migrationspolitik und verstärkte Familienförderung wieder.
Zur Brandmauer
„Ich glaube, dass die Brandmauer, und ich kann da jetzt nur für mich sprechen, ein gescheitertes Projekt ist.“
„Wir haben die letzten Jahre explizit nur damit verbracht zu definieren, gegen wen oder was wir sind und nicht zu definieren, wofür wir stehen. Und dahin muss die Union jetzt dringend kommen.“
Zu Gesprächen mit der AfD in Sachsen-Anhalt
Auf die Frage, ob die CDU in Sondierungsgespräche mit der AfD gehen solle:
„Ich finde, wenn wir eingeladen werden, sollten wir erstmal mit jedem sprechen. Und dann muss man schauen, was bei diesen Gesprächen tatsächlich bei rauskommt.“
„Ich glaube, wir haben klare Maßstäbe, wofür die CDU steht. Und die sind in Bund und in Ländern aber auch noch mal anders.“
Laut Tagesspiegel hatte die AfD zu diesem Zeitpunkt für Sondierungsgespräche Absagen erhalten – mit einer Ausnahme.
Zu den Unvereinbarkeitsbeschlüssen
Erneut verwies sie auf die BSW-Koalition in Thüringen und den mit der Linkspartei beschlossenen Haushalt in Sachsen, während die CDU mit der AfD nicht einmal sprechen wolle:
„Das widerspricht den Unvereinbarkeitsbeschlüssen, die wir als CDU haben. Und deswegen gehören auch die tatsächlich in der jetzigen bestehenden Form einfach abgeschafft.“
Ziel sei, den Bürgern wieder klar zu signalisieren, wofür die Partei stehe und nicht nur, wogegen. Zum Hintergrund: Die CDU hatte 2018 beschlossen, Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD abzulehnen.
Zur Migrationspolitik und zur Regierungsarbeit
Als Beispiel für den aus ihrer Sicht nötigen Kurswechsel nannte sie die Migrationspolitik:
„Wir wollen diejenigen, die ausreisepflichtig sind, auch aus diesem Land bringen.“
Bei mehr als 250.000 Ausreisepflichtigen könne sie „keinem Bürger mehr glaubhaft vermitteln, dass der Staat darin versagt, diese Menschen zu finden und sie schlussendlich potenziell auch außer Landes zu bringen“. Die CDU dürfe daher nur noch Koalitionen eingehen, in denen sie ihre angekündigte Politik umsetzen könne.
Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit allein reiche nicht:
„Aber man muss schlussendlich auch sagen, wir kriegen schlechte Politik auch nicht gut verkauft, wenn sie weiterhin schlecht bleibt.“
Die Präzisierung (14./15. September 2026)
Nach der Sendung veröffentlichte von Nathusius ein weiteres Video auf Instagram und X, über das WELT und Münchner Merkur berichteten.
Gespräche sind keine Zusammenarbeit
Gespräche bedeuteten nicht automatisch Zusammenarbeit. Laut WELT sagte sie:
„Wenn wir nach solchen Gesprächen Nein sagen, dann haben wir endlich wieder Argumente, wofür wir als CDU stehen.“
Auf Landesebene seien andere Themen entscheidend als im Bund – mit Blick auf AfD-Positionen, die auf Bundesebene mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen kollidieren:
„Über den Euro und die NATO redet man in Magdeburg nicht.“
„Verantwortung“
Die CDU müsse vor allem ein einziges Wort neu lernen: „Verantwortung“. In den von ihr so genannten „Brandmauerjahren“ sei man beliebige Koalitionen eingegangen. In ihrem Umfeld sei ihr gespiegelt worden, es sei der Eindruck entstanden, politisch ändere sich nichts. Verantwortung heiße, Versprochenes auch liefern zu wollen; sei das in einer möglichen Koalition nicht erreichbar, gehe man nicht hinein. Das gelte für Koalitionen mit der AfD ebenso wie mit der Linkspartei und der SPD.
Laut WELT schloss sie daraus, Unvereinbarkeitsbeschlüsse, die keine tatsächlich befolgte Richtungsweisung seien, gehörten „ehrlicherweise einfach weg“.
Differenzierung innerhalb der AfD und Umgang mit Wählern
„In der AfD gibt es Leute, die konservativ sind, und dann gibt es da Leute, die komplett geschichtsrevisionistisch sind. Genau diesen Unterschied hat die Brandmauer nicht gemacht.“
Die Union habe jedes Recht, nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Sie habe aber nie richtig erklärt, warum nicht und unter welchen Umständen es potenziell gehen könnte. Man habe es lediglich starr festgestellt und dabei zugleich ein Urteil über die Wähler gefällt: „Wer AfD wählt, hat es einfach nicht verstanden.“
Rote Linien für Sondierungen
Für mögliche Gespräche in Sachsen-Anhalt formulierte sie Grenzen: Die CDU werde die Schulpflicht nicht abschaffen, Flüchtlingskinder oder Kinder mit Behinderung nicht in Sonderklassen stecken, Rundfunkverträge nicht einfach kündigen und keine Geschichtslehrpläne umschreiben.
Erneute Kritik an Merz: „Ethnische Säuberung“ und Verbotsverfahren
Merz hatte kurz zuvor im Bundestag das AfD-Konzept der „Remigration“ mit „ethnischer Säuberung“ gleichgesetzt. Von Nathusius hielt ihm vor, er habe am Folgetag dennoch ein Prüfverfahren gegen die AfD abgelehnt – beides passe nicht zusammen. Entweder meine man den Satz ernst, dann folge daraus ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Oder man wolle die AfD politisch schlagen – dann dürfe man solche Sätze aber auch nicht sagen.
Die Reaktionen
Zustimmung: Der frühere WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt kommentierte das ARD-Interview auf X und bescheinigte ihr mehr Mut als dem größten Teil des aus seiner Sicht erlahmten Unionsestablishments. Nius-Chef Julian Reichelt begrüßte auf X ausdrücklich die Forderungen nach Sondierungsgesprächen und nach Abschaffung der Unvereinbarkeitsbeschlüsse. Beifall kam laut Merkur auch von mehreren AfD-Politikern und von vielen ihrer Follower.
Die Neue Zürcher Zeitung führte ihren Auftritt in einem Kommentar als Beispiel dafür an, dass der CDU-Nachwuchs mehr wage als viele Parteikader.
Kritik: Zugleich schlug ihr in den sozialen Netzwerken harsche Kritik entgegen; der Merkur dokumentiert unter anderem einen Nutzerkommentar, der sie – mit Anspielung auf ihre Brille – in die Nähe des Faschismus rückt. Sie selbst hatte bereits vorab erklärt, sie rechne damit, als „Nestbeschmutzerin“ und als „Toröffner zur Hölle“ bezeichnet zu werden.
Schweigen: Die taz fragte bei JU-Chef Johannes Winkel an, ob von Nathusius nur für sich oder für den gesamten Bundesvorstand spreche; bis Redaktionsschluss kam keine Antwort. Die Zeitung merkt an, Winkel sei sonst nicht öffentlichkeitsscheu. Von Nathusius selbst hatte im ARD-Interview betont, zur Brandmauer nur für sich zu sprechen.
Eine Anfrage des Münchner Merkur zur Brandmauer-Debatte beantwortete sie nicht und verwies auf Zeitgründe.
Ausblick: Am 20. September 2026 wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Der Merkur verweist auf Umfragen, die die CDU dort bei sieben Prozent sehen.
Frühere Aussagen zu CDU, Merz und Brandmauer
Februar 2025: Brandmauer „nicht gefallen“
In der WDR-Sendung „MONITOR studioM“ („Schwarz-Grün – Nicht mit dieser CDU?“, aufgezeichnet am 4. Februar 2025) bezeichnete von Nathusius den Zeitpunkt der Bundestagsabstimmung mit Stimmen der AfD als bedenklich, weil wenige Stunden zuvor im Bundestag der Opfer des Holocaust gedacht worden war. Die Brandmauer zur AfD sah sie laut Sendungsbeschreibung damals nicht als gefallen an.
Juni 2025: Online-Schwäche der CDU
Im Cicero-Podcast mit Volker Resing (aufgezeichnet am 3. Juni 2025) kritisierte sie die digitale Schwäche ihrer Partei. Die Folge erschien unter ihrem Satz „Ohne soziale Medien werden wir keinen Wahlkampf mehr gewinnen“. Laut Cicero forderte sie, dass es auch bei den Konservativen mehr „ruckelt und zuckelt“, und wünschte sich, dass mehr junge Menschen für Ideale in die Politik gehen.
März 2026: Kommunikation, Frauenbild – und Verteidigung von Merz
Im Interview mit dem Münchner Merkur (16. März 2026) kritisierte sie die Kommunikation der etablierten Parteien:
„Die AfD hat sehr früh verstanden, dass die alte Reihenfolge nicht mehr gilt.“
Viele Parteien kommunizierten, „als säßen wir im Jahr 2005“ – und wunderten sich dann, dass sie Reichweite verlören. Die Angst vieler Politiker vor Shitstorms sei häufig eigentlich Angst vor Kontrollverlust und teils eine „bequeme Ausrede“.
Ihr Fazit: „Wer im Netz nur protokolliert, verliert. Wer erklärt, gewinnt.“ CSU-Chef Söder habe die Kommunikation in sozialen Netzwerken von allen im demokratischen Spektrum am besten verstanden.
Zur CDU selbst sagte sie, die Partei vermittle in ihren Orts- und Kreisverbänden nach außen „immer noch ein Bild, das sehr alt und sehr männlich ist“, und müsse noch einen Wandel durchlaufen, damit Frauen in bestimmte Positionen kommen.
Merz verteidigte sie damals gegen den Vorwurf eines veralteten Frauenbildes: Er habe als Parteivorsitzender zuerst die Frauenquote eingeführt. Sie selbst sei zwar gegen die Quote, könne aus ihrer Zusammenarbeit mit Merz Frauenfeindlichkeit „überhaupt nicht bestätigen. Im Gegenteil.“ Zu ihrer Haltung in Debatten: „Ich will Debatten mitbestimmen und mich nicht von ihnen leiten lassen.“ Versuche, ihre Positionen moralisch zu diskreditieren, seien für sie ein zusätzlicher Ansporn.
Weitere Formate 2025 und 2026
Im Januar 2025 war sie Gast der phoenix runde „Was will der Parteinachwuchs?“. Im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“
sprach sie am 20. März 2026 in der Folge „Identitätskrise“ über die Lage der Union. In der ZDF-Reihe „UNBUBBLE“ diskutierte sie am 27. Mai 2026 mit Jette Nietzard die Frage „Ist links vs. rechts überholt?“; dabei ordnete sie sich selbst politisch rechts ein und warnte vor inhaltsleeren Etiketten. Das ZEIT Magazin veröffentlichte am 2. Juni 2026 ihre „Ratschläge fürs Leben“.
Am 29. Juli 2026 sprach sie mit Jan Schipmann im Podcast „Bengalos im Bundestag“ über die Frage „Warum ist die CDU so unbeliebt?“. Im POLITICO Berlin Playbook vom 20. August 2026 erklärte sie, warum sie der bürgerlichen Mitte im Netz eine lautere Stimme geben wolle; Instagram sei das neue politische Vorfeld der Meinungsbildung, und wer dort nicht polarisiere, dringe bei Wählern nicht durch. Ein diskutiertes Social-Media-Verbot für Jugendliche lehnte sie ab und sieht die Eltern in der Pflicht. Am 24. August 2026 folgte in der Süddeutschen Zeitung ein Streitgespräch zur Rente mit dem Grünen-Politiker Timon Dzienus.
Kurzporträt: Wer ist Clara von Nathusius?
Clara von Nathusius (Jahrgang 1995) wuchs als jüngstes von drei Kindern bei Frankfurt am Main auf, absolvierte nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kinderheim in Peru und studierte Betriebswirtschaftslehre in München und Berlin. 2018 kam sie über ein Praktikum bei einem CDU-Bundestagsabgeordneten in die Politik und trat nach rund sieben Monaten der CDU bei. Seit 2022 gehört sie dem Bundesvorstand der Jungen Union an, 2024 wurde sie Bundesschatzmeisterin.
Beruflich war sie in einer Unternehmensberatung tätig und leitete laut WELT bis Februar 2026 die Kommunikationsabteilung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Seitdem veröffentlicht sie vor allem politische Videos auf Instagram (@claranths) und X (@CNathusius); laut Merkur folgen ihr dort inzwischen mehr als 90.000 beziehungsweise 30.000 Nutzer. Die Bezeichnung „Influencerin“ lehnt sie ab und beschreibt ihre Tätigkeit als Ehrenamt.
Sie ist Mitgründerin der nach dem 7. Oktober 2023 entstandenen Initiative „Fridays for Israel“ und erhielt im November 2024 den „Preis für Zivilcourage und gegen Antisemitismus, Rechtsradikalismus und Rassismus“. Ihr Urgroßvater Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld gehörte zum Widerstand des 20. Juli 1944 und wurde am 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Quellen
t-online: „JU-Politikerin Clara von Nathusius will Gespräche zwischen CDU und AfD“ – https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_101434036/ju-politikerin-clara-von-nathusius-will-gespraeche-zwischen-cdu-und-afd.html
Tagesspiegel: „‚Ein gescheitertes Projekt‘: JU-Schatzmeisterin Clara von Nathusius für Ende der Brandmauer zur AfD“, 13.09.2026 – https://www.tagesspiegel.de/politik/ein-gescheitertes-projekt-ju-schatzmeisterin-clara-von-nathusius-fur-ende-der-brandmauer-zur-afd-16048506.html
news.de (dpa): „JU-Politikerin: Keine Wahlen mehr mit Merz zu gewinnen“ – https://www.news.de/politik/859989263/ju-politikerin-keine-wahlen-mehr-mit-merz-zu-gewinnen-friedrich-merz-news-der-dpa-aktuell-zu-koalition-und-bundesregierung/1/
Apollo News: „‚Gescheitertes Projekt‘: Vorstandsmitglied der Jungen Union fordert Ende der Brandmauer“ – https://apollo-news.net/gescheitertes-projekt-vorstandsmitglied-der-jungen-union-fordert-ende-der-brandmauer/
Junge Freiheit: „JU-Schatzmeisterin von Nathusius will Brandmauer zur AfD einreißen“ – https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/ju-schatzmeisterin-von-nathusius-will-brandmauer-zur-afd-einreissen/
new-facts.eu (dts Nachrichtenagentur): „JU-Schatzmeisterin kritisiert Merz scharf“, 13.09.2026 – https://www.new-facts.eu/sortierung-top/deutschlandwelt-block/2026/09/13/ju-schatzmeisterin-kritisiert-merz-scharf/728502/
WELT: „‚CDU muss vor allem ein Wort neu lernen‘ – JU-Politikerin legt in Brandmauer-Debatte nach“ – https://www.welt.de/politik/deutschland/article6aa829173462e1837199a91e/brandmauer-debatte-cdu-muss-vor-allem-ein-wort-neu-lernen-ju-politikerin-legt-nach.html (auch via MSN: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/cdu-muss-vor-allem-ein-wort-neu-lernen-ju-politikerin-legt-in-brandmauer-debatte-nach/ar-AA2ccBx4)
Münchner Merkur / Ippen.Media (Stephanie Munk): „JU-Schatzmeisterin von Nathusius erklärt, warum Gespräche mit AfD richtig wären – zieht aber rote Linien“, 14./15.09.2026 – https://www.merkur.de/politik/clara-von-nathusius-cdu-fordert-ende-der-brandmauer-und-attackiert-merz-zr-94491000.html
based. Podcast (Benjamin Scherp, Dominik Steffens) – https://www.podcast.de/podcast/3544187/based
taz: „Debatte um Kanzlertausch: Ein Schweigen sagt mehr als 1000 Worte“ – https://taz.de/Debatte-um-Kanzlertausch/!6213132/
Apollo News: „JU-Vorstandsmitglied fordert Rücktritt von Friedrich Merz“ – https://apollo-news.net/glaubwuerdigkeit-verloren-ju-vorstandsmitglied-fordert-merz-ruecktritt/
NZZ, „Der andere Blick“: „Ende der Brandmauer: Der CDU-Nachwuchs hat mehr Mumm als viele Parteikader“ – https://www.nzz.ch/der-andere-blick/ende-der-brandmauer-der-cdu-nachwuchs-hat-mehr-mumm-als-viele-parteikader-ld.10023738
WDR: „MONITOR studioM: Schwarz-Grün – Nicht mit dieser CDU?“, Sendung 13.02.2025 – https://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2025-02-13/00-00/whatson_11648574923527/monitor-studiom-schwarz-gruen-nicht-mit-dieser-cdu-.html
Cicero Podcast Politik (Volker Resing): „Ohne soziale Medien werden wir keinen Wahlkampf mehr gewinnen“, 06.06.2025 – https://www.cicero.de/innenpolitik/clara-von-nathusius-soziale-netzwerke-junge-union-antisemitismus · YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=MjT6L6ffspg
Münchner Merkur / Ippen.Media (Stephanie Munk): „Jung, weiblich und CDU-Influencerin – Clara von Nathusius: ‚Ich gelte nicht als sonderlich cool‘“, 16.03.2026 – https://www.merkur.de/politik/jung-weiblich-cdu-influencerin-clara-von-nathusius-ich-gelte-nicht-als-sonderlich-cool-zr-94220466.html (auch erschienen bei tz.de)
phoenix runde: „Was will der Parteinachwuchs?“, 16.01.2025 – https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-runde/was-will-der-parteinachwuchs/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNDc0NzY5Nw
Apokalypse & Filterkaffee: „Identitätskrise (mit Clara Nathusius)“, 20.03.2026 – https://podcasts.apple.com/us/podcast/identit%C3%A4tskrise-mit-clara-nathusius/id1505993848?i=1000756265652
ZDF UNBUBBLE: „Ist links vs. rechts überholt?“, 27.05.2026 – https://www.zdf.de/video/talk/unbubble-100/ist-links-vs-rechts-ueberholt-100
ZEIT Magazin: „Ratschläge fürs Leben“, 02.06.2026 – https://www.zeit.de/zeit-magazin/2026/25/clara-von-nathusius-ratschlaege-leben
Bengalos im Bundestag (Jan Schipmann): „Warum ist die CDU so unbeliebt? Mit Clara von Nathusius“, 29.07.2026 – https://open.spotify.com/episode/1MWpcLWpa5V6RKcqndyKZs · YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=GqaxAhWxJXY
POLITICO Berlin Playbook (Rixa Fürsen): „Warum die politische Mitte online verliert – mit Clara von Nathusius“, 20.08.2026 – https://podcasts.apple.com/de/podcast/warum-die-politische-mitte-online-verliert-mit-clara/id1745363926?i=1000784467447 · YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=0IkOcL4DSqg
Süddeutsche Zeitung: Streitgespräch Rente mit Timon Dzienus, 24.08.2026 – https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/rente-timon-dzienus-clara-von-nathusius-e136966/
Jüdische Allgemeine (Nina Schmedding): „»Da gibt es kein ›Ja, aber‹«“, 19.11.2024 – https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/da-gibt-es-kein-ja-aber/
tagesschau.de: Debatte um Merz und Nathusius – https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/debatte-merz-nathusius-union-100.html · sowie https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bab-6378.html
DER SPIEGEL: „Friedrich Merz: Clara von Nathusius – ‚Mit diesem Bundeskanzler sind keine Wahlen mehr zu gewinnen‘“ – https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-clara-von-nathusius-mit-diesem-bundeskanzler-sind-keine-wahlen-mehr-zu-gewinnen-a-9ab85d92-452b-4b34-9024-32ea73bc6e3a
tagesschau.de: „Rückendeckung für Merz – aber die Debatte reißt nicht ab“ – https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/cdu-merz-debatte-100.html
Ostdeutsche Allgemeine: „Nach Wahl: Söder spricht Klartext über die gescheiterte Brandmauer bei Maischberger“ – https://ostdeutscheallgemeine.com/article/soeder-bei-maischberger-afd-brandmauer-gescheitert-10374443
WELT: „Söder erklärt ‚Brandmauer‘ für gescheitert – und bringt einen ‚Schutzwall‘ ins Spiel“, 14.09.2026 – https://x.com/welt/status/2099463951264227421
Nius: „Mit diesem Bundeskanzler keine Wahlen mehr zu gewinnen“ – https://nius.de/politik/mit-diesem-bundeskanzler-keine-wahlen-mehr-zu-gewinnen
LinkedIn-Beitrag Clara von Nathusius – https://de.linkedin.com/posts/clara-von-nathusius-342523b6_h%C3%A4tte-man-mich-vor-sechs-jahren-gefragt-activity-7299865944565178368-UgVG
LinkedIn-Profil Clara von Nathusius – https://de.linkedin.com/in/clara-von-nathusius-342523b6
Heinrichs-Verlag Bamberg: „Preis für Zivilcourage für Urenkelin von Widerstandskämpfer“, 15.11.2024 – https://www.heinrichs-verlag.de/2024/11/15/preis-f%C3%BCr-zivilcourage-f%C3%BCr-urenkelin-von-widerstandsk%C3%A4mpfer/
- Süddeutsche Zeitung (Porträt mit Zoe Mayer) – https://www.sueddeutsche.de/leben/politik-social-media-cdu-gruene-inhalte-publikum-li.3476341 · ZDFheute „Inside CDU“ – https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/inside-cdu-frauen-der-union-100.html · CDU NRW „connect“ – https://www.cdu-nrw.de/teilen-ist-das-neue-plakatieren-connect-ist-zurueck · POV-Podcast – https://pod.wave.co/podcast/pov/438-fur-die-afd-und-jetzt-sachsen-anhalt-als-warnsignal · Deutschlandfunk – https://www.deutschlandfunk.de/ju-schatzmeisterin-fuer-gespraeche-mit-afd-in-sachsen-anhalt-104.html · „Motivation. Du & Ich“ (Philipp Bremer, Folge #14, 2021) – https://creators.spotify.com/pod/show/philipp-bremer/episodes/14---Motivation--Du--Ich---Gast-Clara-von-Nathusius-e177uoc
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